Bundespräsident Joachim Gauck wird in Lagos in Nigeria vom Gouverneur des Bundesstaates Lagos, Akinwunmi Ambode, empfangen.
Bundespräsident Gauck wird in Lagos in Nigeria vom Gouverneur des Bundesstaates Lagos, Akinwunmi Ambode, empfangen. Bildrechte: dpa

Gauck in Nigeria "Migration löst Probleme Afrikas nicht"

Bundespräsident Joachim Gauck wird in Lagos in Nigeria vom Gouverneur des Bundesstaates Lagos, Akinwunmi Ambode, empfangen.
Bundespräsident Gauck wird in Lagos in Nigeria vom Gouverneur des Bundesstaates Lagos, Akinwunmi Ambode, empfangen. Bildrechte: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich in Nigeria dafür ausgesprochen, den Flüchtlingszuzug nach Deutschland zu begrenzen. In einer Rede vor dem Parlament der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, Ecowas, in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sagte Gauck, die Begrenzung des Zuzugs sei eine Notwendigkeit, wenn die Bereitschaft der Bevölkerung zur Aufnahme von Neuankömmlingen erhalten werden solle.

Deutschlands Aufnahmefähigkeit begrenzt

Gauck erklärte: "Wir weisen Menschen nicht zurück, die bei uns einen Anspruch auf Asyl oder internationalen Schutz haben." Zugleich wies er aber auf beschränkte Kapazitäten hin: "Wir erkennen auch, dass unsere Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns kommen wollen." Wichtig sei ihm die Einsicht, dass Einwanderung Gesellschaften bereichern könne, wirtschaftlich, kulturell und menschlich. Das gelinge aber nur, wenn diese sich geregelt vollziehe: "Und manche Vorstellung wird sich auch als Illusion erweisen: Migration nach Europa wird die grundlegenden Entwicklungsprobleme Afrikas nicht lösen."

Gemeinsame Werte

Der Bundespräsident betonte zudem, es sei wichtig, gemeinsam die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen. Europäer und Westafrikaner teilten nicht zuletzt die Erfahrung, dass die Integration nur Schritt für Schritt vorangehe und Reformen unter den Mitgliedstaaten umstritten sein könnten. Gemeinsame Werte und Prinzipien müssten immer wieder aufs Neue verteidigt werden.

Zugleich mahnte Gauck, Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer könnten Probleme wie den Klimawandel oder den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die Schaffung von Frieden und Sicherheit nur gemeinsam lösen. Der Bundespräsident hält sich seit Montag zu einem offiziellen Besuch in Nigeria auf. Am Freitag wird er in Mali erwartet.

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2016, 12:03 Uhr