Gera | Zwickau : Lungenkrebszentrum für Thüringen und Sachsen
In Gera und Zwickau hat das erste gemeinsam Lungenkrebszentrum für Thüringen und Sachsen seine Arbeit aufgenommen. Es bündelt die ärztliche Kompetenz von Spezialisten des Geraer Waldklinikums und der Paracelsus-Klinik Zwickau. Bundesweit gibt es nur vier standortübergreifende Lungenkrebszentren.
Medizinische Leistungen von Diagnostik bis Nachbetreuung
Der Geraer Chefarzt für Thorax- und Gefäßchirurgie, Thomas Lesser, erklärte, das Zentrum garantiere eine erheblich über dem Durchschnitt liegende Kompetenz und Behandlungsqualität. Die Patienten erhielten hier alle medizinischen Leistungen von der Diagnostik über Operation, Strahlen- und Chemotherapie bis hin zur Nachbetreuung. Lungenkrebs gehöre zu den gefährlichsten Krebsarten. Er werde häufig erst in einem sehr späten Stadium entdeckt. Wie Lesser weiter mitteilte, wurde das Zentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.
Jahrzehntelange Erfahrungen mit früheren Wismut-Kumpeln
Die Kliniken in Gera und Zwickau verfügen über jahrzehntelange Erfahrungen als Bergarbeiter-Krankenhäuser im ehemaligen Uranabbau-Gebiet der Wismut. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung wurde seit 1991 in Thüringen und Sachsen bei insgesamt 3.700 ehemaligen Wismut-Mitarbeitern Lungenkrebs diagnostiziert. Allein im vorigen Jahr wurden an beiden Häusern zusammen fast 300 neue Lungenkrebserkrankungen behandelt.
Stichwort Lungenkrebs
Lungenkrebs ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die
dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Als häufigste Ursache
gilt das Rauchen, aber auch radioaktive Gase und Stäube können diese
bösartigen Tumore an der Lunge hervorrufen. Daher sind viele einstige
Bergleute der Wismut, die zu DDR-Zeiten in Sachsen und Thüringen Uran
abbauten, betroffen.



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