Wohnraum wird immer teurer : Dresden legt neuen Mietspiegel vor
Die große Nachfrage nach Wohnraum in Dresden lässt die Mieten deutlich steigen. Das geht aus dem Mietspiegel hervor, den die Stadt Dresden am Freitag vorgestellt hat. Demnach ist die Netto-Kaltmiete in den vergangenen zwei Jahren um durchschnittlich 4,6 Prozent gestiegen. Pro Quadratmeter Wohnfläche müssen Mieter in Dresden im Durchschnitt 5,46 Euro bezahlen. In Gründerzeitbauten gab es sogar Steigerungen von rund sieben Prozent. Dort werden bis 7,37 pro Quadratmeter verlangt. In Plattenbauten lag die Teuerungsrate bei zwei Prozent.
Hohe Ausstattung immer wichtiger
Sozialbürgermeister Martin Seidel sagte, die durchschnittlich höchsten Mieten werden für sehr gut ausgestattete große Wohnungen in nach 1990 gebauten Gebäuden gezahlt. "Die Ergebnisse der Untersuchung haben auch gezeigt, dass Wohnungen in den Ausstattungsklassen 4 bis 6 am Dresdner Wohnungsmarkt überwiegen. Merkmale wie ein zeitgemäßes Bad, Balkon, zeitgemäße Küche oder hochwertige Fußböden haben weiter an Bedeutung gewonnen."
Wie die Vertreter des Mietervereins Dresden erklärten, ist die Anhebung der Durchschnittsmieten die höchste, seit es den Dresdner Mietspiegel gibt. "Zuletzt gab es in fünf Jahren eine Steigerung um fünf Prozent", sagte Mathias Wagner. "Und nun sind es in zwei Jahren 4,6 Prozent."
| Merkmal für hohe, moderne Ausstattung | trifft in Dresden zu (in %) |
|---|---|
| Bad | 86 |
| Sammelheizung | 98 |
| Fenster | 94 |
| Außenwandwärmedämmung | 77 |
| Elektroinstallation | 93 |
| Küche | 40 |
| Balkon/Loggia/Terrasse | 72 |
| Sonderausstattung (z.B. Fußböden) | 10 |
Wenig Leerstand, hohe Preise
Mit der Erhebung des Mietspiegels wurde das Chemnitzer Marktforschungsinstitut Chempirica beauftragt. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters, Ulrich Weiser, wurden 3.187 Fälle für die Berechung des Mietspiegels berücksichtigt. Davon entfielen 1.154 Fälle auf die Datenabfrage bei Wohnungsunternehmen. Laut Weiser ist Dresden unter den drei Großstädten in Sachsen die teuerste, was die Mietpreise angeht. Das rühre daher, dass die Städte Chemnitz und Leipzig einen deutlich höheren Leerstand zu verkraften haben. "Dort, wo viel Leerstand existiert, sind die Mieten am günstigsten", erklärt Weiser. Der Durchschnittspreis in Chemnitz liegt bei 4,70 Euro.
Vergleicht man dagegen die Dresdner Preise bundesweit, liegt die sächsische Landeshauptstadt weiter im unteren Bereich, betonte Weiser. In Berlin und Hamburg beispielsweise werden sieben bis acht Euro je Quadratmeter verlangt, in München sogar bis zu zehn Euro.
Mietspiegel
Der Mietspiegel gibt eine Übersicht über die gezahlten Mieten in einer Stadt. Mit ihm wird die sogenannte "ortsübliche Vergleichsmiete im freifinanzierten Wohnungsbestand" ausgewiesen. Dieser rechtlich fest stehende Begriff dient zur Begrenzung von Mieterhöhungen. Bei Neuvertragsmieten gilt die ortsübliche Vergleichsmiete als Orientierungswert.
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