Haua Youssuf Ali sitzt am 23.02.2017 mit ihren zwei Töchtern auf einem Bett im Krankenhaus in Garowe, Hauptstadt der teilautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias.
Aus 13 Staaten liegen derzeit zu wenig Daten vor, um WHI-Werte zu errechnen - darunter Somalia, der Südsudan und Syrien. Bildrechte: dpa

Welthunger-Index Welthungerhilfe sieht Erfolge in Gefahr

Die Welthungerhilfe warnt vor Rückschlägen im Kampf gegen den Hunger weltweit. Kriege und die Folgen des Klimawandels haben bisherige Fortschritte teils zunichte gemacht, heißt es in einem nun vorgestellten Bericht.

Haua Youssuf Ali sitzt am 23.02.2017 mit ihren zwei Töchtern auf einem Bett im Krankenhaus in Garowe, Hauptstadt der teilautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias.
Aus 13 Staaten liegen derzeit zu wenig Daten vor, um WHI-Werte zu errechnen - darunter Somalia, der Südsudan und Syrien. Bildrechte: dpa

Kriege und die Folgen des Klimawandels haben die Fortschritte der vergangenen Jahre im Kampf gegen den Hunger teilweise wieder zunichte gemacht. Das geht aus dem Welthunger-Index 2017 hervor, den die Welthungerhilfe am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Insgesamt wurde dafür die Ernährungssituation in 119 Staaten untersucht.

Insgesamt 43 Länder haben dem Welthunger-Index zufolge einen niedrigen Hunger-Wert. In 24 Ländern wird die Hungersituation als mäßig eingestuft und in 44 Ländern als sehr ernst - darunter die Hälfte aller Länder in Ost- und Südostasien. In weiteren sieben Ländern wird die Lage als sehr ernst bewertet: betroffen sind demnach Menschen im Tschad, Liberia, Madagaskar, Sierra Leone, Sambia, im Sudan und Jemen. Gravierend sei gar die Hungersituation in der Zentralafrikanischen Republik, heißt es in dem Index. Seit 17 Jahren seien in dem Land keine Fortschritte erzielt worden.

Einige Daten nicht zu ermitteln

Allerdings konnten für 13 Länder mit einem sehr hohen Anteil von Unterernährten keine WHI-Werte errechnet werden, da keine ausreichenden Daten verfügbar waren, hieß es. Daten und Informationen internationaler Organisationen ließen jedoch vermuten, dass neun dieser Länder Anlass zu ernster Sorge geben. Dazu zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Libyen, Somalia, der Südsudan und Syrien.

Indexwert insgesamt gesunken

Als Fortschritt verbucht die Welthungerhilfe, dass der Indexwert von 29,9 im Jahr 2000 auf 21,8 im vergangenen Jahr gesunken ist. Dennoch sei die Zahl hungernder Menschen "nach wie vor unerträglich hoch", heißt es in dem Index. Berechnet wird der Index auf Grundlage von drei Faktoren: unzureichende Kalorienaufnahme, Unterernährung bei Kindern und Kindersterblichkeit.

Kritik an Lebensmittelexporten nach Afrika

Die Zahl der Hungernden weltweit dagegen stieg zuletzt - binnen eines Jahres um 38 Millionen auf 815 Millionen Menschen, wie Welthunger-Präsidentin Bärbel Dieckmann im ZDF-"Morgenmagazin" sagte. Diese Entwicklung nannte sie deprimierend und forderte mehr Hilfen für die Betroffenen.

Scharfe Kritik übte sie auch an Europa. Exporte billiger Lebensmittel nach Afrika würden die dortigen Märkte zerstören, sagte sie. Zudem verlangte sie weiteren Einsatz für den Klimaschutz. Auf der Klimakonferenz vom 6. bis 17. November in Bonn solle noch einmal bestätigt werden, dass gegen die Folgen des Klimawandels etwas getan werden müsse.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.10.2017 | 00:01 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 14:05 Uhr

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3 Kommentare

13.10.2017 17:16 Fragender Rentner 3

Wieviele Menschen verträgt die Erde noch, bevor sie kollabiert?

Die Dions konnten an ihrem Aussterben nichts ändern?

13.10.2017 09:46 Karl 2

Hungersnot ist schlimm aber man mus auch sagen die wird nicht besser wenn man immer mehr Kinder in die Welt setzt. Man mus denen mal die Geburtenregelung erklären. Ich kann doch bei so einem Notstand nicht noch zig Kinder in die Welt setzen und mich dann wundern. Man mus diesen Menschen mal Unterstützung bei der Verhütung zukommen lassen.

12.10.2017 18:13 pudd'nhead 1

von bunten werbeplakaten wird keiner satt, ebenso schlägt auch bei keinem europäer das schlechte gewissen, solange nach einer werbung für die welthungerhilfe eine sendung für das beste kuchenrezept über den bildschrirm flimmert. das bewußtsein für das leid anderer menschen ist in den reicheren ländern völlig unterentwickelt. die folge einer völlig aus dem ruder gelaufenen konsumgesellschaft. etc.