Mali-Konflikt : Malisch-französische Truppen in Timbuktu
In Mali haben die Armee und französische Truppen die historische Wüstenstadt Timbuktu vollständig eingenommen. Das teilten am Montagabend eine Sprecher der malischen Armee und der Bügermeister der Stadt mit. Timbuktu war bislang eine der Hochburgen der Islamisten, die den Norden des Landes im vorigen Jahr unter ihre Kontrolle gebrachtn haben.
Vorausgegangen war in der Nacht eine Boden- und Luftoffensive gegen die Islamisten. Nach Angaben der französischen Armee wurden die malischen Soldaten durch Jagdflugzeuge sowie Hubschrauber unterstützt. Auf der Flucht sollen die Islamisten eine wichtige Bibliothek mit historischen Dokumenten in Brand gesetzt haben. Sie hatten im vorigen Jahr mehrere Kunstschätze in der Wüstenstadt zerstört und damit weltweit für Empörung gesorgt. Die jahrhundertealten Friedhöfe und Mausoleen in Timbuktu gehören seit 1988 zum Weltkulturerbe der Unesco.
Die Franzosen kämpfen seit mehr als zwei Wochen an der Seite von malischen Streitkräften gegen islamistische Extremisten im Norden des westafrikanischen Landes. Am Wochenende hatten die Truppen bereits die wichtige Stadt Gao erobert. Deutschland beteiligt sich an der internationalen Mali-Mission mit zwei Transportflugzeugen und will Militärausbilder in das westafrikanische Land schicken.
Der Konflikt in Mali
Nach einem Putsch von Teilen der malischen Armee nutzten islamistische Gruppen im März 2012 die Verwirrung aus und übernahmen die Kontrolle in den drei Nordprovinzen. Sie entmachteten Präsident Toumani, riefen einen eigenen Staat aus und führten das muslimische Rechtssystem Scharia ein. Der Süden steht seitdem unter der Kontrolle des Übergangspräsidenten Traoré. Später verbündeten sich islamistische Gruppen ündeten sich und drangen Richtung Süden vor und eroberten die strategisch wichtige Stadt Konna. Nach einem Hilferuf von Traoré griff Frankreich am 11. Januar militärisch ein. Der UN-Sicherheitsrat billigte einen internationalen Militäreinsatz unter Führung der der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.
Warum Frankreich in Mali kämpft?
Mali war von 1893 bis 1960 französische Kolonie. Frankreich hat bis heute enge Verbindungen zu dem westafrikanischen Wüstenstaat und starke wirtschaftliche Interessen in der Region - vor allem, was Rohstoffe angeht. Außerdem hatten die französischen Streitkräfte ohnehin schon 6.000 Soldaten in der Region stationiert - darunter viele Fremdenlegionäre. So konnte Paris schnell eingreifen.



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