Arbeitskampf der Flugbegleiter : Streiktag beendet - Rund 200 Flüge abgesagt
Die monatelangen Tarifauseinandersetzungen zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft der Flugbegleiter waren am Dienstag gescheitert. Jetzt wurde erstmals gestreikt. Die Gewerkschaft UFO will neben einer Erhöhung der Gehälter durchsetzen, dass keine Leiharbeiter beschäftigt werden und kein Personal ausgelagert wird. Die Lufthansa jedoch verweist auf den Konkurrenzdruck in der Branche.
Der erste Streik der Lufthansa-Flugbegleiter am Frankfurter Flughafen ist am Freitagmittag beendet worden, doch die Auswirkungen waren noch wesentlich länger spürbar. Tausende Passagiere saßen den ganzen Tag über fest. Rund 200 von 360 geplanten 360 Starts und Landungen mussten annulliert worden. Betroffen waren etwa 26.000 Passagiere.
Zunächst sollten in der Hauptsache nur Kurz- und Mittelstrecken betroffen sein. Schließlich blieben so viele Maschinen in Frankfurt am Boden, dass alle Flüge aus Europa nach Frankfurt gestrichen wurden. Ihre Langstrecken wollte die Lufthansa bedienen, doch auch hier gab es Probleme.
Zwischenzeitlich bildeten sich Schlangen an den Umbuchungsschaltern. Der Flughafenbetreiber Fraport verteilte Wasserflaschen und Keksriegel. Dutzende Feldbetten waren für Gestrandete bereit gestellt worden. Reisende innerhalb Deutschlands sollten auf den Zug ausweichen. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther sagte dem Sender n-tv, die UFO-Funktionäre sollten möglichst rasch an den Verhandlungstisch zurückkehren.
UFO-Chef droht mit Ausweitung des Streiks
Der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, sagte MDR INFO, die Teilnahme der Flugbegleiter am Ausstand sei unerwartet hoch. Baublies stellte weitere Aktionen in Aussicht - machte aber noch keine konkreten Ansagen. Falls die Lufthansa kein verbessertes Tarifangebot vorlege, müsse man den Druck erhöhen und weitere Flughäfen dazunehmen.
UFO hatte angekündigt, immer erst sechs Stunden vor Beginn über Ort und Dauer der Streiks zu informieren. Hintergrund sind die gescheiterten Tarifgespräche zwischen UFO und der Lufthansa. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn für die rund 19.000 Stewardessen und Stewards. UFO widersetzt sich aber vor allem den Plänen der Lufthansa, Leiharbeiter einzusetzen und Personal in eine Billigfluglinie auszulagern. Das Unternehmen verweist auf den Konkurrenzdruck und der Notwendigkeit zu sparen. Im ersten Halbjahr hatte Deutschlands größte Airline einen operativen Verlust von 20 Millionen Euro.
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