Ein Bild mit den Logos der Parteien  CDU, SPD, Die Linke, Grüne, AfD und FDP
Bildrechte: Colourbox.de/ CDU, SPD, Die Linke, Grüne, AfD und FDP

AfD im Umfrage-Hoch Wer wählt die AfD wirklich?

Die Partei Alternative für Deutschland hat kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ein Umfragehoch. In Sachsen-Anhalt klettert sie in Richtung 20 Prozentmarke und auch im Westen könnte sie zweistellige Ergebnisse erreichen. Doch von welchen Parteien zieht sie ihre Wähler?

von André Seifert, MDR INFO

Ein Bild mit den Logos der Parteien  CDU, SPD, Die Linke, Grüne, AfD und FDP
Bildrechte: Colourbox.de/ CDU, SPD, Die Linke, Grüne, AfD und FDP

Die Alternative für Deutschland ist eine Einthemenpartei, sagt der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Everhard Holtmann von der Uni Halle. Ihr Thema lautet Fremdenangst. Wer Flüchtlinge und Überfremdung fürchtet, werde zum AfD-Wähler. "Es ist in hohem Maße ein Protestmotiv. Ein Protestmotiv, dass sich daraus speist, dass die etablierte Politik für diese Menschen den Eindruck erweckt, dass es in der Behandlung der Flüchtlingsfrage im Grunde genommen ein Politikversagen gibt. Das ist der Kern, des Protestes, aus dem sich der derzeitige Höhenflug der AfD speist," so Everhard Holtmann. Vor allem ziehe die "Alternative für Deutschland" Nichtwähler an, erklären Meinungsforscher aus Instituten wie Forsa oder Emnid im Interview mit MDR INFO.

Ihre Untersuchungen zeigen aber auch, dass viele Wähler der etablierten Parteien mit der AfD liebäugeln. Selbst in der Partei die Linke - obwohl das die Parteivorsitzende Katja Kipping heute früh im Interview auf MDR INFO zurückwies: "Das stimmt nicht. Was wir als Erkenntnis haben, ist dass ein großer Teil der AfD-Wähler sich aus ehemaligen Unionswählern speist und natürlich aus Nichtwählenden. Insofern ärgert mich immer ein bisschen die Darstellung, als ob das jetzt die Wähler der Linken wären, die in Heerscharen zur AfD gehen." 

Rechten Rand gibt es in nahezu jeder Partei

In der Tat gibt es aber in fast jeder etablierten Partei einen rechten Wählerrand, erklärt Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut Forsa.   Nur bei den Grünen existiere er fast nicht. In der SPD sei der rechte Rand etwas kleiner, in der Union wiederum etwas größer. Und auch in der Partei "Die Linke" seien viele Wähler bereit, der AfD ihre Stimme zu geben, so Manfred Güllner: "Weil sich irgendwo der Kreis schließt zwischen Links und Rechts und wenn eine bestimmte Enttäuschung da ist und sich subjektiv benachteiligt fühlt, dann ist der Sprung von Links nach Rechts also kein Sprung, sondern ein fließender Übergang."

Auch Politikwissenschaftler Everhard Holtmann von der Uni Halle sieht bei der Linkspartei ein Wählerpotential für die AfD. Weitere Umfragen zeigen übrigens, dass es einen typischen AfD-Wähler gibt. Und der ist meist männlich, schon etwas älter und kommt überwiegend aus den ländlichen Regionen Ostdeutschlands. 

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2016, 17:35 Uhr