Verkehr : Lkw-Maut auf Bundesstraßen gestartet
Die Lkw-Maut in Deutschland ist ausgedehnt worden. Rund sieben Jahre nach ihrer Einführung auf den Bundesautobahnen ist sie auf gut ausgebaute Bundesstraßen ausgeweitet worden. Seit Mittwoch, 0.00 Uhr, sind die Bundesstraßen mautpflichtig, die vierspurig ausgebaut und an Autobahnen angebunden sind. Insgesamt sind damit 1.135 der rund 40.000 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig.
100 Millionen Euro pro Jahr
Mit der Ausweitung der Lkw-Maut auf die Bundesstraßen soll das Umfahren der Autobahnen auf den gut ausgebauten Bundesstraßen vermieden werden. Über den zunehmenden Lkw-Verkehr auf den betroffenen Strecken hatten sich bundesweit Anwohner beklagt. Die Maut beträgt, wie auch auf der Autobahn, rund 17 Cent pro Kilometer. Damit sollen jährlich rund 100 Millionen Euro eingenommen werden, die dann dem Straßenbau zugutekommen. Die Einnahmen aus der Autobahnmaut betrugen zuletzt rund 4,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Speditionsverband: Ausdehnung bringt neuen Ausweichverkehr
Kritik an der Ausdehnung gibt es vom Verband Spedition und Logistik. Dessen Sprecher Rüdiger Ostrowski sagte, die Ausdehung dämme den Ausweichverkehr nicht ein, sondern produziere nur weitere Ausweichverkehre, weil sich Spediteure nun eben andere mautfreie Bundesstraßen suchen würden. Dort, wo ein Ausweichen nicht möglich sei, würden die Spediteure die Mehrkosten an ihre Auftraggeber weitergeben. Im Endeffekt würden die Kosten in den Preisen der Produkte landen.
Diskussion um weitere Ausdehnung
Angesichts der Ausdehnung ist die Diskussion über weitere Schritte wieder aufgeflammt. So will die SPD prüfen, ob ab der kommenden Legislaturperiode ab 2013 alle Bundesstraßen einbezogen werden können. Der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Sören Bartol, sagte, Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Systemkosten niedrig blieben und die Einnahmen in die Infrastruktur flössen. Auch der Verkehrsclub Deutschland und der Städte- und Gemeindebund haben sich dafür ausgesprochen, dass Lkws auf allen Straßen eine Benutzungsgebühr zahlen sollten.
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Maut
"Maut" stammt vom gotischen mota und bedeutet Zoll. Der Bau und Erhalt von Wegen und Brücken kostete Geld und Arbeit, was mit der Maut als Nutzungsgebühr abgezahlt werden sollte.
Die Idee der Maut geht auf germanische Stämme zurück: Während die Römer ihre Straßen durch Steuern finanzierten, die Anwohner der jeweiligen Straße regelmäßig zu entrichten hatten, verlangten die Germanen Abgaben von allen Reisenden, die ihre Wege benutzen wollten.
Dieser so genannte Wegzoll setzte sich im Mittelalter als allgemein akzeptierte Form der Straßenfinanzierung durch. In der Neuzeit wurde der Wegzoll in Europa Stück für Stück abgeschafft, da die vielen Abgaben den freien Handel behinderten. Seit den 1950er-Jahren gibt es wieder Mautgebühren in europäischen Ländern. Zum einen sollen damit die Kosten der Straßeninstandhaltung gedeckt werden, zum anderen lässt sich mit den Gebühren die Verkehrsdichte (z.B. in Innenstädten) steuern.





