Panzergrenadiere der Bundeswehr
Panzergrenadiere der Bundeswehr Bildrechte: dpa

Verstärkung der Nato-Ostgrenze 500 Bundeswehrsoldaten nach Litauen verabschiedet

Die Nato rüstet im östlichen Bündnisgebiet auf. Die Bundeswehr ist mit 500 Soldaten  und Panzern in Litauen dabei - nicht weit von der russischen Grenze. Insgesamt schickt die Nato 4.000 Mann an ihre Ostgrenze. Ex-Nato-General Kujat sieht die Verstärkung der Nato-Ostgrenze als Signal der Abschreckung an Russland. Man müsse jedoch parallel den Dialog suchen.

Panzergrenadiere der Bundeswehr
Panzergrenadiere der Bundeswehr Bildrechte: dpa

Die ersten Bundeswehrsoldaten ziehen zur Abschreckung Russlands an die Nato-Ostgrenze. 500 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122  wurden im bayerischen Oberviechtach feierlich verabschiedet. Die Panzergrenadiere werden nach Litauen verlegt.

Im Auftrag der Nato sollen bis Ende Februar auch 26 Panzer – darunter Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 und Marder-Schützenpanzer – sowie 170 weitere militärische Fahrzeuge in der Ex-Sowjetrepublik stationiert werden, nur 100 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt.

Litauen-Mission unter deutschem Kommando

Deutschland wird den Truppenverband in Litauen anführen. Dazu gehören auch Verbände aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Die Panzer sollen mit der Bahn durch Polen nach Litauen gebracht werden.

Kampfpanzer vom Typ Leopard II und Schützenpanzer Marder (r) der Bundeswehr stehen (Archivbild vom 26.2.1999) auf der Ro-Ro-Anlage des Amerikahafens in Cuxhaven zur Verladung für den Kosovo bereit.
Leopard II (li.) und Marder (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Verstärkung der Nato-Ostflanke ist eine Reaktion auf Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt. Die Nato hatte bei ihrem Gipfel im Sommer die Entsendung von je etwa 1.000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Die östlichen Bündnispartner fürchten seit der Annexion der Krim durch Russland 2014 um ihre Sicherheit.

Kujat: Weiter Gespräch mit Moskau suchen

Ex-Nato-General Harald Kujat bewertet hat die Verlegung von Nato-Truppen ins Baltikum als politisches Signal. Kujat sagte dem MDR, im Vordergrund stehe die Solidarität mit den östlichen Partnern. Im Grundsatz diene die Truppenverlegung der Friedenssicherung, da sie abschrecke. Kujat räumte aber das Risiko von Missverständnissen und Überreaktionen ein. Deshalb müsse die Nato auch weiter den Dialog mit Russland suchen.

Im Bundestag wurde der Nato-Einsatz von der Koalition und den Grünen unterstützt. Es gehe um den Zusammenhalt Europas innerhalb der Nato, sagte der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. Wer dabei von Aufrüstung rede, mache aus einer Mücke einen Elefanten.

Die Linke warf der Nato aggressives Verhalten und eine Eskalation mit Russland vor. Hochrangige Militärs des westlichen Verteidigungsbündnisses rechnen damit, dass der Kreml auf die Truppenverlegung reagieren werde. So könnten "Iskander"-Mittelstreckenraketen in Kalingrad aktiviert werden. Die Geschosse reichen bis nach Berlin.

Über das Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.1.2016 |

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2017, 19:45 Uhr

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29 Kommentare

21.01.2017 09:47 grenni 29

@baltikum: Nicht verunsichern lassen, durch die vielen NATO-feindlichen Kommentare hier. Die Mehrzahl hier sind eh alles entäuschte DDR-Bürger im Seniorenalter die keinen Plan von europäischer Außenpolitik haben. Die junge deutsche Generation hat das Baltikum sehr wohl nicht vergessen und steht in der Tradition ihrer Großväter, die ehrenhaft und tapfer Europa vor der boschewistischen Agression verteidigt haben. Das Baltikum gehört zu Europa, wir stehen treu zu euch!

@bingo: Stimmt, vom Leid meiner Großmutter als 1945 der Russe nach Schlesien in ihr Dorf kam habe ich viel gelernt!

@karstde: Der deutsche Soldat ist kein Instrument irdendwelcher nationaler Querdenker, pfui! Nur ein gemeinsames Europa hat eine Chance gegen die Bedrohungen aus dem Osten.

Der Westen baut viele Panzer? Ha, ha... selten so gelacht. Russland rüstet seit Jahren kontinuierlich auf entwickelt neue(!) Panzer und Atomraketen um den demokratischen Westen zu bedrohen.

20.01.2017 21:27 karstde 28

@Grenni 21: Und warum baut der Westen dann soviel Panzer? Sie würde ich zuerst an die russische Grenze schicken. Wollen mal sehen, wenn es knallt, ob sie dann noch ne trockene Hose haben.

20.01.2017 21:08 karstde 27

@Baltikum 24: Ich als Deutscher, wo unsere Väter größten Teils in russischer Erde liegen, sage Ihnen folgendes: Sofort muss jeder Deutsche Soldat wieder zurück nach Deutschland. Wir brauchen unsere Jungs hier und nicht in an der russischen Grenze. Und jetzt legt mal Euer denken wie vor 80 Jahren ab.

20.01.2017 21:06 Bingo 26

Deutsche Soldaten gehören nicht in fremde Länder, hat unsere Regierung nichts gelernt aus unserer Geschichte????Wieviel Leid und wieviel Kriege, will Deutschland noch verlieren?????Schämt Euch.....

20.01.2017 20:43 karstde 25

Hoffentlich zieht Trump die amerikanischen Jungs dort ab. Vielleicht wird dann unserer Muddi dann mal klar, dass die alten deutschen Soldaten die in russischer Erde liegen, nicht erfreut sind, neue deutsche Soldaten dort vorzufinden.

20.01.2017 19:50 Baltikum 24

Hallo an Allen ! Wir sind Litauer und haben so lang auf diesen Moment gewartet. Jetzt wir sind nicht mehr allein! Nur gemeinsam wir, als Europäer, sind stark. Danke Deutschland , NATO und EU.

20.01.2017 17:53 Bingo 23

Deutsche Soldaten haben nach unserer Geschichte nichts an der russischen Grenze zu suchen.Das kann sich unsere Regierung(Merkel und Co.) ins Stammbuch schreiben,Punkt ,Komma,aus.

20.01.2017 14:38 Hor Es Te 22

Wo nur bleibt wenigstens der "Aufschrei" von redakteuren , Reportern der deutschen Medien.Nein.Verniedlichte "Berichte" , ein paar Zeilen.Ein einziger Politiker hat im Bundestag fürmlich herausgeschrien/fast unter Tränen ob die deutschen Politiker damit, ja mit der Verlegung der deutschen Soldaten KRIEG wollen.Und wenn auch hier Reporter schreiben"Insgesamt schickt die Nato 4.000 Mann an ihre Ostgrenze... ; Die ersten Bundeswehrsoldaten ziehen zur Abschreckung Russlands an die Nato-Ostgrenze." Hottentlich hält der so böse Putin wieder einmal still.Ja still wenn wieder deutsche Soldaten an der russischen grenze "üben".Und weil ich von meinem Vater , seinen Brüdern noch aus derem Mund die mahnenden Worte ghört habe:Sie sind verrückt geworden und werden es sogar begründen das sie Krieg wollen.Ja sie die Politiker die noch nie im Krieg,im Dreck waren werden mit "Friedenssicherung" argumentieren.Und genau das machen sie zur Zeit.Diese Kriegstreiber haben nichts aus GESCHICHTE gelernt.

20.01.2017 14:00 Grenni 21

Endlich gute Nachrichten für Polen, Lettland, Estland und Litauen! Nur mit Stärke kann man den andauernden russischen Agressionsbestrebungen Einhalt gebieten. Im Ernstfall steht Deutschland eng an der Seite seiner Verbündeten an der Ostflanke Europas. Go on, strong Europe!

@ Lisa: Falschmeldung! Auszug Wikipedia [...] Wie bei allen russischen Panzern ist die Munition im Kampfraum des Panzers untergebracht. Bei einer Penetration der Panzerung im Kampfraum besteht dadurch die Gefahr, dass sich diese Munition entzündet und explodiert. Dies bedeutet den Tod der Besatzung sowie den Totalausfall des Panzers. [...] ...ob`s stürmt oder schneit. Noch Fragen? Wegtreten!

20.01.2017 12:04 Werner 20

Man muss nicht noch in Europa Provozieren, Boykottieren, Sanktionieren, Einmischen, Bedrohen, Erpressen und kriegerische Auseinandersetzungen riskieren. Die Liste der in den letzten 40 Jahren zerbombten und plattgemachten Länder, mit Millionen Toten, Krüppeln, Verarmung, Verelendung und Flüchtlingen, reicht auch so schon völlig aus.... Immer die gleichen Nutznießer und Akteure am Wirken.