Schießerei bei Anti-Terroreinsatz in Brüssel Ein Verdächtiger tot und vier Polizisten verletzt

Bei einer Anti-Terror-Razzia in der belgischen Hauptstadt Brüssel sind ein Verdächtiger erschossen und vier Polizisten leicht verletzt worden. Ministerpräsident Charles Michel teilte mit, dass unter den verletzten Polizisten auch eine französische Polizistin sei. Wer der Tote ist, ist bislang noch ungeklärt.

Zwei Verdächtige auf der Flucht

Bewaffnete Sicherheitskräfte während einer Polizeiaktion in Brüssel
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in Brüssel im Einsatz. Bildrechte: dpa

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, drei Polizisten seien zu Beginn des Einsatzes angeschossen worden, ein weiterer bei einem späteren Schusswechsel. Belgische und französische Polizisten hatten eine Wohnung im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris durchsuchen wollen. Einer oder mehrere Personen hätten unvermittelt das Feuer auf die Polizisten eröffnet, als diese die Tür öffneten. Fünf Stunden nach Beginn des Einsatzes sei die Wohnung gestürmt worden. Dabei sei ein Mann getötet worden, der mit einer Kalaschnikow bewaffnet war.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ob weitere Verdächtige auf der Flucht sind, wollte die Staatsanwaltschaft nicht mehr bestätigen. Zuvor hatte sie noch erklärt, dass zwei Verdächtige aus der gestürmten Wohnung entkommen seien. Sie hätten sich in einer anderen Wohnung verschanzt. Die Polizei suchte am Abend mit einem Großaufgebot nach den Flüchtigen.

Razzia galt Terror-Helfern

Die Razzia galt dem Umfeld von Unterstützern der Attentäter von Paris. Nach den Anschlägen in der französischen Hauptstadt waren in Belgien elf Menschen festgenommen worden, die den Attentätern geholfen haben sollen. Acht sitzen noch in Untersuchungshaft.

Bei den Anschlägen am 13. November 2015 starben 130 Menschen. Der Bruder eines der Selbstmordattentäter, Salah Abdeslam, wird als Mittäter gesucht. Er wuchs ebenfalls in Brüssel auf.

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2016, 08:36 Uhr

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3 Kommentare

17.03.2016 16:56 Wieland der Schmied 3

@1;2 <>Ich auch!

16.03.2016 18:54 Herr Deutschmann 2

zu1) Ich kann mich nur der Meinung anschliessen.

16.03.2016 02:05 Querdenker 1

Dadurch, dass der „Islamische Staat“ in Syrien in deutlicher Bedrängnis ist, steigt die Terrorgefahr in Europa. Hintergrund ist, dass derartige Gruppierungen durch Anschläge eine „Kompensation“ versuchen könnten. Auch unter diesem Hintergrund ist es wichtig, Bewegungen durch Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen und an den EU-Binnengrenzen nachvollziehen zu können und von Grenzkriminalität ganz zu schweigen. Siehe hierzu auch das Monitor Video „Die Terroristen von Paris: Alles unter den Augen der Behörden?“. Ein Staat sollte man immer die Möglichkeit haben, seine Staatsgrenze innerhalb kurzer Zeit stark kontrollieren zu können. Dies dient der inneren Sicherheit und somit auch der Freiheit der Bürger. Wer seine Grenzen nicht kontrolliert, muss die Überwachung im Inland stark hochfahren. Man kann nur hoffen, dass sie alle Verdächtigen bekommen.