Irakische Truppen in Hammam al-Alil südlich von Mossul
Wollen für Sicherheit sorgen: irakische Truppen in Hammam al-Alil südlich von Mossul Bildrechte: dpa

Irakischer Ministerpräsident zu Flüchtlingen "Sie sollten zurückkommen"

"Der Terror wird eliminiert": Mit diesen Worten forderte der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi seine Landsleute in einem Zeitungsinterview zur Rückkehr in die Heimat auf. Die IS-Hochburg Mossul werde bald wieder sicher sein.

Irakische Truppen in Hammam al-Alil südlich von Mossul
Wollen für Sicherheit sorgen: irakische Truppen in Hammam al-Alil südlich von Mossul Bildrechte: dpa

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat seine Landsleute in Deutschland angesichts der Erfolge im Kampf gegen die IS-Terrormiliz zur Rückkehr aufgerufen. "Der Krieg in Mossul wird sehr bald beendet sein. Wir sind im Westteil fast im Stadtzentrum angelangt, die Operation ist sehr erfolgreich. Der Feind flieht entweder oder wird getötet", sagte Al-Abadi der "Bild-Zeitung".

Rückkehr sei im Interesse Iraks

"Wir möchten nicht, dass unsere Leute das Land verlassen müssen, dass sie Flüchtlinge sein müssen. Wir machen die Gebiete wieder bewohnbar und wollen, dass die Menschen hier wieder wohnen können." Auf die Frage, ob er damit seine Landsleute in Deutschland zur Rückkehr aufruft, sagte Abadi: "Ja, das mache ich. Sie sollten zurückkommen. Das ist in unserem Interesse."

Die Menschen werden zurückkehren

Haidar al-Abadi, irakischer Ministerpräsident

Abadi wurde zum Kampf gegen den IS in Mossul noch konkreter: "Wir eliminieren ihre komplette Organisation. Indem wir ihnen ihre Hauptstadt wieder aus den Händen reißen, töten wir ihre Ideologie."

Große Teile Mossuls in irakischer Hand

Auf die Frage, ob die irakische Regierung für die Sicherheit der Menschen sorgen kann, sagte Abadi: "Schauen Sie sich an, was in Mossul passiert. Der Terror wird eliminiert. Und die Menschen werden zurückkehren können, das versichere ich!"

Die irakische Armee hatte am 19. Februar eine Offensive gestartet, um die Dschihadisten vollständig aus Mossul zu vertreiben. Mit Unterstützung der US-geführten Militärkoalition haben die irakischen Regierungstruppen inzwischen große Teile der IS-Hochburg zurückerobert.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.03.2017 | 6:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2017, 09:48 Uhr

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14 Kommentare

11.03.2017 19:21 Karl 14

Die haben doch kein Interesse zurückzukehren und ihre Heimat aufzubauen, es geht ihnen doch hier besser, volle Versorgung, Taschengeld und den ganzen Tag nichts tun. Also warum sollen sie sich ihre Hände schmutzig machen wie unsere Eltern früher, die unsere Heimat hier wieder aufgebaut haben und zum Dank dann einen "tolle Rente"bekamen. Da lebt es sich doch besser auf unsere Kosten und die Grünen schreien sowie gleich wieder.

11.03.2017 16:51 Kathi 13

@ 6 - In meiner Gemeinde sind wir ca. 30 ehrenamtliche Helfer. Einige von uns sind auch noch berufstätig, keiner von uns profitiert von den Flüchtlingen, im Gegenteil, unsere Autofahrten ins LRA oder zu BaMF-Anhörungen bezahlen wir aus eigener Tasche. Mit Ihrem Beitrag qualifizieren Sie das Ehrenamt ziemlich ab. Übrigens erlernt man Berufe, die macht man nicht so schnell nebenher wie ihre Bekannte.

11.03.2017 16:02 Jacqueline 12

jeder wäre froh wenn er in seine Heimat, sein Vaterland zurückkehren könnte.
Ich verstehe es nicht, warum immer noch mehr kommen und die, die schon hier sind, nicht in ihre Heimat zurückkehren möchten.

11.03.2017 13:29 RÜDI 11

Der Fachkräftemangel im Irak muss beseitigt werden. Sie brauchen auch Maurer und Hilfskräfte, es gibt dort genügend Arbeit beim Wiederaufbau. Dachdecker, Zimmerleute- Imbissbuden, Telefonläden, alle brauchen sprachkundige Menschen, die arbeiten wollen. Auf jedem Touristenschiff und Flieger sind Freiplätze bereitzuhalten. Schreibt das in euer Wahlprogramm - die wähle ich.

11.03.2017 13:22 Monika 10

Zurück um ihre Heimat aufzubauen ja! Aber...wollen sie das auch? Sollen das die in der Heimat gebliebenen Frauen, Kinder und vielen älteren Menschen erledigen? Zumindest die Grünen hier in Deutschland sind sich da ja einig.

11.03.2017 12:50 Buergerx 9

Wenn ein glaubwürdiger hochrangiger Politiker seine Landsleute zur Rückkehr aufruft, müsste das Bamf sehr zeitnah reagieren und entsprechende Bescheide für Flüchtlinge aus diesem Land ausstellen. Ebenso müsste der Familiennachzug sofort gestoppt oder zumindest erst einmal ausgesetzt werden. Schauen wir mal, was passiert. Für mich hängt an den kommenden Entscheidungen des BAMF dessen Glaubwürdigkeit sowie der beteiligten politischen Institutionen.

11.03.2017 12:30 D.o.M. 8

Grüne und Linke: Sofort Empörung bekunden ! Denn: Irak ist kein sicheres Herkunftsland. Und wenn die irakische Regierung jetzt so etwas behauptet, dann straft sie Euch Lügen was das Maghreb anbetrifft. Also: Gegendemonstrationen ! Sofort !

11.03.2017 12:15 Bingo 7

Das Bild zeigt Männer, die für die Freiheit des Irak kämpfen, das Bild der wehrfähigen Männer aus dem Irak, die in Deutschland Asyl suchen und mit dem Smartphone spielen ein anderes.

11.03.2017 11:50 ralf meier 6

Was machen dann nur die vielen mehr oder weniger ehrenamtlichen Helfer. Noch schlimmer träfe es diejenigen, die aus dem Ehrenamt schnell einen Beruf machten. Für eine mir bekannte Flüchtlingshelferin wäre eine alternative Tätigkeit in der Altenpflege zu stressig . Eine ganze aufstrebende Industrie läge am Boden. Ich kann das Engagement und die Besorgnisse rotgrüner Politiker , wie sie sich bei der gerade erst erfolgten Ablehnung weiterer sicherer Herkunftsstaaten zeigte, gut nachvollziehen.

11.03.2017 11:39 Herbert Wallasch, Pirna 5

Zurückkeheren, wohin ist die Frage, denn die alte Heimat ist zerstört, besetzt oder die feindlichen Nachbarn haben die Seite gewechselt und gehören nun zu den "Guten", trotz früherer Ausschreitungen. Die andere Variante ist die Besiedelung von angeblich freien Grundstücke um einen Kurdenstaat zu vermeiden, wobei der größte Teil der Kurden nicht anders vorgeht. Den Irak gibt es nicht mehr, nur Einflußzonen nach Religion oder Familieninteressen, oder in Zukunft eine Einigung mit Millitärgewalt. Doch da hat jeder so seine eigene persönliche Interessen, keine Staatsinteressen oder den Vorteil für alle Gruppen im Blickwinkel, schon gar nicht das des Einzelnen.

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