Syrien-Krieg Saudi-Arabien verlegt Kampfjets in die Türkei

Saudi-Arabien hat offiziell bestätigt, Kampfflugzeuge in die Türkei verlegt zu haben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Riad sagte am Sonntag: "Das saudi-arabische Königreich hat seit heute eine Präsenz auf der Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei." Die Maßnahme sei Teil des saudischen Plans, den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" in Syrien zu intensivieren.

Saudische Jets im Rahmen von Anti-IS-Koalition

F-16-Kampfflugzeuge der US Airforce auf der Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei
Auf der NATO-Airbase Incirlik sind jetzt auch saudi-arabische Kampfjets stationiert. Bildrechte: dpa

Der saudische General erklärte weiter, die Verlegung der Flugzeuge auf den NATO-Militärflughafen sei erfolgt, nachdem die internationale Anti-IS-Koalition in Brüssel in der vergangenen Woche beschlossen habe, die Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak zu verstärken. Die Kampfflugzeuge in Incirlik operierten im Rahmen der US-geführten Militärkoalition, so der Sprecher. Ihrer Verlegung liege keine bilaterale Vereinbarung zwischen Riad und Ankara zugrunde. Um wie viele Maschinen es sich konkret handelt, blieb zunächst unklar. Saudi-Arabien ist Teil der internationalen Anti-IS-Koalition, hat sich bisher aber nicht maßgeblich an den Angriffen beteiligt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte bereits am Sonnabend gesagt, Riad habe Jagdflugzeuge nach Incirlik verlegt. Die Türkei hatte im vergangenen Jahr nach langem Zögern die Nutzung der Luftwaffenbasis östlich der südtürkischen Stadt Adana als Operationsbasis für Luftschläge der USA gegen den IS zugelassen.

Türkei und Saudi-Arabien zu Bodeneinsatz bereit

Karte der nordsyrisch-türkischen Grenzregion
Die syrisch-türkische Grenzregion im Raum Aleppo Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gleichzeitig erklärte Cavusoglu die Bereitschaft der Türkei und Saudi-Arabiens, für den Kampf gegen die IS-Miliz auch Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Der Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums bestätigte, es gebe in der Koalition einen Konsens über den Einsatz von Bodentruppen. In den kommenden Tagen würden Militärexperten die Einzelheiten des Einsatzes festlegen.

Saudi-Arabien hatte bereits Anfang des Monats seine Bereitschaft für einen Bodeneinsatz in dem Bürgerkriegsland Syrien im Rahmen der internationalen Koalition erklärt. Iran und Syrien drohten den Saudis im Falle eines Bodeneinsatzes auf syrischem Gebiet mit ernsten Konsequenzen. Die USA und andere westliche Staaten lehnen den Einsatz eigener Bodentruppen in Syrien ab.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2016, 12:50 Uhr

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11 Kommentare

14.02.2016 00:58 007 11

9. Hartmut Barth :...Direkt beteiligt sich China noch nicht gegen den den IS und den Krieg in Nah Ost, obwohl die auch Opfer durch Geiselerschießung zu beklagen haben, Aber die Chinesen sind so etwas wie den Russen ihre Waffenbrüder und stehen Naturgemäß mit ihrer Kommunistischen Regierung gegen die USA. Nicht gegen Europa, aber eben gegen Nord Amerika. Russland will wieder Weltmacht spielen und China passt der Gedanke als Gegengewicht zu den USA. Sonst könnte sich Putin nicht so weit aus den Fenster lehnen.

14.02.2016 22:37 Ottje83 10

Es ist schon sehr seltsam, dass sowohl die Türkei, als auch Saudi Arabien den IS in Syrien bekämpfen wollen. Sah es nicht so aus, als ob diese beiden Länder nicht sogar den IS am Leben erhalten haben, sei es durch Waffenlieferungen oder sonstige Hilfe. Das Geschrei um den möglichen Verlust der Versorgungsroute nach Aleppo wird wohl nicht wegen der Zivilisten dort gemacht, sondern weil damit wohl kein Nachschub militärischer Güter and die ach so gemäßigten Rebellen mehr durchgeführt werden kann. Außerdem stellt sich die Frage, warum sie nur in Syrien tätig werden wollen? Der IS und seine Ableger, inclusive Boko Haram sind doch auch in mehreren anderen Ländern aktiv. Warum wird der IS denn nun auf einmal selektiv nur in Syrien bekämpft, wenn er auch in Libyen, dem Irak, Jemen, etc. sein Unwesen treibt?

14.02.2016 19:37 Hartmut Barth 9

Ich lese immer mal das auch China angbl. an den Kampf gegen die IS beteiligt sein soll. In welcherweise und wie treten die dort auf. man hört und sieht fast gar nichts von irgend eines China BeteiligungWas machen die.??

14.02.2016 18:50 Aule 8

Wieso haben die Kurden denn kein Recht auf einen eigenen Staat? Dies ist ein 40 Millionenvolk, wenn man alle zusammenzählt und auch wenn diese untereinander nicht alle die gleichen Ansichten haben, sind sie ein Volk! Auch dies gehört in die Verhandlungen und Frieden ist nur durch eine Aufteilung des sowieso nur künztlichen Staates Syriens möglich.

14.02.2016 18:24 Hartmut Barth 7

Also ! Was soll das?? angbl. kämpfen doch ....Aaaaalle.. gegen den IS.Noch bevor die Russen Syrien tatkräftig milit. Unterstützte, sah es für Syrien ziemlich brennzlich aus. Obwohl bereits ca. 2Wochen die USA aktiv die IS mit Flugzeugen bombardierte.Und die Kurden am Boden schon lange im Abwehrkampf gegen den IS aktiv ist.Eine komische Rolle spielen dabei die Türken und Russen ,die Ihr Hauptaugenmerk auf die Kurden und den Oppositionellen Assad Gegner bomben, obwohl der Hauptfeind angbl. die IS sein sollte und es hier Konsenz geben müßte..

14.02.2016 18:22 Oberlausitzer 6

Nun endlich Sunniten gegen Schiiten in einem Stellvertreterkrieg in dem die USA einen Flächenbrand entfacht hat nur um Russlands Alliierten in der Region loszuwerden. Wenn es um Werte ginge müßten wir Saudi-Arabien sanktionieren, die Türkei aus der NATO rausschmeissen und die Russen gegen die Amerikaner dabei unterstützen das kleinste Übel, nämlich Assad, zu stabilisieren. Sonst haben wir das nächste Libyen.

14.02.2016 18:17 wolfgang 5

Welche Rolle spielt nun die Türkei? Welche Rolle spielt eigentlich die NATO? Was ist nun bei der Sicherheitskonferenz eigentlich beschlossen worden? Fragen über Fragen und keine Antworten. Wenn das so weiter geht kommt es bald zum Knall. Vielleicht gibt es dann einmal Antworten wie es weiter geht.

14.02.2016 15:50 007 4

Das Problem sind nicht die IS auch nicht die über Hundert Arabische Stämme in Nah Ost wo jeder gegen jeden kämpft. Da stehen sich auf der einen Seite China die Russen mit dem Iran und Syrien als Verbündete und auf der anderen Seite die Saudis die Türken und die Nato gegenüber. Die Türken und die Saudis halten den Krieg schön am köcheln. Das zieht Amerika und ganz Europa in diesen Krieg mit hinein. Die Türken und die Russen stehen sich feindlich gegenüber und nicht erst seit Katharina denen die Krim abgenommen hat. Und wir, die westliche Welt stehen zwangsweise hinter den Türken und das nutzen die dreist frech für ihre Interessen aus.....und an dieser Stelle muss eingegriffen werden, da liegt der Schlüssel. Putin und Erdogan sind beides Macht- besessene Machos und das ist sehr gefährlich und das Hauptproblem in diesem Konflikt.

14.02.2016 15:07 Historiker 3

Syrien hat eine Regierung, die eine andere Regierung (Russlands) um Unterstützung gebeten hat. Saudische und türkische Truppen haben weder ein UN-Mandat noch sind sie von der syrischen Regierung gebeten worden, im Lande einzugreifen. Da nun offensichtlich die IS-Kämpfer zurückgedrängt werden und dafür in erster Linie die russische Unterstützung verantwortlich ist, werden "Verbündete" nach Syrien geschickt, obwohl man weiß, dass damit ein weiteres Land (Iran) nicht tatenlos zusehen wird. Ein Weiterbestehen der Herrschaft von Assad ist nicht die optimale Lösung. Die weitere Ausdehnung des Konflikts mit allen nur denkbaren Folgen wäre eine viel größere Katastrophe.

14.02.2016 13:55 Henriette 2

oh je, na hoffentlich sucht die Türkei keinen Verbündeten gegen die Russen. Bisher hat ja die Türkei alles unternommen um den Krieg am laufen zu halten.