Auf einer Europafahne liegen Ein-Euro-Münzen.
Den Euro gibt es bislang in 19 EU-Staaten. Bildrechte: dpa

Reaktionen auf Juncker-Vorstoß Von Akzeptanz bis Ablehnung

19 EU-Länder haben bislang den Euro, viele osteuropäischen Staaten haben haben ihn nicht. EU-Kommissionschef Juncker drängt auf eine schnelle Einführung. Die Reaktionen auf diese Idee fallen sehr unterschiedlich aus.

Auf einer Europafahne liegen Ein-Euro-Münzen.
Den Euro gibt es bislang in 19 EU-Staaten. Bildrechte: dpa

Schneider begrüßt Junckers Vorstoß

SPD-Finanzpolitiker Carsten Schneider sagte MDR AKTUELL, er unterstütze die Reformvorschläge von Juncker. Länder wie Tschechien oder Polen, die die Wirtschaftskriterien erfüllten, sollten auch den Euro einführen. Das stärke die Gemeinschaft.

Union mahnt zur Vorsicht

Die Bundesregierung wollte die Forderung des EU-Kommissionspräsidenten unterdessen nicht kommentieren. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, darüber müsse auf dem Sondergipfel Ende September in estländischen Tallinn gesprochen werden. Ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, für einen Euro-Beitritt müssten bestimmte Kriterien erfüllt werden. Das Verfahren sei ein langer Prozess.

CSU-Politiker mahnten bei der Ausweitung der Euro-Zone Vorsicht an. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sagte, für den Euro-Beitritt gebe es klare Kriterien. Solange die Kandidaten diese nicht erfüllten, dürfe die Aufnahme nicht per Dekret erzwungen werden, wie einst bei der Aufnahme Griechenlands.

Scharfe Kritik von Wagenknecht

Die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag, Sahra Wagenknecht
Linken-Fraktionschefin Sarah Wagenknecht Bildrechte: dpa

Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht kritisierte hingegen den Vorschlag. Juncker scheine von allen guten Geistern verlassen zu sein, sagte die Linken-Fraktionschefin. So habe etwa Italien seit der Euro-Einführung ein Viertel seiner Industrie verloren, Griechenland sei in der Dauerkrise. Der Euro habe Europa nicht geeint, sondern die Ungleichgewichte verstärkt, sagte Wagenknecht.

Euro-Einführung Um der Eurozone beizutreten, wurden innerhalb der EU vier Konvergenzkriterien vereinbart, darunter eine niedrige Inflationsrate und eine stabile Finanzlage der öffentlichen Hand. Die EU-Staaten, in denen noch mit einer nationalen Währung gezahlt wird, sind grundsätzlich zum Beitritt in die Währungsunion verpflichtet – sobald sie die im EU-Vertrag festgelegten Konvergenzkriterien erfüllen.

Der Euro in der EU

Von den derzeit 28 EU-Ländern haben 19 Länder in den vergangenen Jahren den Euro eingeführt. Großbritannien und Dänemark sind von der Einführung ausgenommen. Osteuropäische Länder wie Tschechien und Polen haben bisher noch keinen offiziellen Termin für eine Einführung der Gemeinschaftswährung festgelegt. Der Hauptgrund für die Skepsis dieser Länder ist derzeit die Schuldenkrise anderer EU-Länder.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 13.09.2017 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 14:45 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

25 Kommentare

15.09.2017 15:25 Fragender Rentner 25

@Peter zu 22

Für wen ist die Statistik gut?

Kauft man denn jeden Monat ein neues Auto , einen Kühlschrank, einen Fernseher o.ä.?

Man benötigt auf jeden Fall Lebensmittel und das jeden Tag und hier benötigt man einen direkten Vergleich !!!

Das ist fast so wie der Frau gestern Abend beim ZDF gesagt wude, sie kann ja noch Riestern. Sie erwartet eine Bruttorente von ca. 650,- €!

Wenn sie riestern würde, dann wenn sie die Grundsicherung beantragt diese auch noch angerechnet wird, bevor sie diese ausgezahlt bekommt!

14.09.2017 21:24 Wo geht es hin? 24

@Wessi - Zitate von Ihnen:" Wer sich nicht nach europäischen Werten richtet (Ungarn+Polen) sollte materiell abgestraft werden, denn diese Länder saugen sich an unseren Steuergeldern voll." Zitat Ende. Komisch - wenn Menschen, die illegal hierherkommen und das Gleiche tun - ist das für Sie vollkommen o.k.. Was wäre denn Ihr Vorschlag bei denen für eine "Abstrafung"? Weiteres Zitat: "Deutsche Nationalisten, so meine Meinung, sollten endlich wieder nach Besatzungsrecht 1945 behandelt werden, denn sie verdienen es m.Empfinden nach nicht die Vorteile unserer EU zu haben." Zitate Ende. Und wenn sie aufmucken, am besten gleich ins Lager? Zur Info: entscheidende Teile des Besatzungsrechtes von 1945 gelten immer noch, sogar bis 2099 (auch für Sie) - wollen Sie jetzt immer noch andere Menschen so behandeln? Und was verdienen SIE eigentlich - so nach Ihrem eigenen Empfinden? Sie halten sich ja offensichtlich für was Besseres! Ich glaube, Sie und Junker haben das gleiche Laster...

14.09.2017 19:39 Leonard 23

Mit dieser Maßanahme wird der Euro noch mehr aufgeweicht. Schon jetzt werden die Bürger um ihr Geld betrogen bei 0% Zinsen. Hat der etwa schlecht geschlafen ???

14.09.2017 16:04 Peter 22

@20 Fragender Rentner: Gefühle täuschen mitunter!
Laut Statistischen Bundesamt sind die Verbraucherpreise seit der Einführung des Euro 2002 bis heute um 21% gestiegen.
Ihre Rente stieg im gleichen Zeitraum um 26%.

14.09.2017 16:04 annerose will 21

Tja die Sarah wie recht sie doch hat ! Diese Linke ist wirklich standhaft gegen die Gleichschaltung der Linken seit ihrer Abspaltung von der SPD geblieben. Früher waren die Linken auch - weil viele Querdenker Wahrheiten gegen den Mainstream aussprachen - wählbar. Heute reduzieren sich die unerschrockenen Querdenker im Wesentlichen auf 2 Leute - sie und ihren Mann Oskar. Der Rest agiert inzwischen den Regeln des politischen Establishments , ist gewissermaßen "assimiliert" und hält den Mund bzw. vertritt nur politisch korrekte Meinungen wie z.B. die Kipping.

14.09.2017 15:45 Fragender Rentner 20

Heute stand in der LVZ was so einige Leute beim ARD und ZDF im Jahr bekommen.

Hr. Schneider mit seinem Gehalt ist es bestimmt auch egal ob er in Euro oder einer anderen Währung seine Diäten erhält.

Was wir bei fast allen Produkten in DM bezahlt haben, bezahlen wir jetzt in Euro und noch mehr.

Kommt mir nicht mit der Inflation!

Denke da nur mal an die Butterpreise und wer verdient daran?

13.09.2017 23:34 part 19

Anscheinend ist den Stellvertretern und Vollstreckern aus Brüssel ihre bisherige Austeritätspolitik noch nicht weit genug gegangen, nun sollen neben Griechenland, Spanien und Italien noch andere Staaten und Völker, die Umverteilungspolik der Troika mittragen, besonders wo in Frankreich demnächst deutsche Verhältnisse ingeführt werden sollen, die für noch mehr Wirtschaftsverzerrung führen werden. Sind dies etwa die Vorboten eines Finanzgaues der schon längst überfällig ist?

13.09.2017 23:12 Markus 18

Manche Politiker sagen, mit Euro geht es für Wirtschaft besser. Ich kann nur sagen, für mich geht es seit der Einführung von Euro schlechter, und andere Behauptungen sind für mich nur realitätsfremde Theorie.

13.09.2017 22:58 mark 17

@8 Wessi "Deutschland" ist kulturell nicht existent , das sehe ich in Stadtteilen wie H- Billbrook , B-Neukölln , D-Marxloh , F-Bahnhofsviertel oder oder oder genauso... Finanzdinge u. gemeinsamer Wirtschaftsraum kann man auch ohne gemein. Währung organisieren ! Zentralstaat ? Brüssel ist weit weg ,das wollen die Bürger nicht ! Ungarn+Polen scheinen nicht in ihr kulturelles Weltbild zu passen . Aber Hass und Hetze schon ! Und wie jeder lebt das entscheiden Sie ! Wow !

13.09.2017 22:52 Hubert 16

@6 fischotter - Du schwimmst mal wieder im falschen Gewässer. Was haben deine ungarischen Wechselstuben mit meinem Beitrag zu tun? Und was hat Junker mit Draghi zu tun? In beiden Fällen: Nüscht.

Nebenbei: Ich kenne das Dreiländereck D+A+CH bereits aus der Vor-Euro-Zeit. Dort konnte man in irgendeiner der drei Währungen problemlos bezahlen. Alle drei Währungen waren wie verschweißt. Zwei Währungen haben sich nun, sehr zur Freude der Verkäufer, erübrigt.