Bootsflüchtlinge aus Afrika und Asien sitzen am 02.03.2017 dicht gedrängt auf einem Holzboot im Mittelmeer, 14 Meilen nördlich von Sabratha, Libyen, während sie auf ihre Rettung durch die spanische NGO Proactiva Open Arms warten.
Bootsflüchtlinge aus Afrika und Asien sitzen Anfang März dicht gedrängt auf einem Holzboot im Mittelmeer. Bildrechte: dpa

Mehr Boote im Mittelmeer Europa will Flüchtlinge per "Kontaktgruppe" fernhalten

Europa will Menschen an der illegalen Flucht auf den Kontinent hindern - und hat dafür eine "Kontaktgruppe" mit nordafrikanischen Ländern gegründet. Bei einem Treffen in Rom einigten sich die Innenminister mehrerer Länder ansonsten nur auf das, was längst Konsens ist.

Bootsflüchtlinge aus Afrika und Asien sitzen am 02.03.2017 dicht gedrängt auf einem Holzboot im Mittelmeer, 14 Meilen nördlich von Sabratha, Libyen, während sie auf ihre Rettung durch die spanische NGO Proactiva Open Arms warten.
Bootsflüchtlinge aus Afrika und Asien sitzen Anfang März dicht gedrängt auf einem Holzboot im Mittelmeer. Bildrechte: dpa

Mit einer neuen Initiative wollen europäische und nordafrikanische Länder Migranten an der Überfahrt nach Europa hindern. Bei einem Treffen der Innenminister unter anderem aus Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Malta und Slowenien und Vertretern aus Tunesien und Libyen wurde am Montag in Rom eine ständige "Kontaktgruppe" ins Leben gerufen.

Erst am Wochenende waren wieder Tausende Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. "Natürlich haben wir nicht alles gelöst und niemand von uns hat eine Lösung schon in der Tasche", sagte Italiens Innenminister Marco Minniti. Aber es gehe darum, gemeinsam zu handeln.

Grenzschutz in Libyen soll gestärkt werden

Die Gruppe soll regelmäßig zusammenkommen. Zentrale Punkte sind unter anderem die Stärkung der Küstenwache und des Grenzschutzes in Libyen. Fluchtursachen in afrikanischen Ländern sollen bekämpft und die Flüchtlinge besser geschützt werden.

"Wir wollen versuchen, aus dem Gegeneinander - hier die Europäer, dort die Nordafrikaner - eine Gemeinsamkeit zu stiften", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor Beginn des Treffens, das auf Initiative Italiens zustande kam.

520 Tote im Mittelmeer seit Jahresbeginn

Zuletzt wurden mehr als 3.000 Flüchtlinge innerhalb von 24 Stunden aus dem Mittelmeer vor der libyschen Küste gerettet. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa vom Wochenende wurden 3.315 Menschen geborgen.

Allein die Seenotretter der deutsch-französisch-italienischen Initiative SOS Mediterranee retteten fast 1.000 Migranten, darunter fast 200 Kinder und Jugendliche, von neun Booten, wie es auf ihrer Webseite hieß.

In diesem Jahr sind in Italien bereits rund 16.000 Migranten angekommen, mindestens 520 starben seit Jahresbeginn im Mittelmeer. Auch auf den griechischen Inseln in der Ostägäis sind in den vergangenen drei Tagen ungewöhnlich viele Migranten angekommen.

Gutes Wetter verursacht mehr Überfahrten

Von Freitagmorgen bis Montagmorgen erreichten dem Athener Flüchtlingsstab zufolge 443 Menschen die Inseln. In den ersten beiden Märzwochen hatten im Schnitt täglich nur etwa 35 Menschen illegal von der türkischen Küste nach Griechenland übergesetzt.

Der Anstieg wird auf das gute Wetter zurückgeführt, das zurzeit in der Ägäis und dem ganzen Mittelmeer herrscht. In Athen wird mit großem Interesse täglich die Zahl der ankommenden Migranten beobachtet. Auf den Inseln harren zurzeit knapp 14.300 Migranten aus, die meisten auf den Inseln Chios und Lesbos. Insgesamt leben in Griechenland knapp 62.500 Migranten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 20.03.2017 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 20:36 Uhr

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28 Kommentare

22.03.2017 17:14 Ekkehard Kohfeld 28

{Klauspeterwessi 27} Nein, nur so lange bis man gelernt hat die Fluchtursachen zu bekämpfen. Man muss nur das richtige tun.##
Und wie lange soll das dauern,bis ins nächste Jahrhundert??Das ist doch die übliche Vorgehensweise . Siehe schwerer Vulkanausbruch Hawaii,Tsunami 2004,seid Jahren Hungersnöte in Afrika usw.das alles aufzählen passt hier nicht rein.Nur sind diese Dinge aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden fliest von dem spärlich geflossenem Geld meist gar nichts mehr.Kann man alles googeln.Kann man sich mit Versprechungen erst mal in den Medien als Retter in der Not
darstellen und wenn keiner mehr schaut ist alles vergessen.

22.03.2017 15:26 Klaus 27

{ Ekkehard Kohfelde 26 }
Nein, nur so lange bis man gelernt hat die Fluchtursachen zu bekämpfen. Man muss nur das richtige tun.

22.03.2017 13:01 Ekkehard Kohfelde 26

{ Klauspeterwessi 24} Aber mal sehen, vielleicht lernt man so ganz langsam, bis dahin werden wir mit Flüchtlingen und deren Aufnahme rechnen müssen.##Ja und wie lange soll das dann dauern bis alle hier sind?

22.03.2017 08:03 KritischeStimme 25

Politiker wie Merkel verursachen Daueraktivitaeten+Untergang der EU
1. Kriege werden geschuert,Syrien,Lybien,Somalien,Mali,Afganistan,Irak.Raubtierkapitalismus in Afrika m EPAS,fuer ein ganzes Kontinent werden alle alle Wirtschaften ruiniert.Kosten Hunderte v Milliarden v Euros f EU-Steuerzahler
2. Fluechtlinge muessen auffangen werden weil Laender destabilisiert wurden.Vom Westen ausgebildeten Terroristen gefaehrden ganz Europa.Jaehrliche Asylantenkosten 20 Milliarden v Euros f deutsche Steuerzahler
3. Fluechtlinge muessen v/d EU weggehalten werden,geschlossene EU Grenzen,KZ-Lager eingerichtet.Laender wie Tuerkei m Milliarden gekauft.Milliarden Kosten f deutsche Steuerzahler
4. Schliesslich wird man Ursachen v Fluechtlingen bekaempfen muessen,Kriege+ Raubtierkapitalismus in Afrika.Verwuestete KriegsLaender aufbauen,Wirtschaften in Afrika reparieren.Terroristen bekaempft.Hundete v Milliarden v Euros f deutsche Steuerzahler

21.03.2017 17:14 Klaus 24

{ Ekkehard Kohfeld 23 }
Ich habe keine Seite gewechselt, aber ich kann auch nur für mich sprechen.
Die Flüchtlingsursachen bekämpfen bedeutet, und das schreibe ich nicht zum ersten Mal, keine Waffenexporte, die Entwicklungsländer nicht mit Überschussware aus der EU zu überschwemmen, den Entwicklungsländern nicht die Fische wegzufischen, deren Bodenschätze nicht zu rauben usw. Da ich auf absehbare Zeit kein reales Scenario der Verwirklichung sehe, weil der Umsetzungswille seitens der Industriestaaten fehlt, wird sich an dem Flüchtlingsproblem vorerst auch nichts ändern.
Aber mal sehen, vielleicht lernt man so ganz langsam, bis dahin werden wir mit Flüchtlingen und deren Aufnahme rechnen müssen.

21.03.2017 15:32 Ekkehard Kohfeld 23

{Klauspeterwessi 22}Eine einfache "Lösung" die die Fluchtursachen ignoriert ist keine Lösung.##Was ist los,haben sie die Seiten gewechselt??Sind ja ganz neue Töne.

21.03.2017 11:02 Klaus 22

{ ein schon länger in Deutschland lebender 3 }
Eine einfache "Lösung" die die Fluchtursachen ignoriert ist keine Lösung.

21.03.2017 10:40 aus Sachsen und denkt 21

Petra, Sie schreiben mir aus dem Herzen. Sie haben es bestmöglich geschildert.

Nur müsste man sich da mit den Wirtschaftsbossen anlegen, und da hört die Realität auch schon wieder auf und unsere Illusionen fangen an. Da sind WIR ALLE zu feige und zu geizig!

21.03.2017 09:46 ralf meier 20

@21.03.2017 07:06 sws, Hallo , nicht zu vergessen. 'Merkel und Co' haben das Problem der unkontrollierten Masseneinwanderung mit der Öffnung der Grenzen für uns Deutsche erst verursacht. Wer nun glaubt, daß Frau Merkel irgend etwas macht, um diese unkontrollierte Masseneinwanderung zu stoppen, muß sich fragen lassen, was sie dafür tut. Immer noch können Migranten ohne Ausweis einreisen und wenn sie erst mal in Deutschland sind, gibt es viele Interessenverbände , die auch illegal Eingewanderten einen dauerhaften Zugriff auf unsere Sozialsysteme ermöglichen. Frau Merkel steht mehr für die 'Erfolge' der Kontaktgruppe und den Pakt mit Herrn Erdogan.

21.03.2017 08:13 Frank 19

Vielleicht sollte man sich öfter einmal Sonntags in der ARD den Weltspiegel ansehen, um wenigstens einen kleinen Einblick in die aktuelle Situation der Länder Afrikas zu erhalten. Manche Zusammenhänge sind dann vielleicht besser verständlich. Der Klimawandel ist in vielen dieser Länder das größte Problem. Die einzige Existenzgrundlage vieler Menschen sind oft nur ihre Viehherden. Und die verenden zusehens, da oft Monatelang einfach kein Regen mehr fällt und einfach keine Nahrung mehr zu finden ist. Das gleiche gilt für den Ackerbau. Viele junge Menschen sehen dann ihre einzige Hoffnung nur noch in Europa. Wenn Kinder dabei helfen müssen, seltene Erden, für die Herstellung von Smartphones für Konzerne wie Apple, Samsung und Co. abzubauen, anstelle zur Schule zu gehen und sich unsere Kinder dann auf ihren Smartphones Medienkompetenzen aneignen sollen, dann läuft etwas gewaltig falsch in dieser Welt. 90 Mill. Dollar für Libyen, ein Land, das wir ins Chaos gebombt haben. Wer Wind sät ...