Migranten aus dem subsaharischen Afrika in Ceuta
Ein Teil der knapp 200 Afrikaner, die die Grenzanlagen zu Ceuta überrannten. Bildrechte: IMAGO

Spanische Exklave 200 Afrikaner überrennen EU-Außengrenze in Ceuta

Seit 2016 versuchen immer wieder hunderte Mann starke Migranten-Gruppen die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika zu stürmen. Diesmal gelang es knapp 200 Schwarzafrikanern in Ceuta illegal EU-Gebiet zu erreichen.

Migranten aus dem subsaharischen Afrika in Ceuta
Ein Teil der knapp 200 Afrikaner, die die Grenzanlagen zu Ceuta überrannten. Bildrechte: IMAGO

Fast 200 Migranten haben am frühen Montagmorgen die EU-Außengrenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta gestürmt. Wie spanische Medien unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichteten, überraschten die Schwarzafrikaner die Wachleute und überrannten den Grenzposten. Insgesamt 186 Menschen sei es gelungen, auf spanisches Territorium vorzudringen, vier seien dabei verletzt worden und müssten behandelt werden, teilte das Rote Kreuz auf Twitter mit.

 Ungewöhnlicher Ansturm

Zwei Migranten erhalten Papiere
Zwei Migranten werden von Polizisten der Guardia Civil erkennungsdienstlich behandelt. Bildrechte: IMAGO

Die Art des Ansturms sei sehr ungewöhnlich gewesen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia". Normalerweise versuchen Migranten immer wieder, den acht Kilometer langen und sechs Meter hohen Grenzzaun zu überwinden, der Ceuta vom marokkanischen Staatsgebiet trennt. Erst Anfang August war es 67 Afrikanern auf diese Art gelungen, die EU zu erreichen. Allerdings gibt es dabei auch immer wieder viele Verletzte, weil die Grenzbeamten versuchen, die anstürmenden Menschen abzuwehren oder diese aus großer Höhe von dem doppelten Zaun springen.

Migranten belagern Exklaven

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der Gebiete, die zugleich Vorposten der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent sind, harren zehntausende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus, die auf eine Chance hoffen, hier illegal in die EU zu gelangen.

Seit 2016 schwere Durchbrüche

Migranten stürmen sechs Meter hohen Grenzzaun zu spanischer Exklave Ceuta in Marokko
Immer wieder stürmen Migranten den sechs Meter hohen Grenzzaun, der Ceuta von Marokko trennt. Bildrechte: dpa

2016 durchbrachen nach Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex rund 1.000 Migranten die EU-Grenzen bei Ceuta und Melilla, um hier Asyl zu beantragen. Das war die höchste Zahl seit Jahrzehnten. Seit 2017 haben die Grenzdurchbrüche, die oft unter massiver Gewaltanwendung erfolgen und bei denen immer wieder Grenzschutzbeamte verletzt werden, noch einmal massiv zugenommen. So versuchten zum Jahreswechsel 2016/2017 rund 1.100 teils mit Knüppeln und Werkzeugen bewaffnete Subsahara-Afrikaner die Grenzbefestigung nach Ceuta zu durchbrechen. 55 Polizeibeamte und zahlreiche Migranten wurden dabei verletzt.

Ceuta, Marokkos Grenzstadt zu Spanien, 1990
Ceuta gehört seit 1668 zum Königreich Spanien. Bildrechte: IMAGO

Ceuta und Melilla Ceuta wurde nach der Reconquista – also der Befreiung der iberischen Halbinsel von jahrhundertelanger muslimischer Fremdherrschaft –1415 zunächst von Portugal erobert, bevor die Stadt 1668 als europäischer Vorposten auf dem afrikanischen Kontinent an Spanien fiel. Melilla war 1497 für die spanische Krone erobert worden. Von den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas sind etwa 50 Prozent Christen. Fast so viele sind Muslime. Von den rund 86.000 Einwohnern Melillas sind 45 Prozent katholische Christen und rund 30 Prozent Muslime. 25 Prozent gehören anderen Religionsrichtungen an oder sind bekennende Atheisten.

Die spanischen autonomen Städte Ceuta und Melilia
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 07.08.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2017, 18:33 Uhr

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73 Kommentare

09.08.2017 20:16 Maria 73

Ich schließe mich meinem Vorgänger an, bei der Wahl genau darauf achten wo wir unser Kreuz hinsetzen, denn ansonsten ist es zu spät. Diese Bilder zeigen den Untergang von Europa.

09.08.2017 11:55 Theophanu 72

Jeder sollte sich diese Videos und Fotos genau ansehen, bevor er seine Wahlentscheidung fällt. Später will es keiner gewusst haben.

Demokrat:
In drei Viertel aller Länder gibt es Unterdrückung etc nach unseren Standards, auch in China. Wieviel der betroffenen 3- 5 Milliarden Menschen wollen Sie bei uns aufnehmen?
Das Asylrecht war für Verfolgte (Nazizeit) gedacht- es muss geändert werden, wenn wir als Land überleben wollen.

09.08.2017 11:09 Red Fox 71

Abschottung ist ein rettender Begriff aus der Schifffahrt. Was bedeutet eine schwimmende "Insel" und das Leben darauf zu schützen. Abschottung ist also deshalb für mich etwas absolut gutes. Aber und das muss auch mal gesagt werden das dieser Ausdruck von der linken Politik als etwas negatives rückständiges missbraucht wird. Weder Deutschland noch EU -schotten sich ab, dass ist kompletter Unsinn so etwas will niemand und das geht auch garnicht. Wie haben Reisefreiheit, zu uns kann jeder gerne als Besucher kommen. Nur ein Anrecht auf einen Dauerwohnsitz gibt es nicht automatisch, genauso wie in jedem anderen Land der Welt auch. Ist das etwa Abschottung? Selbstverständlich nicht, also lassen wir uns auch nicht auf dieses primitive Diskussion-Niveau der Linken Politik herunter ziehen.

09.08.2017 10:35 Ekkehard Kohfeld 70

@ Demokrat 67 @Michael Möller Und woran wollen Sie beurteilen, dass Personen, die sie gar nicht kennen, keinen Asylanspruch hätten? Lassen Sie mich raten: an der Hautfarbe. Anders ist ihr Pauschalurteil nicht zu erklären.##Ach ne lesen sie auch mal eine Zeitung oder sehen oder hören Nachrichten da gibt es seriöse Erhebungen das über 80% Wirtschaftsflüchtlinge sind bei so einer Größenordnung kann mal wohl kaum noch von Pauschalisierung reden.##Ich bin ein bisschen in Subsahara-Afrika rumgekommen, dort gibt es eigentlich kein Land ohne politische Unterdrückung und Verfolgung.##Ach ja und deshalb muss Deutschland die alle aufnehmen?##Gejammer der AfD-Rechtsextremen##Mal beweisen wo die Rechtsextrem sind sie wissen schon das das Üble Nachrede ist (Straftat).Und was die mit den Zuständen in Afrika zu tun haben können sie doch bestimmt auch belegen oder?

09.08.2017 10:28 ralf meier 69

@Demokrat Nr. 6: Sie schreiben: 'Ich bin ein bisschen in Subsahara-Afrika rumgekommen, dort gibt es eigentlich kein Land ohne politische Unterdrückung und Verfolgung.'

Dann hätten die dort ja alle Asylanspruch ?

Wenn dem so ist, müssen wir das Asylrecht schleunigst abschaffen, da seine Inanspruchnahme unser eigenes Land zugrunde richten würde. Wie sagte doch Peter Scholl-Latour : 'Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta'.

08.08.2017 20:36 Fragender Rentner 68

Kommt alle rein, in Europa ist noch sehr viel Platz.

Bringt aber auch die Arbeit mit, sonst werdet ihr alle Leiharbeiter oder Minijober.

08.08.2017 19:17 Demokrat 67

@Michael Möller

Und woran wollen Sie beurteilen, dass Personen, die sie gar nicht kennen, keinen Asylanspruch hätten? Lassen Sie mich raten: an der Hautfarbe. Anders ist ihr Pauschalurteil nicht zu erklären. Ich bin ein bisschen in Subsahara-Afrika rumgekommen, dort gibt es eigentlich kein Land ohne politische Unterdrückung und Verfolgung. Und wenn man mal das Gejammer der AfD-Rechtsextremen zum Maßstab nimmt, für die es schon politische Verfolgung ist, wenn irgend ein Gasthaus sie nicht bewirtet oder eine Talkshow sie nicht permanent einlädt, dann hat im Prinzip jeder Mensch auf der Welt Asylrecht.

08.08.2017 19:09 Hans 66

Dass diese EU-Enklaven in Nordafrika gegen Migfanten dermaßen brutal gesichert und abgeriegelt werden, zeigt eigentlich nur, dass das Gerede der Rechten (CDU, AfD) nur hohles Gequatsche ist. Denn angeblich wollen die Rechten doch Asylzentren, in denen die Anträge bearbeitet werden, in Nordafrika. Dazu wären diese Enklaven doch bestens geeignet.

08.08.2017 18:40 D.o.M. 65

Zweiter Versuch: Ich frage mich, warum sich Spanien unter diesen Bedingungen weiter an diesen öden Fleck klammert. Ich hätte längst die Fahne eingerollt und tschüss gesagt

08.08.2017 18:37 REXt 64

Spätestens wenn die angeblichen (nur) 100 Milionen Auswanderwilligen Afrikaner in Europa sind, haben wir afrikanische Verhältnisse!