EU-Austritt London teilt Datum für Brexit-Antrag mit

Der Schritt ist seit langer Zeit erwartet worden. Nun hat sich die Regierung in London entschieden, wann sie den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union offiziell beantragen will. Es soll in Kürze geschehen.

Die britische Regierung will den Brexit am 29. März bei der EU beantragen. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in London mit. Die britische Regierung werde dann den Antrag zum Austritt aus der EU gemäß Artikel 50 des Lissabon-Vertrags stellen, hieß es.

Britischer Gesandter informiert EU

Den Angaben zufolge wurde die Europäische Union durch den britischen Gesandten in Brüssel, Tim Barrow, über den Termin informiert. Damit wird der seit Monaten erwartete Schritt erst nach dem EU-Jubiläumsgipfel am Wochenende in Rom und kurz vor Ablauf der Frist unternommen.

Die Briten hatten sich im Juni mit einer knappen Mehrheit für einen Austritt aus der Staatengemeinschaft ausgesprochen. Für die Austrittsverhandlungen sind zwei Jahre vorgesehen.

Das Vereinigte Königreich war 1973 dem Vorläufer der EU beigetreten. Es wird nun der erste europäische Staat sein, der die EU wieder verlässt.

EU bereit für Londoner Austrittsgesuch

Ein Sprecher der Brüsseler EU-Kommission erklärte nach der Ankündigung der britischen Regierung, man sei bereit, die Verhandlungen aufzunehmen. Man warte auf den Brief.

EU-Ratspräsident Donald Tusk meldete sich via Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. Dort schrieb er, er werde nach dem Antrag binnen 48 Stunden erste Entwürfe von Verhandlungsleitlinien an die übrigen EU-Staaten verschicken. Diese müssten dann bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs angenommen werden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 20.03.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 18:23 Uhr

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15 Kommentare

22.03.2017 13:18 wirtz 15

was sie ohne die EU verlieren könnten.Und was Sie verloren haben durch dreckigen Teuro Raub das will wieder keiner wissen vorallen Die die 1:1 und mehr bekommen oder die Stasiseilschaft

22.03.2017 09:06 Fred Ho 14

@Klaus, die Leser der Mainstreampresse mögen glauben, dass es durch den EU Austritt der Briten zu Problemen auf der Insel kommen wird. Durchaus ist das teilweise sogar richtig.
Bezogen auf die Probleme die die EU hat und die flutartigen Probleme die da noch kommen, stellt sich die Frage, wer den hier das Crashtest-Dummy ist?
Die EU ist ein reines Machtinstrument zur flächendeckenden Beeinflussung, mehr nicht. Lobbyismus ist durch so ein System erst möglich. Entscheidungen zum Wohle der in Europa lebenden Menschen ist gleich Fehlanzeige. Besonders schöne propagandistische Schachzüge sind die, bei denen vermeintliche unliebsamme Entscheidungen als gut und alternativlos dargestellt werden.

21.03.2017 22:33 007 13

Hach-ja ich beneide die Engländer jetzt schon. Ich weiß nicht genau wer der nächste Aussteiger ist. Italien, Frankreich, Griechenland oder Dänemark? Phoa das wird spannend Freunde, wie beim Mensch ärger dich nicht. Aber ich glaub bei dem Letzten Land, dem Loser bin ich mir sicher ...

21.03.2017 18:25 Klaus 12

{ ralf meier 9 ... Immer mehr begreifen und fangen an, sich zu wehren. }
Ja, die Populisten sind auf dem Rückzug und ich wüsste nicht gegen was ich mich sonst wehren sollte. Ich bin zufrieden und die Wirtschaft brummt. Was will man mehr, die Welt in Europa ist schön.

21.03.2017 17:13 Peter 11

Der Brexit, aber auch der blonde Wüterich jeneseits vom großen Teich haben auch was Gutes.
Europa ist zusammengerückt und die Menschen denken nun auch mal nach, was sie ohne die EU verlieren könnten.

21.03.2017 16:36 PeterPlys 10

Das wird noch interessant. Besonders, was Schottland und Nordirland betrifft.
Oder wenn sie in 10-15 Jahren wieder in die EU wollen, weil die Bevölkerung die Nachteile des Austritts bezahlen darf...

21.03.2017 16:21 ralf meier 9

@21.03.2017 15:39 Klaus, hallo, ja, es hätte nicht so weit kommen müssen. Aber wie charakterisierte doch Herr Junker mal so treffend das Demokratieverständnis der Eurokraten "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." Quelle: Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999. Immer mehr begreifen und fangen an, sich zu wehren.

21.03.2017 15:39 Klaus 8

{ ralf meier 7 }
Es musste nicht so weit kommen, aber sehen wir mal wie das Experiment läuft. Es ist immer gut, wenn man nur Zuschauer ist und kein Crashtest-Dummy. :-)

21.03.2017 13:47 ralf meier 7

und da gibt es doch immer noch Leute, diebehaupten, die europafeindliche Politik der EU wäre alternativlos. Bei allem Unwohlsein, daß es so weit kommen mußte, ist die Entscheidung der Briten vernünftig und bis auf weiteres tatsächlich für jeden, der Europa und seine vielfältige Kultur liebt und erhalten wissen möchte alternativlos.

21.03.2017 11:54 Klaus 6

{ Wirtz 4 }
Wer auf Sparbücher setzt, der kann wirklich nicht besonders schlau sein.