Flüchtlinge stehen in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am Grenzzaun.
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Flüchtlinge in Griechenland De Maizière: "Zeit des Durchwinkens ist vorbei"

Auf über 30.000 ist die Zahl der in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge mittlerweile gestiegen. Der Gouverneur der besonders betroffeen Provinz Zentralmazedonien will deshalb den Notstand ausrufen. Für Bundesinnenminister de Maizière ist die Zeit des Durchwinkens auf der Balkanroute dennoch vorbei. Er wirbt für europäische Lösungen. Außerdem sollte die Türkei Migranten zurücknehmen. Der türkische Präsident Erdogan will unterdessen eine "Flüchtlingsstadt" in Nordsyrien bauen.

Flüchtlinge stehen in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am Grenzzaun.
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Trotz der steigenden Zahl der in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Weiterleiten von Flüchtlingen in Europa als beendet erklärt. "Die Politik des Durchwinkens ist jetzt vorbei und muss vorbei bleiben", sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Diese Politik zulasten Deutschlands habe unter anderem in Griechenland begonnen und die Balkanstaaten hätten dies übernommen. Wie zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel machte de Maizière deutlich, dass Deutschland Griechenland keine gestrandeten Flüchtlinge abnehmen werde.

Türkei soll Flüchtlinge zurücknehmen

Thomas de Maizière
De Maiziere: "Aus illegaler muss legale Einwanderung werden." Bildrechte: dpa

Die Türkei forderte de Maizière mit Blick auf die für Montag geplanten Gespräche mit der EU auf, aus Griechenland kommende Migranten wieder zurückzunehmen. Allerdings werde die EU auch die Türkei durch die Abnahme von Flüchtlingskontingenten entlasten müssen, erklärte der Innenminister weiter. Die EU habe sich bereits auf die Verteilung von 160.000 Flüchtlingen verständigt. Aus illegaler müsse legale Einwanderung werden, "aber auf niedrigem Niveau." In dem Zusammenhang appellierte de Maizière erneut an die anderen EU-Staaten, sich einer gemeinsamen europäischen Lösung nicht zu widersetzen. Die Krise könne von keinem Land alleine geregelt werden. "Nationale Lösungen sind auf Dauer kein wirksamer Weg."

Griechischer Gouverneur ruft Notstand aus

Weil die Länder an der sogenannten Balkanroute ihre Grenzen geschlossen haben, stauen sich mittlerweile über 30.000 Flüchtlinge in Griechenland. Wegen des anhaltenden Zustroms und schlechter Lebensbedingungen in den Aufnahmelagern will der Gouverneur der griechischen Region Zentralmazedonien nun den Notstand ausrufen. Allein am Grenzübergang Idomeni harrten am Samstag 13.000 Menschen aus. Idomeni liegt an der Grenze zum Staat Mazedonien. Der nördliche Nachbar Griechenlands hat die gemeinsame Grenze abgeriegelt und lässt täglich nur eine begrenzte Zahl an Migranten passieren.

Die griechische Regierung schätzt die Zahl der im Land gestrandeten Flüchtlinge auf rund 32.000. Täglich kämen etwa 1.900 Menschen aus der Türkei hinzu, hieß es vom zuständigen Krisenstab in Athen.

Erdogan will "Flüchtlingsstadt" in Nordsyrien bauen

Recep Tayyip Erdogan Präsident der Türkei
Erdogan will eine "Flüchtlingsstadt" in Syrien bauen. Bildrechte: dpa

In der Türkei selbst leben derzeit rund 2,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Um den Zuzug von weiteren Menschen aus dem Bürgerkriegsland zu unterbinden, hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan den Bau einer "Flüchtlingsstadt" im Norden des Nachbarlandes vorgeschlagen. Die Stadt könne nahe der Grenze zur Türkei mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft errichtet werden, sagte Erdogan nach Angaben der halbamtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Sie könne eine Fläche von 4.500 Quadratkilometern haben.

Über den Plan habe er bereits mit US-Präsident Barack Obama gesprochen, sagte Erdogan laut Anadolu weiter. Die Verhandlungen hätten aber "noch keine Früchte getragen". Einen möglichen Zeithorizont für die Realisierung des Projekts skizzierte Erdogan nicht.

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2016, 14:59 Uhr

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42 Kommentare

06.03.2016 19:14 Hubert 42

@41 REXt 06.03.2016 17:54 - Ich habe dir ja nun genug Stoff geliefert, wo du mich kritisieren könntest. Ist das deine Antwort? - "So was können nur Leute machen die vom MDR dafür bezahlt werden..." Hallo MDR, wo bleibt die Knete für meine Kommentare?

06.03.2016 17:54 REXt 41

Hubert, sie verbreiten hier mit Wessi,Klaus, Ex-Ossi, Mediator immer den gleichen "Sülz", merken sie überhaupt,das die anderen Kommentatoren nicht ihrer Linken Meinung sind? Es ist schon erstaunlich wie ihr alle belehren,bekehren wollt! So was können nur Leute machen die vom MDR dafür bezahlt werden o. Sie sind Überbleibsel des SED Propaganda Apparats! Bloß komisch keiner kann sich mit dem Sülz anfreunden,ach so wir sind ja alle hier "Rechte"!

06.03.2016 16:31 Hubert 40

@39 Werner 06.03.2016 14:50 - Sach' ma, gehts noch? Oder brauchst Du Hilfe? Erwartest Du auf dein [...] noch eine Antwort? [Löschung einer abwertenden Formulierung - MDR.DE_Red.]

06.03.2016 14:50 Werner 39

@Hubert: "Der Terror der Rechten lodert zum Himmel." Stimmt, DU meinst aber sicher die Ukraine-Freunde unserer Regierung, der EU und der USA. Schließlich hat Frau Nuland "ihren Mann" installiert. Die bekommen mit EU-Geld nicht nur Waffen und alle Unterstützung, sondern sondern eine Riesen-Grenzanlage mit Stacheldraht und richtigen Waffen zum Schießen. Aber das weißt DU evtl. viel besser als Alle hier. Warum jubelst DU das Wort "biodeutsch"=>"Rassisten" "Völkisch" "Nazis" unter? Das hat Niemand hier geschrieben. Dazu: "Die israelische Tageszeitung Haaretz veröffentlichte am 31.12.15 einen Artikel mit dem Titel „Israel verbannt jüdisch-arabische Liebesromanze wegen ‚Bedrohung der jüdischen Identität‘ aus den Schulen“..Einer offiziellen Stellungnahme des Ministeriums..sich über die Aufrechterhaltung der NATIONAL-ETHNISCHEN IDENTITÄT des jüdischen Volkes und die PROBLEMATIK der RASSENMISCHUNG Gedanken zu machen..Haaretz-Kolumnist Alon Idan:.„die REINHEIT DES BLUTES erhalten“ wolle."

06.03.2016 14:44 Hubert 38

@35 REXt 06.03.2016 13:22 - Teil 2 - Und die "Gastarbeiter" kamen alle aus dem gleichen "Kulturkreis"? Holla die Waldfee... Wie alt bist du eigentlich? Die Spanier, Italiener, Griechen, Türken, Jugos... damals - alles der gleiche Kulturkreis? Das hättest du -damals- den Deutschen mal erzählen sollen. Kein deutscher hat -damals- eine Pizza, ein Gyros, kein Feta o.ä. angerührt. Das Zeugs stank wie die Pest, damals. Und heute? Da stopfen sie sich den Hals mit voll - mit dem was damals so stank. Deutlicher darf ich nicht mehr werden, aber ich könnte...

06.03.2016 14:44 Hubert 37

@35 REXt 06.03.2016 13:22 - Bringe mir bitte mal einen, wenigsten einen Beleg für deine Behauptungen. In meinem letzten Post habe ich dir nahegelegt, mal in Wikipedia nachzulesen was "Weimarer Verhältnisse"sind. Haste gemacht? Nee. Stattdessen drischt du Phrasen und laberst wegen drei läppischen Landtagswahlen schon wieder von Weimar. Alles fifonentaler Knuddelkitt. Eine europäische Gemeinschaft, die wegen ein paar Flüchtlingen "auseinderfliegt", war vorher schon keine "Gemeinschaft". Ein Kauder, der rausposaunt, in Europa wird wieder deutsch gesprochen, sollte nicht denken dass Nachbarstaaten nicht auch deutsch verstehen würden. Die sind nicht taub. Teil 2 folgt.

06.03.2016 13:55 Hubert 36

@21 Tim und Struppi 06.03.2016 08:04 - Lies mal die Kommentare auf die ich reagiert habe. Ich habe keinen dieser Kommentatoren als Brandstifter oder Hassbürger bezeichnet. Jeder kann Kritik äußern, sollte allerdings auch Argumente vorbringen. Lies mal deinen Kommentar. Da sprichst du von "Masseneinwanderung", "Merkels Alleingang", "Akt der Selbstermächtigung", Außerkraftsetzung der "demokratische(n) Willensbildung in der Regierung". Alles Schlagworte ohne Argumentation. Bei youtube gibt es ein Video von SternTV, dort spricht der Übersetzer, der im Bus in Clausnitz war. Der Mann spricht unter Tränen von diesen Hassbürger vor dem Bus. Sieh es dir an.

06.03.2016 13:22 REXt 35

An @33 Hubert: für mich vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, denn die vielen Gastarbeiter kamen um zu Arbeiten u.aus dem gleichen "Kulturkreis"! Was bei den jetzigen Kriegsflüchtlingen u. Wirtschaftsflüchlingen nicht ist,viele wollen bestimmt Arbeiten,haben aber weder Ausbildung,Schulbildung, wie stellen sie sich das vor? Deshalb haben viele so eine reservierte Haltung zu diesem Flüchtlingschaos,weil sie erkennen,das die Bürger das alles bezahlen müssen,obwohl wir eigentlich selbst genug eigene Probleme haben. Weimarer Verhältnisse werden wir vielleicht bald nach den LT Wahlen haben! Die viel beschworene EU wird vielleicht bald garnicht mehr geben,da bei keinem Land irgend eine Solidarität zu erkennen ist. Daran wird Merkel,Junkers oder sonst wer nichts mehr ändern.Eine Lösung mit der Türkei ist für viele Bürger die schlechteste Aktion von Merkel! Und im Übrigen haben wir zusammen noch keine"Schweine gehütet", deshalb bleiben wir beim "Sie"!!!

06.03.2016 11:03 Hubert 34

@29 Winter 06.03.2016 10:10 - Die Bundesrepublik hatte schon ganz andere Probleme als die paar Flüchtlinge, mit und ohne Merkel. Europa und Deutschland wird mit noch weit größeren Problemen fertig werden müssen, die mit den Flüchtlingen nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Warten wir ab.

06.03.2016 10:54 Hubert 33

@28 REXt 06.03.2016 09:40 - Die alte Bundesrepublik hat Millionen "Gastarbeiter" verschiedener Religionen ins Land geholt. Diese haben mittlerweile Millionen Nachkommen. Ein Viertel der Einwohner Deutschlands sind nicht "biodeutsch". Eine Million, ja auch weitere Millionen lassen Deutschland nicht auseinanderbrechen. Das was Du als "Fehlentwicklung" bezeichnest, benenne ich mit "Handhabungsmangel". Ebenso blende ich Probleme nicht aus. Es gibt nicht "die Lösung". Falls Du sie gefunden hast, nur raus mit der Sprache. Damit du weißt was "Weimarer Verhältnisse" sind, lies mal im Geschichtsbuch nach. Auch Wikipedia könnte schon weiterhelfen.