Neujahrsansprache 2012 : Merkel erwartet schwieriges Jahr
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Deutschen in ihrer Neujahrsansprache zu mehr Zuversicht aufgerufen. "Deutschland geht es gut", sagte Merkel, "auch wenn das nächste Jahr ohne Zweifel schwieriger wird".
Die CDU-Politikerin warb vor allem um Vertrauen in Europa und den Euro. Es sollte nicht vergessen werden, dass ein vereinigtes Europa "über ein halbes Jahrhundert Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie" gebracht habe und "die friedliche Vereinigung unseres Kontinents" ein historisches Geschenk insbesondere für die Deutschen sei.
Zugleich stimmte Merkel auf härtere Zeiten ein. Europa befinde sich in der "schwersten Bewährungsprobe seit Jahrzehnten". Der Weg daraus werde wohl lang sein und nicht ohne Rückschläge, doch am Ende werde Europa stärker aus dieser Krise hervorgehen, zeigte sich die Kanzlerin überzeugt. Die Bürger könnten darauf vertrauen, "dass ich alles daran setze, den Euro zu stärken", versicherte Merkel. Sie wisse, dass sich viele Bundesbürger nun Gedanken um die Sicherheit der Währung machten. Der vor zehn Jahren eingeführte Euro habe sich jedoch bewährt, "unseren Alltag einfacher und unsere Wirtschaft stärker gemacht" und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 Schlimmeres verhindert.
Um die gemeinsame Währung zu stärken, müssten nun die Lehren aus Fehlern der Vergangenheit gezogen werden. Dazu gehöre es, in Europa enger als bisher zusammenzuarbeiten.
Angesichts der im Herbst aufgedeckten rechtsextremistischen Mordserie rief Merkel die Bürger zu Wachsamkeit und Zivilcourage auf. Es sei eine Pflicht und "Daueraufgabe" auch der Politik, "die Werte unserer offenen und freiheitlichen Gesellschaft entschlossen zu verteidigen - jederzeit und gegen jede Form von Gewalt". Das verursachte Leid könne nicht wieder gut gemacht werden. Doch den Angehörigen der Opfer "und uns gemeinsam sind wir es schuldig, die Taten umfassend aufzuklären und alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen".
Die Kanzlerin appellierte zudem an die Bürger, an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. An dem von ihr gestarteten Zukunftsdialog mit mehr als hundert Experten könnten sich ab Februar alle beteiligen, im Internet diskutieren und ihre Vorschläge einbringen.
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