Journalisten fordern Aufklärung nach Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia
Journalisten fordern Aufklärung nach dem Mord an der Reporterin Daphne Caruana Galizia Bildrechte: dpa

Malta Ermordete Journalistin unter großer Anteilnahme beigesetzt

Mitte Oktober wurde die maltesische Journalistin Daphne Galizia bei einem Bombenattentat getötet. Sie hatte zu Steuertricks hoher Politiker recherchiert. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die EU forderte die Regierung in Malta auf, den Mord aufzuklären.

Journalisten fordern Aufklärung nach Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia
Journalisten fordern Aufklärung nach dem Mord an der Reporterin Daphne Caruana Galizia Bildrechte: dpa

Hunderte Menschen haben auf Malta Abschied von der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia genommen. Die Beisetzung fand in der Rotunda von Mosta statt, der größten Kirche des Inselstaates. An der Trauerfeier nahm auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani teil sowie der OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit Harlem Desir. Dagegen waren Vertreter der maltesischen Regierung und die Präsidentin unerwünscht, wie die Familie mitteilen ließ.

Die Regierung hatte für Freitag Staatstrauer angeordnet. Caruana Galizia war am 16. Oktober durch eine Autobombe getötet worden. Die EU-Kommission drängte unterdessen die maltesische Regierung zur Aufklärung des Mordes. Es gab bislang keine Festnahmen, von den Tätern fehlt jede Spur.

Mord wegen Recherchen zu "Panama Papers"?

Die ermordete, investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia aus Malta
Die investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia starb am 16.10.2017 bei der Explosion einer Autobombe. Bildrechte: dpa

Die Bloggerin und Reporterin Galizia hatte unter anderem zu den sogenannten Panama Papers und einer möglichen Verwicklung der Familie von Maltas Regierungschef Joseph Muscat in intransparente Finanzgeschäfte recherchiert. Vor Bombenanschlag hatte die 53-Jährige bereits mehrfach Morddrohungen erhalten.

Bei den Panama-Papieren geht es um Enthüllungen eines Reporter-Netzwerks über etwa 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama gegründete Briefkastenfirmen. Diese Scheinfirmen dienten weltweit Politikern, Prominenten und Kriminellen als Steueroasen und zur Geldwäsche.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.11.2017 | 05:36 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2017, 16:28 Uhr

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2 Kommentare

03.11.2017 19:53 Das haben wir ganz richtig verstanden 2

@03.11.2017 17:54 4711 (1 Welche Politiker sind bei den Steuertricks gemeint? Sind das die, die jetzt den Mord aufklären sollen/wollen?)

Ganz richtig: Die EU fordert die korrupte maltesische Klasse zur Selbstreinigung auf. Ganz rechts: Das ist genau so korrupt, wie die maltesische Politische Klasse selbst. Deshalb wird auch nichts passieren - ausser dem reichlichen Vergiessen von Krokodilstränen und wahrhaft historischen Reden, in dem stets und ständig und ohne jede Berechtigung das Personalpronomen "wir" umgewälzt werden wird und Empörungundfassungslosigkeit wie ein Sinuston klingt.

Derweil das maltesische "Kapital" arbeitet...

03.11.2017 17:54 4711 1

Welche Politiker sind bei den Steuertricks gemeint? Sind das die, die jetzt den Mord aufklären sollen/wollen?