Das weltgrößte Löschflugzeug T-944
Die USA halfen mit dem weltgrößten Löschflugzeug T-944 - eine umgebaute Boeing 747. Auch aus anderen Ländern kam Hilfe, etwa aus Russland. Bildrechte: dpa

Palästinensische Feuerwehr hilft Brände in Israel unter Kontrolle

Die Brände in Israel und im Westjordanland sind nach Angaben der Behörden unter Kontrolle. Umstritten ist die Rolle der Palästinenser: Sie halfen bei den Löscharbeiten, sollen aber auch Feuer gelegt haben.

Das weltgrößte Löschflugzeug T-944
Die USA halfen mit dem weltgrößten Löschflugzeug T-944 - eine umgebaute Boeing 747. Auch aus anderen Ländern kam Hilfe, etwa aus Russland. Bildrechte: dpa

Die Brände in Israel und im Westjordanland sind nach Angaben der Rettungskräfte unter Kontrolle. Es gebe keine aktiven Brandherde mehr, teilte die israelische Feuerwehr am Sonntag mit.

In den vergangenen Tagen hatten in Israel und in jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland Großbrände gewütet. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Haifa, der drittgrößten israelischen Stadt, flohen 60.000 Menschen vor den Flammen. Sie kehren nun nach und nach wieder zurück. Laut Behörden wurden etwa 700 Häuser beschädigt oder zerstört.

Insgesamt 2.000 Brände

Auch in der jüdischen Siedlung Halamisch bei Ramallah im Westjordanland wurden nach Polizeiangaben dutzende Häuser zerstört oder beschädigt. Weitere Brände waren aus den Siedlungen Dolev, Alfei Menasche und Karnei Schomron gemeldet worden. Die Feuerwehr bekämpfte nach eigenen Angaben insgesamt rund 2.000 Feuer, darunter 20 durch Dürre und Winde verursachte Großbrände.

Netanjahu dankt Abbas für Hilfe

An den Löscharbeiten beteiligte sich neben den israelischen Einsatzkräften auch die palästinensische Feuerwehr. Aus dem Ausland kam ebenfalls Hilfe, unter anderem war das weltweit größte Löschflugzeug aus den USA im Einsatz.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu dankte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas für die Unterstützung. Auch Verteidigungsminister Avigdor Lieberman dankte der Palästinensischen Autonomiebehörde für Hilfe bei der Brandbekämpfung.

Spekulationen über "Feuer –Intifada"

Die israelische Polizei vermutet, dass mehrere Brände absichtlich gelegt wurden. Sie nahm 23 Personen fest und befragte sieben weitere Verdächtige. Netanjahu hatte am Donnerstag angekündigt, jede Brandstiftung als "Terrorakt" zu verfolgen.

Israelische Medien spekulierten über palästinensische Extremisten, die eine "Feuer-Intifada" gegen Israel führten. Nach Angaben der ultrarechten Partei Unser Haus Israel gehen 17 von 110 Bränden im Westjordanland auf Brandstiftung zurück.

Vertreter der israelischen Araber, die knapp ein Fünftel der Bevölkerung in Israel ausmachen, wiesen die Vorwürfe zurück. Sie seien von den Feuern ebenso betroffen wie ihre jüdischen Nachbarn.

Ein Feuerwehrmann bekämpft in Nataf ein Feuer
Die Feuerwehr in Nataf im Einsatz gegen Brände. Bildrechte: dpa

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2016, 19:28 Uhr