Gedenken : Zwickauer erinnern an Neonazi-Mordopfer
In Zwickau haben am Freitagabend rund 1.500 Menschen an die Opfer der Neonazi-Mordserie erinnert. Beim "Appell für Demokratie und Toleranz" sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig während einer Ansprache, rechtsextremistisches Gedankengut dürfe nicht salonfähig werden, rassistische Äußerungen dürften nicht unwidersprochen bleiben. Ulbig forderte Zivilcourage jedes Einzelnen im Alltag. Zudem betonte der CDU-Politiker, dass Zwickau nicht die Keimzelle des Rechtsterrorismus sei.
Namen der Opfer wurden verlesen
Zu der Veranstaltung am Freitag hatten die Stadt Zwickau und der DGB Südwestsachsen eingeladen. Die Namen der Opfer, acht türkischstämmige und ein griechischer Kleinunternehmer sowie eine Polizistin, wurden auf der Veranstaltung verlesen. Anschließend verharrten die Teilnehmer in einer Schweigeminute. Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hatten ihre Teilnahme aus Termingründen abgesagt. Wulff hat inzwischen eine Gedenkfeier mit Angehörigen der Mordopfer für Februar angekündigt.
Zwickauer Gruppe wird Mordserie angelastet
Die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" um Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wird für die Mordserie an den neun Geschäftsleuten zwischen 2000 und 2006 verantwortlich gemacht. Auch der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn wird dem rechtsextremen Trio angelastet. Außerdem soll die NSU für den Nagelbomben-Anschlag in der Kölner Innenstadt 2004 verantwortlich sein. Die Rechtsradikalen hatten über Jahre in einem Haus in Zwickau gelebt. Sie wurden dort weder von der Polizei noch von den Geheimdiensten entdeckt.
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