Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (CSU), spricht am 02.04.2017 auf dem Flug von München nach Addis Abeba in Äthiopien an Bord des Airbus A340 der Luftwaffe mit den mitreisenden Journalisten.
Entwicklungsminister Müller auf dem Flug nach Addis Abeba. Deutschland stockt die Dürrehilfe für Ostafrika um 100 Millionen Euro auf. Bildrechte: dpa

Dürre in Ostafrika Deutschland stockt Hungerhilfe auf

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (CSU), spricht am 02.04.2017 auf dem Flug von München nach Addis Abeba in Äthiopien an Bord des Airbus A340 der Luftwaffe mit den mitreisenden Journalisten.
Entwicklungsminister Müller auf dem Flug nach Addis Abeba. Deutschland stockt die Dürrehilfe für Ostafrika um 100 Millionen Euro auf. Bildrechte: dpa

Deutschland wird seine Hilfe für die Hungernden in den Dürregebieten Ostafrikas um 100 auf 300 Millionen Euro aufstocken. Das kündigte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller in Addis Abeba an. Müller zufolge wird diese Summe aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums finanziert.

"Es ist eine Schande"

Mit scharfen Worten versuchte der Minister die Weltgemeinschaft bei seinem Besuch in der äthiopischen Hauptstadt aufzurütteln. "Es ist eine Schande, wie die Weltgemeinschaft mitansieht, wie hier gestorben und gelitten wird", sagte er. Es sei lediglich ein Drittel der Summe aufgebracht worden, welche nach UN-Berechnung zur Finanzierung schon laufender Projekte nötig ist.

Dürre in Ostafrika In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Besonders dramatisch ist die Lage im Südsudan. Dort erschwert ein Bürgerkrieg die Versorgung der Hungernden. Aber auch Äthiopien, Uganda, Kenia und Somalia sind betroffen.

"Ich schäme mich"

Das Ausmaß der aktuellen Dürrekrise überfordert nicht nur Äthiopien, sondern die gesamte Region, sagte Müller. Er forderte einen dauerhaften UN-Krisenfonds für die Dürreregion. Die Menschen dort würden an Hunger sterben, weil die Weltgemeinschaft zu spät reagiere, weil Gelder zu zögerlich flössen und erst dann, wenn die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten sei.

Müller kündigte einen internationalen Aufruf für die Überlebenshilfe für Millionen von Menschen an. "Ich schäme mich, dass es dazu erst Bilder toter und hungernder Kinder bedarf", sagte er vor seinem Abflug in die Somali-Region an der Grenze zu Somalia, wo er ein Lager von Dürre-Flüchtlingen sowie ein Cholera-Behandlungszentrum besuchen will. Die Vereinten Nationen warnen, dass in Ostafrika mehr als 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind. Sie rechnen mit einem akuten finanziellen Bedarf von vier Milliarden US-Dollar.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 03.04.2017 | 06:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2017, 11:18 Uhr

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10 Kommentare

04.04.2017 05:40 Elisabeth 10

Das Bevölkerungswachstum in Afrika wird nicht hinterfragt, wie auch in den arabischen Ländern, die sich auch seit 1960 verfünffacht haben. Die Achtung menschlichen Lebens beginnt jedoch mit dem verantwortungsvollen Umgang der Reproduktionsfähigkeit (bei einer Verfünffachung in D hätten wir heute in unserem kleinen Land 400 Millionen Einwohner und nicht 80 Millionen).
Eine weitere Frage darf noch erlaubt sein:
Es gibt auch reichere Länder der Afrikanischen Union, die glänzen aber nicht mit Solidarität. Ich denke da an Nigeria und andere Staaten der Region.

03.04.2017 00:00 PeterPlys 9

@8 Klaus
Die entscheidende Frage ist: Handelt es sich um Unwissenheit oder um Neid ?

03.04.2017 19:29 Klaus 8

{ PeterPlys 7 }
Unsere Besorgten haben immer etwas zu meckern. Das wird sich auch nicht ändern, die sind eben so.

03.04.2017 16:21 PeterPlys 7

Wie kann man sich über Gelder für von HUNGER betroffene Länder aufregen ?
Deutschland leistet übrigens nicht einmal die Entwicklungshilfe, zu der man sich verpflichtet hat.
WIR sind immer noch mitschuldig am Elend in vielen Ländern.

03.04.2017 15:02 Barbara 6

Wo ist das ganze Geld was diese bereits erhalten haben an Entwicklungshilfe ???? sowie kann ich mir keine 5 / 10 Kinder anschaffen, irgend wann muß einfach mal schluß sein, es ist ja nicht privat von dem Müller das Geld , mich würde mal sehr interessieren wenn die gesamten Politiker von ihrem Gehalt die hälfte abgeben müßten wie es da aussehen wirde ??????

03.04.2017 14:48 Historiker 5

In Namibia (heutige Ausgabe der deutschsprachigen "Allgemeine Zeitung") wird auf das Problem der Bevölkerungsexplosion hingewiesen, da die Nahrungsmittelreserven nicht mehr ausreichen. Welche Maßnahmen werden von der EU vorgesehen, um die entsprechenden Länder medizinisch zu unterstützen? Oder wird dieses Feld den Chinesen überlassen? Ein Wegsehen löst das Problem nicht. Auch gäbe es ein breites Spektrum an Sanktionen für diejenigen Regierungen, die bereit gestellte Finanzen veruntreuen und nicht an die Hilfsbedürftigen weiterleiten.

03.04.2017 14:19 H.E. 4

Dann soll jeder mal lesen "....Tansania. Als wäre es nicht unser Land". Dieser Artikel vom 16.6.2016 findet man im Internet. Wenn das deutsche Ursachenbekämpfung ist, dann frage ich mich, ob dies alles überhaupt viel bringt! es wird wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.
Außerdem wird eine der Hauptursachen und zwar die "Geburtenregelung" fast nirgends angesprochen. Nicht nur in Afrika, auch in den ganzen arabischen Ländern wie Syrien, Irak etc. hat sich die Bevölkerung seit 1960 verfünffacht. Wenn wir uns in D verfünffacht hätten, beliefe sich die Bevölkerung nicht auf ca. 80 Mill. sondern auf 400 Millionen.

03.04.2017 13:17 ralf meier 3

Ja, es ist eine Schande . In Afrika sind 20 Millionen Menschen akut vom Verhungern bedroht, weil es an 4 Milliarden Euro fehlt . Da werden die 300 Millionen Euro nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Das war übrigends schon 2014 so und hat bis heute deutlich weniger Schlagzeilen erzeugt als das Engagement der Refugeees welcome Anhänger für die meist jugendlichen Einwanderer hier in Deutschland. Für diese Einwanderer wurden laut Bayerischem Rundfunk vom 14.05 bis 2020 allein für Sozialleistungen und Integrationkosten 94 Milliarden Euro angesetzt. Von diesem Engagement werden in Deutschland viele profitieren aber nicht die Menschen in Afrika.

03.04.2017 12:47 Daniel 2

Was man mit 300 Millionen Euro HIER für unsere Kinder und Rentner bewirken könnte!
Wahnsinn

03.04.2017 12:27 Atze 1

Ok