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Bernburg : Ausbrecher aus Maßregelvollzug nach kurzer Flucht gestellt

Aus dem Maßregelvollzug in Bernburg sind am Mittwochmorgen drei Straftäter geflüchtet. Wie Sozialministerium und Polizei mitteilten, konnten sie jedoch nach kurzer Zeit wieder gefasst werden.

Laut Polizei hatten die drei Männer im Alter von 26, 27 und 29 Jahren am frühen Morgen die Fenster in ihren Zimmern ausgehebelt und die Sicherungsgitter entfernt. Zwei der Männer seilten sich aus dem Gebäude ab und versuchten, nach ihrer zunächst erfolgreichen Flucht anschließend ein Auto zu stehlen. Der dritte Patient wollte ein Boot rauben, um über die Saale zu kommen. Zwei der drei Männer waren wegen Diebstahl verurteilt worden, der dritte wegen räuberischer Erpressung.

Die gemeinnützige Salus GmbH als Betreiberin der Klinik muss nun einen Bericht zur Flucht erstellen. Der Sprecher des Sozialministeriums, Holger Paech sagte, dabei müsse auch geklärt werden, wieso die Gitter nicht ausreichend sicher waren.

29 flüchtige Straftäter in einem Jahr

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Patienten aus dem Maßregelvollzug in Sachsen-Anhalt entwichen - allerdings war die Zahl zuletzt rückläufig. Im vergangenen Jahr waren es 29, in diesem Jahr einschließlich der jüngsten Ausbrüche zehn Fälle. Meist handelt es sich aber bei den Entweichungen um Fälle, wo Patienten einen Ausgang zur Flucht nutzen oder zu spät wieder zurückkehren.

Hintergrund: Zweifel am Maßregelvollzug in Bernburg

Der Maßregelvollzug in Bernburg ist häufig in den Schlagzeilen, weil es verurteilten, aber suchtkranken Straftätern scheinbar mühlos gelingt zu fliehen. Warum sich gerade hier die Fälle häufen ist unklar. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2012, 18:05 Uhr

3. Thorn:
Man sollte doch mal Nägel mit Köpfen machen. Entweder Sicherheitsvorkehrungen verschärfen (Gibt es eben z.B. kein Ausgang mehr) oder den Laden dichtmachen.
04.10.2012
04:38 Uhr
2. Ein Wolfner:
Deutschland live, einfach Klasse wie das geht.
03.10.2012
17:59 Uhr
1. F.Rödiger / Dessau:
Wer das Gelände in der "[...] Bernburg" kennt weiß auch genau, dass dort die Sicherheit sehr mangelhaft ist. Zwar sind die Gebäude einzeln abgesichert aber man gelangt mühelos und fast ohne Kontrollen auf das doch sehr weiträumig verteilte Gelände. Als Besucher ein Fahrrad mitzuführen ist keine große Sache und der Zugang von der Saaleseite aus geht sogar ohne Kontrolle. So lange sich da nichts ändert wird immer wieder jemand einen "Ausflug" wagen, zumal die Insassen nicht alle einen "an der Klapper" haben, gerade bei Suchtpatienten. Es gibt sogar "sogenannte Liebeszellen" wo der Familienplanung nachgegeangen werden darf weil dieses ja bei länger einsitzenden Patienten wohl auch sein muss. Es läuft eben alles unter der Rubrik "Resozialisierung" und kostet dem Steuerzahler sehr viel Kohle, manchmal auch viele Nerven wenn mal wieder Einer "ungesiebte Luft" schnappen will. [Löschung eines verletzenden Wortes - MDR.DE_Redaktion]
03.10.2012
16:37 Uhr

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Maßregelvollzug Bernburg

Im Bernburger Maßregelvollzug sitzen derzeit rund 180 Patienten ein. Sie sind zu Haftstrafen verurteilt, müssen diese aber nicht in einem Gefängnis verbüßen, weil sie wegen einer Sucht oder aus anderen gesundheitlichen Gründen als schuldunfähig oder als nur vermindert schuldfähig gelten. Sie sollen in der Klinik behandelt werden und sich in Therapien mit ihren Taten auseinandersetzen.

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