Collage: Xi Jinping in den USA  bei Donald Trump
Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump ließen nach ihrem Telefonat die Gemeinsamkeiten betonen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Chinas Staatschef Xi mahnt zur Zurückhaltung

Angesichts der Kriegsrethorik zwischen Nordkorea und den USA hat Chinas Staatschef Xi von beiden Seiten Mäßigung verlangt. Beide sollten lieber verhandeln. Das Weiße Haus betonte die engen Beziehungen zu Peking. Angesichts des Konflikts aktivierte Japan sein Raketenabwehrsystem.

Collage: Xi Jinping in den USA  bei Donald Trump
Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump ließen nach ihrem Telefonat die Gemeinsamkeiten betonen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA hat Chinas Staatschef Xi Jinping beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, rief er in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump beide Seiten dazu auf, zu verhandeln.

China für atomare Abrüstung der Halbinsel

Er forderte Trump demnach auf, Worte und Taten zu vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel verschlimmerten. Es sei im gemeinsamen Interesse Chinas und der USA, die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen und Frieden und Stabilität in der Region zu bewahren.

Washington sieht sich von Peking bestätigt

Das US-Präsidialamt teilte nach dem Telefonat mit, Trump und Xi seien sich einig gewesen, dass Nordkorea mit seinem provokativen und eskalierenden Verhalten aufhören müsse. Die Beziehung zwischen Xi und Trump wurde als äußerst eng bezeichnet und werde hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problems führen.

China galt lange Zeit als enger Verbündeter Nordkoreas. In letzter Zeit rückte Peking immer mehr von der kommunistischen Führung in Pjöngjang ab. Zuletzt stimmte es im UN-Sicherheitsrat für neue Sanktionen gegen Nordkorea.

Wettlauf der Kriegsrhetorik

Die USA und Nordkorea hatten sich in den vergangenen Tagen mit Drohungen gegenseitig überzogen. Trump hatte zunächst Nordkorea vor weiteren Provokationen wie Raketentests gewarnt. Die USA würden mit "Feuer und Wut" reagieren.

Daraufhin drohte Nordkorea mit einem Raketenangriff auf das US-Außengebiet Guam. Die Raketen sollten vor der Küste der Pazifikinsel im Meer niedergehen. Hier unterhalten die USA einen Luftwaffenstützpunk, auf dem etwa 6.000 US-Soldaten stationiert sind.

Trump drohte daraufhin Nordkorea mit ersten Konsequenzen, sollte das Land seine Drohung wahr machen. Am Freitag hatte er etwa getwittert, die militärischen Lösungen seien vollständig vorbereitet, die US-Waffen "geladen und entsichert".

Trump kündigt Pressekonferenz an

Nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, sagte Trump aber auch, er hoffe dennoch auf eine friedliche Lösung. Für Montag kündigte er eine Pressekonferenz an, machte dazu aber keine näheren Angaben.

Japan verlegt Raketenabwehrsystem

Angesichts der Kriegsrhetorik wächst die Sorge in der Region vor einem militärischen Konflikt. Japan stationierte am Sonnabend sein Raketenabwehrsystem im Westen des Landes.

Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen. Außerdem soll vor der Küste ein Zerstörer stationiert worden sein. Das Verteidigungsministerium in Tokio äußerte sich zunächst nicht. Örtliche Behörden dagegen bestätigten die Meldungen.

In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.08.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2017, 20:00 Uhr

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9 Kommentare

13.08.2017 11:19 Ekkehard Kohfeld 9

@ Frederic 7 Es könnte eher gesagt werden, ein Mister Trump will Krieg spielen. Denn die USA sucht immer einen Grund in ein anderes Land einzu fallen. Die Kriege - Streitigkeiten der vergangenen Jahre hat die USA verursacht. Erzählen aber das Märchen - vom Welt- frieden.##Seid ihr alle so vergesslich Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis wer hat die Sanktionen der EU gegen Russland masgeblich voran getrieben das wahr nicht Trump der wahr zu der Zeit noch gar nicht im Amt und es wahr auch kein US - Präsident sondern?Und welches Land mach ständig bei von der USA inszenieren Kriegen an vorderster Front mit nein nicht die Schweiz wie heiß doch gleich das Land mit dem D vorne??

13.08.2017 10:53 irrsinnig 8

Man kann nur hoffen, dass es zu keiner Eskalation zwischen Nordkorea und den USA kommen. Es gibt wohl wichtigeres als Krieg zu spielen. Denn ein Spiel ist es dann im Ernstfall nicht mehr.

13.08.2017 08:17 Frederic 7

Das einzige was die USA wohl kann, ist sofort mit Angriffe - Kriegespielen zu drohen. Die USA ist schon ein recht seltsamer Verein. Was der Chinesen Präsident sagt ist richtig - Zurückhaltung ist ange- sagt - er ermahnt den Trump. Nur ob dieser Trump diese Art der Zurückhalten versteht ist zu bezwei- feln. Er ist Poltergeist
Es könnte eher gesagt werden, ein Mister Trump will Krieg spielen. Denn die USA sucht immer einen Grund in ein anderes Land einzu fallen. Die Kriege - Streitigkeiten der vergangenen Jahre hat die USA verursacht. Erzählen aber das Märchen - vom Welt- frieden.

12.08.2017 01:07 wolle1 6

MDR
wieso verdreht ihr schon wieder alles? ZUERST hat der Dicke den USA mit Raketen gedroht und DANN hat Trump von Feuer und Wut gesprochen. Man sollte als " serioeser " Sender schon ab und zu bei der Wahrheit bleiben. Und fuer was braucht man die sinnlose Sicherheitsabfrage?

12.08.2017 22:19 Fragender Depp an Querdenker 5

"In Nordkorea gibt es übrigens Konzentrationslager und Vernichtungslager." - Was empfehlen Sie jetzt? Angreifen?

12.08.2017 21:59 REXt 4

Jetz bin ich irritiert, wer ist denn nun der Gute u. wer der Böse? Trump o. Kim, wer klärt mich auf, damit ich auf Linie bin!

12.08.2017 21:49 Peter 3

@1 NRW-Wessi: Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen: Atombomben töten schnell, der Klimawandel langsam. Trump scheint beides in Kauf zu nehmen.

12.08.2017 20:44 Querdenker 2

Ich empfehle zum Thema Nordkorea die Dokumentation „Im Strahl der Sonne“, welche in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung zu finden ist.

In Nordkorea gibt es übrigens Konzentrationslager und Vernichtungslager.

12.08.2017 20:34 NRW-Wessi 1

Herr XI Jinping scheint ein weiser Mann zu sein, wenn er die Herren Trump und Kim an den Verhandlungstisch bringen will. Auch Säbelrasseln kann schnell zur Eskalation führen, von der niemand etwas hat.
Auch wenn ich Herrn Trump u.a. für seine Einstellung zur Klimapolitik sehr schätze, aber bezüglich Nordkorea sollte er besonnener vorgehen.