Landkreis Stendal : Milzbrand in Rinderherde ausgebrochen
In einer Rinderherde im Landkreis Stendal ist Milzbrand ausgebrochen. Wie das Agrarministerium am Donnerstag in Magdeburg mitteilte, sind in der Mutterkuh-Herde bisher sieben Tiere an der Infektionskrankheit verendet. Eine Diagnose sei bereits vom Friedrich-Löffler-Institut in Jena bestätigt worden. Daraufhin habe der zuständige Landkreis Stendal alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehörten die Sperre des Bestandes und das Handelsverbot.
Zwei tote Tiere in der Elbe
Wie das Ministerium weiter mitteilte, trieben zwei der verendeten Tiere in der Elbe. Ein Tier wurde im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg gefunden. Das andere wurde am Abend am brandenburgischen Elbufer gegenüber dem niedersächsischen Ortes Schnackenburg entdeckt. Wie sie in den Fluss gelangten, sei noch unklar.
Verseuchte Weide womöglich Infektionsherd
Milzbrand wurde das letzte Mal 2009 in Bayern nachgewiesen. Nach Angaben des Ministeriums ist die Herkunft der Erreger noch unklar. Derzeit werde geprüft, wer Kontakt zu den Tieren hatte. Außerdem werde untersucht, woher die Erreger stammen könnten. Im Visier sei eine Weidefläche, auf der in der Vergangenheit möglicherweise verendete Tiere vergraben wurden.
Die Krankheit Milzbrand (Anthrax) wird durch Bakterien ausgelöst. Sie befällt meist Paarhufer wie Ziegen, Schafe, Rinder, aber auch Pferde und andere Tiere. Der Erreger ist ein sporenbildendes Stäbchenbakterium. Die Sporen können unter Umständen Jahrzehnte überleben. Auch Menschen, die hohen Dosen der Milzbrandsporen ausgesetzt sind, können befallen werden. Zu Risikogruppen gehören Bauern, Tiermediziner und Schlachthofmitarbeiter. Symptome sind je nach Art der Erkrankung Ausschlag, Husten, Fieber oder Durchfall. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch kam bisher nicht vor. Falls der Milzbrand rechtzeitig erkannt wird, kann er mit Antibiotika bekämpft werden. Im schlimmsten Fall führt er zum Tod.
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