Macron und Merkel beim Migrationsgipfel in Paris - links  der Präsident des Tschad, Idriss Deby, am 28.08.2017 bei der Pressekonferenz im Élysée-Palast in Paris
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Migrationsgipfel in Paris. Bildrechte: dpa

Migrationsgipfel in Paris Recht auf Asyl soll schon in Afrika geprüft werden

Weniger Flüchtlinge sollen den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer auf sich nehmen. Dafür Maßnahmen zu erarbeiten, war das erklärte Ziel des Migrationsgipfels mit Vertretern mehrerer europäischer und afrikanischer Länder in Paris. Das Ergebnis: Flüchtlingen soll es künftig bereits in afrikanischen Transitländern möglich sein, ein Recht auf Asyl prüfen zu lassen.

Macron und Merkel beim Migrationsgipfel in Paris - links  der Präsident des Tschad, Idriss Deby, am 28.08.2017 bei der Pressekonferenz im Élysée-Palast in Paris
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Migrationsgipfel in Paris. Bildrechte: dpa

Um die Flucht von Schutzsuchenden über das Mittelmeer zu verhindern, haben Frankreich, Deutschland und weitere europäische Länder erneut eine verstärkte Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten angekündigt. Als Ergebnis eines Migrationsgipfels in Paris soll es Flüchtlingen künftig möglich sein, bereits in den afrikanischen Ländern Niger und Tschad prüfen zu lassen, ob ein Recht auf Asyl in Europa besteht. Zugleich soll weiterhin die Schleuserkriminalität bekämpft werden.

An dem Treffen in der französischen Hauptstadt nahmen neben Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron auch Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni, der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teil. Zudem waren die Staatschefs des Tschad und des Niger, Idriss Déby und Mahamadou Issoufou, sowie der libysche Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch beteiligt. Macron erklärte nach dem Gipfel, mit dem neuen Verfahren sollten Schutzbedürftige "so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht" werden. Abgelehnte Asylbewerber dagegen würden in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Beaufsichtigt werden soll das Verfahren durch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Bundeskanzlerin Merkel warnt vor falschen Signalen

Flüchtlinge auf einem Schlauchboot.
Die Flucht über das Mittelmeer soll künftig verhindert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angela Merkel unterstützte das von Macron vorgeschlagene Verfahren. Grundsätzlich sei man bereit Menschen aufzunehmen, die wirklich in Not seien. Merkel schränkte ein: "Das kann aber nur dann gehen, wenn wir eine klare Unterscheidung auch zu den Menschen finden, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Libyen gehen, um von dort nach Europa zu kommen." Die Maßnahmen müssten zudem auch daran gekoppelt werden, dass illegale Migration gestoppt werde. Sonst würden falsche Zeichen gesetzt.

EU-Kommissar fordert Aufnahme von Flüchtlingen

Unterdessen forderte die EU-Kommission die EU-Staaten auf, mehr Flüchtlinge aus Afrika freiwillig aufzunehmen. Der für Migrationspolitik zuständige Kommissar Dimitris Avramopoulos schrieb in einem Brief an die EU-Innenminister, neben Opfern des Syrien-Konflikts sollten auch schutzbedürftige Menschen in die EU umgesiedelt werden, die sich derzeit in Ägypten, Libyen, Niger, Äthiopien und dem Sudan aufhielten. Dies werde dazu beitragen, die illegale Migration über das Mittelmeer einzudämmen und die Situation in den betroffenen Ländern zu stabilisieren. Avramopoulos erklärte, bis zum 15. September sollten die EU-Staaten sagen, wie viele Menschen sie im nächsten Jahr freiwillig aufnehmen werden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 28.08.2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2017, 08:15 Uhr

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20 Kommentare

30.08.2017 18:23 Ekkehard Kohfeld 20

@ Bernd L. 18 Das Hauptproblem für uns ist die Familienzusammenführung syrischer Flüchtlinge, die auf dem Weg ist. In Kanada, Nova Scotia haben Statistiken gezeigt, dass die durchschnittliche syriosche Familie aus 7 Personen besteht, manche sogar 10 bis 12 (kann man ergoogeln). Das gibt bei 390 T Syriern hier über 2,5 Millionen neue Flüchtlinge, eine gewaltige Zahl für unsere Sozialsysteme.##Ja und was das ganze noch makaberer macht der aller größte Teil davon wird nie in unsere Sozialsystem einzahlen und aus unserm Sozialsystem wieder raus kommen.Die jetzt noch hura schreine werden sich wundern wenn sie im alter keiner lei Rente oder Unterstützung mehr bekommen weil einfach nichts mehr da ist dann möchte ich deren Geschrei hören.Wird nicht mehr lange dauern.

30.08.2017 18:17 Ekkehard Kohfeld 19

@ Blücher 14 Ich frage mich was das für Asylanten sein sollen ?
Aus Senegal, aus Nigeria , Marokko, Tunesien ?
Die Volksverdummung geht unvermindert weiter.##Ja ist schon interessant vor einigen Wochen sagte im WDR 2 Radio eine Schulleiterin das an ihrer Schule 45 Nationen vertreten seien und wie man da wohl noch unterrichten soll,das sollt bestimmt nicht über die Antenne aber so ist das bei Live Interviews:-))Aber wenn so viele Kriege auf der Welt wären würde man das nicht merken,sind da nicht schon große Teile der Welt in Flammen und wir merken das nicht oder wie geht das?

30.08.2017 16:39 Bernd L. 18

Das Hauptproblem für uns ist die Familienzusammenführung syrischer Flüchtlinge, die auf dem Weg ist. In Kanada, Nova Scotia haben Statistiken gezeigt, dass die durchschnittliche syriosche Familie aus 7 Personen besteht, manche sogar 10 bis 12 (kann man ergoogeln). Das gibt bei 390 T Syriern hier über 2,5 Millionen neue Flüchtlinge, eine gewaltige Zahl für unsere Sozialsysteme.

30.08.2017 06:50 Wo geht es hin? 17

Teiüberschrift aus dem Artikel: "Bundeskanzlerin Merkel warnt vor falschen Signalen." Zitat Ende. Bei der Schlagzeile weiss man nicht, ob man lachen oder heulen soll. Ausgerechnet die Person, die 2015 reichlich falsche "Signale" gesendet hat, warnt jetzt davor?

29.08.2017 14:56 Fragender Rentner 16

@Bernd L. zu 2

Das kostet wohl nicht auch Steuern von dir?

Scheinbar bist du befreit davon?

29.08.2017 12:39 007 15

@ Lisa 13 ... Wissen sie was mich so nervt in unserer linken Republik? Die Syrier, Iraker, Iraner usw. die hier sind, da wird garnicht hinterfragt, besteht überhaupt noch euer damaliger Fluchtgrund? Ist in euren Ländern nicht endlich Frieden!? Familiennachzug ja, aber nach den Nahen-Osten wäre doch jetzt angesagt. Wo haben denn die angeblichen Familienmitglieder bis jetzt gelebt, haben die alle in den Schürzengräben gewartet? Natürlich nicht. In diesem System stimmt nichts mehr. Wenn die Fluchtursachen vorbei sind müssen die Menschen wieder gehen, dass hat Merkel einmal gesagt. Achja stimmt, dass war nur wiedermal eine Beruhigungspille für den Michel. Aktuell sind jedenfalls über 90% der IS Gebiete befreit, dann sollte die auch alle wieder gehen. Es gibt genug aufzubauen. Die Ausrede die haben sich hier integriert, haben Freunde, zieht bei mir überhaupt nicht. Die hatten u haben sie in ihrer Heimat auch u sind gegangen. Die Politik sollte endlich eine Retoure Welle ankurbeln ...

29.08.2017 12:20 Blücher 14

Ich frage mich was das für Asylanten sein sollen ?
Aus Senegal, aus Nigeria , Marokko, Tunesien ?
Die Volksverdummung geht unvermindert weiter.

29.08.2017 11:14 Lisa 13

Die Migration aus Afrika wird nur temporär gebremst, weil, aktuellen Medienberichten zufolge ab 2018 390.000 Syrer das Recht auf Familiennachzug haben.
Wieviel Personen zählt eigentlich eine durchschnittliche syrische Familie?
Wenn das dann durch ist, kommen die Route aus Afrika auch wieder ins laufen.
Wir schaffen das.

29.08.2017 11:10 h2o 12

29.08.2017 08:29 4711: Bin ganz Ihrer Meinung.

29.08.2017 10:40 Fragender Rentner 11

@Bernd L. zu 2

Sei froh, dass wir noch nicht solche Verhältnisse wie in Frankreich haben.