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Region Leipzig : NPD-Kader kommen über Reservistenverband an Waffenbesitzkarten

Mehrere sächsische NPD-Kader sind offenbar über eine Mitgliedschaft im Reservistenverband der Bundeswehr an Waffenbesitzkarten gelangt. Sie sollen zudem auch an Schießübungen des Verbandes im Raum Leipzig teilgenommen haben. Verbands-Vizepräsident Michael Sauer bestätigte dem MDR entsprechende Berichte der Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz und des Internetportals "Gamma". Nach seinen Worten handelt es sich um den NPD-Landtagsabgeordneten Winfried Petzold, den Leipziger NPD-Chef und Landesvorstands-Mitglied Helmut Herrmann sowie den Kreisrat mit NPD-Mandat Gerd Fritzsche (Kreis Leipziger Land). Sauer bestätigte, dass zwei der NPD-Mitglieder im Besitz von Schusswaffen sind. Dabei soll es sich um ein Kleinkalibergewehr und eine Pistole handeln.

"Zertifikat der Zuverlässigkeit"

Nach Angaben von Sauer wird eine Mitgliedschaft im Reservistenverband bei den für die Ausstellung der Waffenbesitzkarten zuständigen Ordnungsämtern "als Zertifikat der Zuverlässigkeit" betrachtet. Die Reservistenkameradschaft sei schließlich auch ein "schießsportlicher Verein", in dem der sachkundige Umgang mit Schusswaffen geübt werde. Das Leipziger Ordnungsamt bestätigte dem MDR, dass an NPD-Funktionäre Erlaubnisse zum Waffenbesitz ausgegeben wurden.

Keine Möglichkeit des Rauswurfs

Der NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold
Winfried Petzold ist Ehrenvorsitzender der sächsischen NPD - und Hobby-Schütze

Von der NPD-Mitgliedschaft beziehungsweise NPD-Nähe von Petzold, Herrmann und Fritzsche habe der Verband jedoch erst jetzt erfahren, sagte Sauer. "Die waren auch auf unseren Veranstaltungen völlig unauffällig und haben dort keine Propaganda verbreitet." Die Möglichkeit des Rauswurfs bestehe nur, wenn den NPD-Leuten Straftaten nachgewiesen würden, doch dies sei nicht der Fall. Der Reservistenverband habe in mehreren ähnlich gelagerten Fällen dennoch versucht, die Mitgliedschaft aufzulösen, sei damit aber regelmäßig vor Gericht gescheitert. "Es ärgert uns, dass diese braunen Kameraden bei uns sind, aber dem Verband sind weitgehend die Hände gebunden", sagte Sauer dem MDR.

Staatsanwaltschaft: Keine Ermittlungen

Ein Sprecher der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft in Dresden sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, dass es gegenwärtig auch keinen Ansatz für strafrechtliche Ermittlungen gebe. Wenn die NPD-Mitglieder über gültige Waffenbesitzkarten verfügten, sei auch der Besitz der Waffen nicht strafbar, erklärte der Behördensprecher.

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2011, 15:41 Uhr

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