Ein Polizeiauto steht vor dem Flughafengelände in Larnaka (Zypern), im Hintergrund die entführte Maschine der Gesellschaft Egyptair.
Entführte Maschine der Egyptair auf dem Flughafen Larnaka Bildrechte: MDR/Reuters

Ägypten | Zypern Flugzeug-Entführer ergibt sich

Ein Ägypter hat am Dienstag einen Inlandsflug von Egyptair nach Zypern entführt. Nach stundenlangen Verhandlungen auf dem Flughafen Larnaka wurde der Mann festgenommen. Zuvor hatten alle Passagiere die Maschine verlassen. Obwohl der Mann eine Bombenattrappe trug, wurde ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen.

Ein Polizeiauto steht vor dem Flughafengelände in Larnaka (Zypern), im Hintergrund die entführte Maschine der Gesellschaft Egyptair.
Entführte Maschine der Egyptair auf dem Flughafen Larnaka Bildrechte: MDR/Reuters

Die Entführung eines ägyptischen Flugzeugs nach Zypern ist ohne Blutvergießen beendet worden. Die Polizei nahm am Dienstagnachmittag den Entführer fest. Der Mann ergab sich, nachdem die letzten Geiseln die Maschine der Egyptair auf dem Flughafen von Larnaka verlassen hatten.

Der Entführer soll nach Angaben der Polizei eine Bombenattrappe getragen und gedroht haben, die Maschine in die Luft zu sprengen. Begonnen hatte die Entführung am Dienstagmorgen. Der Airbus war mit rund 60 Menschen an Bord am Morgen von Alexandria aus zu einem Inlandsflug nach Kairo gestartet. Das zyprische Staatsfernsehen berichtete, die Piloten des Flugzeugs hätten kurz danach Kontakt mit den Fluglotsen in Larnaka aufgenommen und eine außerplanmäßige Landung wegen einer Entführung beantragt. Nach der Landung wurden zunächst alle ägyptischen Passagiere freigelassen. Die Besatzung und mehrere Ausländer blieben zunächst im Flugzeug. Es begannen längere Verhandlungen.

Entführer bittet um Asyl

Entgegen anfänglicher Befürchtungen war ein terroristischer Hintergrund bald ausgeschlossen worden. Das teilte Zyperns Präsident Nikos Anastasiades im zyprischen Fernsehen mit. Zudem wurde bald klar, dass es sich um einen einzelnen Entführer handle. Über seine Motive machte er unterschiedliche Angaben. Er soll ägyptischer Staatsbürger sein und von der Polizei gefordert haben, einen Brief an seine Ex-Frau zu übergeben, die in Larnaka lebe. Der Entführer habe den auf arabisch verfassten Brief aus einem Fenster des Flugzeugs geworfen, teilte die Polizei mit. Darin soll er auch die Freilassung mehrerer oppositioneller Frauen in Ägypten gefordert. Zudem habe er um politisches Asyl gebeten. Medienberichten zufolge hatte der Mann früher mehrere Jahre auf Zypern gelebt.

Berichte über Sprengstoffdrohung zurückgewiesen

Zuvor hatten Berichte über eine Sprengstoffdrohung für Aufregung gesorgt. Ein Vertreter des zyprischen Außenministeriums sagte, man könne die Meldungen nicht bestätigen. Sowohl ein Vertreter der ägyptischen Luftfahrtbehörde als auch das zyprische Fernsehen hatten mitgeteilt, der Entführer habe gedroht, einen Sprengstoffgürtel zu zünden. Die Polizei sei aufgefordert worden, sich von dem Flugzeug fernzuhalten. Die Regierung Zyperns richtete einen Krisenstab ein. Der Flughafen Larnaka wurde geschlossen. Alle Flüge nach Zypern wurden zum Flughafen von Paphos im Westen der Insel umgeleitet.

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2016, 19:01 Uhr