Außenministerium des Königreichs Schweden in Stockholm
Im Pressezentrum des Schwedischen Außenministeriums in Stockholm werden die "Alternativen Nobelpreise" jedes Jahr Ende September bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet im Dezember im Schwedischen Reichstag statt. Bildrechte: IMAGO

Stockholm Alternativer Nobelpreis ehrt mutige Kämpfer für Menschenrechte

Ein Anwalt, der einen Umweltskandal in den USA aufdeckt, ein Kämpfer gegen Sklaverei in Indien, der Einsatz für Behinderte in Afrika und die Aufdeckung von Regierungskriminalität in Aserbaidschan. Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an besonders mutige Kämpfer für Menschenrechte.

Außenministerium des Königreichs Schweden in Stockholm
Im Pressezentrum des Schwedischen Außenministeriums in Stockholm werden die "Alternativen Nobelpreise" jedes Jahr Ende September bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet im Dezember im Schwedischen Reichstag statt. Bildrechte: IMAGO

Der sogenannte Alternative Nobelpreis ehrt in diesem Jahr vier unermüdliche Kämpfer für die Schwächsten in der Gesellschaft. Wie die Right Livelihood Award Stiftung am Dienstag in Stockholm mitteilte, geht die mit je rund 105.000 Euro dotierte Auszeichnung an den Inder Colin Gonsalves, die Aserbaidschanerin Khadija Ismayilova und die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie. Der US-Amerikaner Robert Bilott erhält den undotierten Ehrenpreis.

Trinkwasserverseuchung aufgedeckt

Der Umweltrechtler Robert Bilott wird geehrt "für die Aufdeckung einer über Jahrzehnte andauernden chemischen Umweltverschmutzung, das Erreichen von Entschädigung für deren Opfer und seinen Einsatz für eine effektivere Regulierung gefährlicher Chemikalien", erklärte die Stiftung. Bilott hatte in einem 19 Jahre dauernden Rechtsstreit 70.000 Anwohner vertreten, deren Trinkwasser chemisch verseucht worden war.

"Recht auf Nahrung"

Der indische Menschenrechtsanwalt Colin Gonsalves erhält den Preis, weil er seit drei Jahrzehnten moderne Sklaven, Slumbewohner, Frauen und Arme verteidigt. Das von Gonsalves gegründete Menschenrechtsnetzwerk HRLN erstritt unter anderem ein "Recht auf Nahrung", was das Leben von 400 Millionen Menschen verbesserte.

Kampf für Behinderte und gegen Korruption

Die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie erhält den Preis, weil sie sich seit Jahren für Menschen mit Behinderung in Afrika und weltweit engagiert.

Die investigative Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan bekommt den Preis "für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken", die sie auch ins Gefängnis brachte.

Kelly, Lindgreen, Snowden

Die als "Alternative Nobelpreise" bezeichneten Right Livelihood Awards werden seit fast 40 Jahren in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben.

Zu den Preisträgern gehörten in der Vergangenheit unter anderem prominente Persönlichkeiten wie die deutsche Grünen-Politikerin und Friedensaktivistin Petra Kelly (1981), die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgreen, die 1994 den Ehrenpreis für ihren Einsatz für Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und das Verständnis von Minderheiten erhielt, sowie US-Whistleblower Edward Snowden (2014).

Die Auszeichnung wurde 1980 von dem Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet. Der Journalist kritisierte damals die Kategorien des eigentlichen Nobelpreises. Die Auszeichnung ist mit insgesamt drei Millionen Schwedischen Kronen dotiert, das sind momentan rund 314.500 Euro.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 26.09.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2017, 12:40 Uhr

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2 Kommentare

26.09.2017 18:49 PeterPlys 2

@1 Wachtmeister Dimpfelmoser
Sie wissen selber, was Sie hier für einen Quatsch schreiben ? Astrid Lindgren hat sehr humanistische Kinderbücher geschrieben, der Sprachgebrauch war der ihrer Zeit. Sie hat später geäußert, dass sie bestimmte Wörter nicht mehr verwenden würde.
"Mohrenkopf" sagen wir ja auch nicht mehr - das ist auch richtig so. Sprache und Gepflogenheiten ändern sich...

26.09.2017 15:01 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

Astrid Lindgreen würde ich den Preis postum wieder aberkennen. Sie schreibt in "Pippi Langstrumpf" etwas von einem 'Negerkönig'.