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Warnstreiks in den Ferien? : Lokführer und Bahn verhandeln

Der Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn ist am Montag in die nächste Runde gegangen. Bis zum späten Abend verhandelten beide Seiten in Berlin. Bis zum Redaktionsschluss lagen keine Informationen über die Gespräche vor. Am Rande hieß es, die Arbeitgeber hätten ein neues Angebot vorgelegt, Details wurden aber nicht bekannt.

Unmittelbar vor dem Treffen gab sich die GDL optimistisch. Gewerkschaftschef Claus Weselsky sagte bei MDR INFO, er verspüre auf der Seite der Arbeitgeber den Willen, sich zu einigen. Zugleich bekräftigte er noch einmal, dass Streiks nicht ausgeschlossen seien, wenn es zu keiner Einigung komme. Weselsky verwahrte sich in diesem Zusammenhang gegen eine Einmischung von Verkehrsminister Peter Ramsauer. Der CSU-Politiker hatte am Wochenende die Lokführer gewarnt, in der Urlaubszeit zu streiken. Ramsauer sagte dem "Focus", die Kunden, "die am wenigsten dafür können, werden in der Urlaubszeit quasi in Geiselhaft genommen, um Forderungen zu erzwingen". Weselsky erwiderte bei MDR INFO: "Ich verstehe [...] nicht, warum sich der Verkehrsminister in laufende Verhandlungen einhängt." Tarifautonomie heiße, dass die Tarifvertragsparteien autonom agierten.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 21.000 Lokführer sieben Prozent mehr Entgelt bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Weselsky erklärte, der Einstiegsgehalt eines Lokführers betrage 2.340 Euro brutto. Man wolle eine Erhöhung auf 2.500 Euro erreichen. Die Bahn hatte bislang für dieses Jahr ein Plus von 2,5 Prozent angeboten. Mit weiteren Zuschlägen im nächsten Jahr beträgt das Angebot laut Bahn 5,5 Prozent.

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2012, 22:46 Uhr

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