Vereinte Nationen 20 Millionen Menschen droht Hungertod

Die Versorgungslage in drei afrikanischen Ländern und dem Jemen ist den Vereinten Nationen (UN) zufolge so dramatisch, dass 20 Millionen Menschen an Hunger sterben könnten. Die Organisation sei an einem kritischen Punkt ihrer Geschichte angekommen, teilte sie selbst mit.

UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hat den Weltsicherheitsrat mit dramatischen Worten um Hilfe für Millionen von hungernden Menschen gebeten. Nach seinen Worten droht rund 20 Millionen Menschen in vier Ländern der Hungertod, sollte sich die internationale Gemeinschaft nicht zu einer größeren Hilfsaktion entschließen.

"Menschen werden schlicht und einfach sterben"

UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien

O'Brien hatte kurz zuvor die Krisengebiete im Jemen, im Südsudan und Somalia sowie in Nigeria besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht. "Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben", sagte er am Freitag zu den im Sicherheitsrat vertretenen Diplomaten. Für den Nothilfekoordinator sei damit ein "kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen" erreicht, wie aus einer UN-Mitteilung hervorgeht.

Größte humanitäre Katastrophe seit UN-Gründung

Die Vereinten Nationen stünden vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung. "Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich und ohne eine große internationale Reaktion wird sie noch schlimmer", sagte der Brite. "Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam - den Konflikt. Das bedeutet, dass wir (die UN) die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern." Rasche Hilfe und auch finanzielle Hilfe seien nötig, da noch die Gelegenheit bestehe, das Schlimmste zu verhindern.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.03.2017 | 6:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2017, 08:23 Uhr

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11 Kommentare

12.03.2017 15:51 H.E. 11

Es ist eine Tragödie mit der Hungerkatastrophe in diesen Ländern.
Aber @8 hat völlig recht mit der Forderung einer Geburtenregelung. Seit 1960 hat sich in diesen Staaten die Bevölkerung verfünffacht und zwar nicht nur in diesen, sondern auch in anderen Staaten und zwar besonders in muslimischen, Ägypten, Maghreb, Syrien,Pakistan etc. etc..
Wenn wir uns verfünffacht hätten seit 1960, würden in D nicht ca. 80 Millionen Leute leben, sondern 400 Millionen.

11.03.2017 16:37 VakuumTeamOst 10

@7 und 8 und wer entscheidet was für Afrika besser ist? Adipöse Europäer die im Überfluss an Lebensmitteln und Konsumrausch den Bezug zur Realität verlieren? Sind wir bereit zu verzichten? Steht Ihnen der Wohlstand überhaupt zu den Sie besitzen? Ist Ihnen überhaupt klar dass sich Industrienationen wie Deutschland am Elend Afrikas bereichert haben? Wer entscheidet wem Wasser und Nahrung zusteht? Vielen geht langsam das Hinterteil auf Grundeis, da es langsam dem wohlahabenden Teil der Welt an den Kragen geht. Die Komfortzone in der wir uns schon lange bewegen und unsere Arroganz mit der wir den ärmsten der Armen Jahrzente entgegen getreten sind, rächt sich langsam aber sicher. Frieden, genug Nahrung und Gesundheit ist leider auch viel Glücksache wo man geboren und aufgewachsen ist. Gegen mangelnde soziale Kompetenz und Intelligenz leider auch nicht. Angst vor Wohlstandsverlust und Nationalgedusel wird die Herausforderungen auf der Welt jedenfalls nicht lösen. Im Boot sitzen wir alle...

11.03.2017 15:23 Realismus 9

Wann lernen wie endlich das, dass einzige Problem der Mensch ist. Es sind einfach zu viele Menschen auf dem Kontinent. Da helfen auch keine Rot Kreuz Pakete. Der Planet KANN nicht alle Menschen ernähren!

11.03.2017 15:23 Bürgerin 8

@6 Ja, es hört sich inhuman an, eine Geburtenbegrenzung zu fordern. Das Problem ist nur, das die Bevölkerung Afrikas rasant wächst und die Länder schon jetzt nicht in der Lage sind, ihre Menschen zu ernähren. Daran haben auch die vielen Spenden und Förderprogramme nichts geändert.
Was ist wohl humaner: Eine Schwangerschaft zu verhindern oder abzubrechen oder 10 Kinder zu gebären und davon 8 verhungern zu sehen?
Welche Lösungen für diese schlimmen Verhältnisse haben Sie denn anzubieten?

11.03.2017 13:56 Monika 7

Hier erscheint mir Hilfe wichtiger als die Aufnahme der vielen allein reisenden männlichen Flüchtlinge ohne Asylanspruch die aus irgendeinem Grund nicht abgeschoben werden. Es gibt in D Politiker, die das auch weiterhin verhindern. Die Hungerleidenden sind hauptsächlich Frauen und Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind. Spendengelder der sogenannten Hilfsorganisationen kommen doch selten bei den Hilfebedürftigen an.

11.03.2017 10:51 VakuumTeamOst 6

Wenn ich mir hier so manche Kommentare durchlese wird mir übel! Bei manchen verdirbt Nationalismus nicht nur den Charakter, sondern auch den Humanismus. @3 Ihre Aussage ist eine Frechheit, Sie sollten sich was schämen. Eine 0 Kind Politik wünsche ich mir für Ihres gleichen. Was geht nur in Ihrem Kopf vor? Afrika kann man nur verstehen wenn man dort war! Sie haben es wahrscheinlich nicht mal über die Grenze Ihres Bundeslandes geschaft. Ihnen ist klar das "Gutmensch" Vokabular der Nationalsozialisten war oder? Wahrscheinlich finden Sie es auch gut was die Nazis in Afrika getrieben richtig? Ich könnte wirklich platzen vor Wut!

11.03.2017 10:25 Peter H. 5

Sind wir schon wieder an dem Punkt? Seit ich mich erinnern kann werden Bilder von halb verhungerten schwarzen Kindern zyklisch in den Medien gezeigt. Dann spenden alle und 10 Jahre später weiß man mit Gewissheit das 60% der Spenden in Personalgehälter und Werbung der "Hilfsorganistationen" geflossen ist. Den größten Teil des Rests hat irgend ein Diktator eingesackt und Waffen damit gekauft und ach ja ein paar Brunnen hat man auch gebohrt und ein bisschen Hilfe geleistet aber nur so lange das Thema "sexy" war. Danach sind alle Helfer in Ihren spendengeldfinanzierten klimatisierten SUVs nach Hause gefahren um erneut um Spendengelder zu betteln. Spenden an Hilfsorganisationen bedeutet Schmarotzern und Diktatoren ein schönes Leben zu finanzieren, wirklich helfen tut man damit niemanden.

11.03.2017 10:12 Ingo Flam 4

Die Vereinten Nationen sind ein korrupter, geldverschlingender, ineffektiver, bürokratischer Verein. Nur ein Bruchteil der Spendengelder kommt wirklich da an wo sie gebraucht werden. Jedes hochentwickelte Industrieland sollte sich ein (1) Entwicklungsland als Partner aussuchen um dort gezielt zu helfen. Geld mit der Gießkanne verteilen bringt keinen Erfolg, dies sehen wir nun schon seit mehr als 5 Jahrzehnten.

11.03.2017 09:18 theo w. 3

Wie wäre es denn mal mit Aufklärung zur Verhütung?
Die Religion spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
Ich verstehe hier immer die Gutmenschen nicht, die nicht begreifen wollen, dass eine kurzfristige Versorgung mit Lebensmitteln die Lage nur verschlimmert. Afrika braucht die 1 Kind Politik Chinas.

11.03.2017 09:15 Bürgerin 2

Ja, das ist eine schreckliche Katastrophe! Aber sie wird sich immer und immer wieder zutragen, solange die Menschen dieser Länder nicht zu mehr Bildung kommen und die Regierungen keine Geburtenkontrolle einführen. Was haben denn die Millionen an Entwicklungshilfe und Spendengelder denn gebracht, wenn es statt besser immer schlimmer geworden ist? Was ist mit diesem Geld gemacht worden? Ist es überhaupt angekommen? Ist es dann der richtige Weg, die wenigen Fachkräfte auch noch anzuwerben oder als Flüchtlinge bei uns zu belassen? Oder sollten wir eher gezielt Menschen vor Ort ausbilden, auch Fachkräfte um die Länder voranzubringen? Oder Flüchtlinge ausbilden und dann zurück in die Heimat um das Land zu stärken?
Solche Aktionen: Schnell helft, die Menschen hungern sind nötig, aber blanker Aktionismus.