Nachrichten

23 Jahre friedliche Revolution : 20.000 Leipziger feiern Lichtfest

Mit einem Meer aus brennenden Kerzen haben am Dienstagabend rund 20.000 Menschen in Leipzig an die friedliche Revolution von 1989 erinnert. Auftakt war das Friedensgebet in der Nikolaikirche. Die Predigt hielt der damalige Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer, eine der Symbolfiguren des Umbruchs. Nach dem Gebet hielt der ungarische Schriftsteller György Dalos die "Rede zur Demokratie". Auf dem Augustusplatz gab es anschließend Lichtinstallationen sowie Musik und Tanz.

Schwerpunkt Ungarn

Den thematischen Schwerpunkt des Lichtfests bildete in diesem Jahr Ungarn. Damit sollte die Rolle des Landes beim Umbruch in Osteuropa gewürdigt werden. Als erstes Land des Ostblocks öffnete Ungarn im September 1989 seine Grenze nach Österreich und ermöglichte Zehntausenden DDR-Bürgern damit die Flucht in den Westen. Neben dem Schriftsteller Dalos war auch der ungarische Minister Zoltan Balog zu Gast. Die Bürgerinitiative "Leipziger Korrektiv" protestierte gegen diese Einladung. In einem Memorandum warfen sie der Regierung in Ungarn vor, die Freiheitsrechte, wie zum Beispiel das Presserecht, zu beschneiden.

Bildergalerie: Tausende beim Lichtfest in Leipzig

Impressionen vom Lichtfest 2012 Impressionen vom Lichtfest 2012 Impressionen vom Lichtfest 2012

Mit einem Meer aus brennenden Kerzen haben am Dienstagabend rund 20.000 Menschen in Leipzig an die friedliche Revolution von 1989 erinnert. Im Fokus der Feierlichkeiten stand dieses Mal Ungarn. [Bilder]


In Leipzig waren am Abend des 9. Oktober 1989 etwa 70.000 Menschen auf die Straße gegangen. Sie zogen mit Kerzen über den Innenstadtring. Es war der Auftakt für die Massendemonstrationen, die in den nächsten Wochen und Monaten jeden Montag stattfanden und bald schon auch auf andere Städte übergriffen und letztlich das Ende der DDR einläuteten. Symbol der friedlichen Proteste in Leipzig ist die Nikolaikirche, die in den 1980er-Jahren zu wöchentlichen Andachten einlud.

Seit 2009 feiern die Leipziger die politische Wende mit einem Lichtfest in der Innenstadt. Im nächsten Jahr sollen Tschechien und die Slowakei im Mittelpunkt stehen.

9. Oktober 1989 in Leipzig - Bildergalerie: "Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!"

"Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" ist auf einem Transparent zu lesen. Bürgerrechtler beim Friedensgebet am 09.10.1989 in der Nikolaikirche in Leipzig. Die regelmäßigen Friedensgebete waren eine Vorstufe der ab Herbst 1989 in Leipzig stattgefundenen Montagsdemonstration. Demonstranten vor der Nikolaikirche in Leipzig.

"Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" steht auf einem Transparent bei der Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig. 70.000 Menschen nahmen an dem Protestmarsch teil. [Bilder]


Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2012, 11:58 Uhr

4. Dora:
Danke, Günter! Diese Bürgerinitiative hat mir dieses Jahr die Lust genommen zum Augustusplatz zu gehen. In Leipzig leben viele Ungaren, die eine ganz andere Meinung zum Thema "Demokratie in Ungarn" haben als was aus deutschen Medien strömt, und eine von ihnen bin ich. Die ung. Regierung wurde demokratisch gewählt, die große Mehrheit steht immer noch hinter ihr, und ist gar nicht soo undemokratisch, wie ich es hier jeden Tag hören muß. Übrigens die jetztige Regierung -im Gegensatz zur letzten- unterstützt die Romas. Schade, daß man in Deutschland den hier lebenden und gut informierten Ungaren kein Wort glaubt...
11.10.2012
12:31 Uhr
3. Herr Mustermann:
von wegen: "erste große Massendemonstration vor 23 Jahren" in Leipzig... Das ist nicht korrekt! Denn die erste Massendemo war am 7.10.12 in Plauen. Es waren zwar keine 70.000 wie in Leipzig vor Ort, aber ca. an die 10.000 waren für eine Stadt wie Plauen auch nicht ohne! Glück Auf!
09.10.2012
20:08 Uhr
2. Politischer Laie Ost seit 1975:
Na bitte, geht doch jetzt der Text! Kann sogar die Jugend was damit anfangen!Zeitzeuge
09.10.2012
19:59 Uhr
1. Günter:
So so, die "Bürgerinitiative Leipziger Korrektiv" hat Proteste gegen einen demokratisch gewählten ungarischen Minister angekündigt. Anführerin dieser sogenannten Bürgerinitiative ist wiedermal die bekannte Dauerdemonstrantin Juliane Nagel von den Linken alias PDS/SED. Das sind genau die Leute, von deren Diktatur wir uns im Herbst 1989 befreien konnten. Interessant ist, welches Podium solchen radikalen Splittergruppen hier geboten wird.
09.10.2012
18:26 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK