Das Google Logo auf dem Google Campus in Silicon Valley
Auch Google bestätigt nun Polit-Anzeigen im US-Wahlkampf durch russische Akteure. Bildrechte: dpa

Facebook, Twitter, Google Weitere Hinweise auf russische Manipulationsversuche im US-Wahlkampf

Die russischen Manipulationsversuche im US-Wahlkampf waren offenbar deutlich größer als bisher angenommen. Auch Google berichtet nun über entsprechende Hinweise. Zudem gab Facebook neue Zahlen bekannt, wieviele Nutzer in dem Netzwerk einschlägige Anzeigen zu sehen bekamen.

Das Google Logo auf dem Google Campus in Silicon Valley
Auch Google bestätigt nun Polit-Anzeigen im US-Wahlkampf durch russische Akteure. Bildrechte: dpa

Eine umstrittene russische Agentur hat während des US-Wahlkampfs offenbar auch auf Google politische Anzeigen geschaltet. Akteure in Verbindung mit der Internet Research Agency in Moskau hätten vor der Präsidentschaftswahl vergangenes Jahr Werbeanzeigen für 4.700 US-Dollar (4.039 Euro) geschaltet, teilte Google mit. Das habe eine gründliche interne Untersuchung ergeben. Damit bestätigte das Unternehmen erstmals offiziell entsprechende frühere Berichte.

Auf der zu Google gehörenden Videoplattform Youtube seien 18 seither gesperrte Kanäle gefunden worden, die "wahrscheinlich" in Verbindung mit der russischen Kampagne stünden, hieß es. In den 18 Monaten vor der Wahl seien dort rund 1.100 englischsprachige Videos hochgeladen und etwa 309.000 Mal angeklickt worden.

Hass gegen Afro-Amerikaner und Muslime geschürt

Bei Facebook sollen Werbeanzeigen der russischen Agentur sogar 126 Millionen US-Nutzer erreicht haben. Das ist etwa die Hälfte der Wahlberechtigten - auch wenn nicht klar ist, wie viele von ihnen die Anzeigen tatsächlich wahrgenommen haben. Bereits im September hatte Facebook bekanntgegeben, 470 verdächtige Profile bei internen Untersuchungen identifiziert zu haben. Von diesen seien zwischen Juni 2015 und Mai 2017 Anzeigen für fast 100.000 US-Dollar (rund 84.000 Euro) geschaltet worden.

Die mutmaßliche russische Kampagne soll zum Ziel gehabt haben, soziale und ethnische Spannungen in den USA anzuheizen. So sollte gezielt mit Falschinformationen Hass gegen Minderheiten wie Afro-Amerikaner und Muslime geschürt werden. Google kündigte nun an, mit Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen und anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten, um gegen Falschinformationen vorzugehen. Vertreter der drei großen Internetkonzerne Facebook, Google und Twitter werden am Dienstag und Mittwoch von mehreren Kongressausschüssen zu der russischen Einflussnahme befragt.

Russland bestreitet Vorwürfe

Die russische Regierung hat erneut die Vorwürfe einer Einmischung in den US-Wahlkampf zurückgewiesen. Außenminister Sergej Lawrow sagte, es gebe dafür "nicht einen einzigen Beweis". Am Montag war der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, unter Hausarrest gestellt worden. Gegen ihn und zwei weitere ehemalige Trump-Berater wurde Anklage erhoben. FBI-Sonderermittler Robert Mueller geht unter anderem der Frage nach, ob Trumps Wahlkampflager mit Russland zusammengearbeitet hat.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 31.10.2017 | 08:11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2017, 10:23 Uhr

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9 Kommentare

31.10.2017 19:43 HERBERT WALLASCH, Pirna 9

Wenn man im Glashaus sitzt und die Scheiben sind schon selbstgemacht ruiniert, dann kann man noch mehr Dampf geben und noch einige Schippen draufhauen, irgendwer wird alles schon glauben wollen.

31.10.2017 13:18 Markus 8

Eine böse Überraschung für USA: bisher haben die dort gedacht, nur sie alleine in der Welt können alle ausspionieren und manipulieren. Nun kommt raus, die anderen können das auch...

31.10.2017 12:43 Atheist aus Mangel an Beweisen 7

Für wie Dumm muss man bei dieser Nachricht den amerikanischen Wähler halten???

31.10.2017 12:24 OHNEWORTE 6

Google hat in vielen Laendern Probleme mit Steuern...Viele Laender wollen die Macht Google beschraenken. Da ist es doch einfaelltig schnell als Zeuge aufzutreten um von eigenem Internetdiktaturstreben abzulenken ....

31.10.2017 11:46 karstde 5

Ist doch klar. Putin ist daran Schuld. Der hat jeden einzelnen US-Bürger angerufen.

31.10.2017 11:38 Blumenfreund 4

Die Russland Vorwürfe kommen komischerweise immer, wenn Trump etwas verändern und Neues schaffen will. Vielleicht hängt das ja mit der angekündigten Offenlegung der Kennedy Akten zusammen.

31.10.2017 11:00 colditzer 3

" Die mutmaßliche russische Kampagne soll zum Ziel gehabt haben, soziale und ethnische Spannungen in den USA anzuheizen. So sollte gezielt mit Falschinformationen Hass gegen Minderheiten wie Afro-Amerikaner und Muslime geschürt werden."
Soll, hätte, könnte...
Man bringe doch mal ein ganz konkretes Beispiel.

31.10.2017 10:53 Manuel 2

Wieviel Milliarden Dollar hat diese Farce eines Wahlkampfes gekostet, 2 oder 3 oder mehr? Und jetzt haben 4700,-$ für Google Anzeigen die US-Amerikaner vom rechten Weg gebracht?
Artikel wie diese gehören in die Satire-Abteilung.

31.10.2017 10:16 Bernd 1

Man lasse doch bitte die Kirche im Dorf! Sollen... wahrscheinlich....könnte....die Aussagen der Fakten.
Der Wahlkampf hat wohl 6 Mrd (9 Nullen) Dollar gekostet - dagegen hier mit rund 104000 Dollar Einflußnahme?