Der Sekretär des Verteidigungsministeriums Ashton Carter (li.) antwortet auf eine Frage der Presse. Rechts neben ihm sitzt General Joseph Dunford.
Archivbild: Der US-Verteidigungsminister Carter (links) mit dem Chef des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dunford. Bildrechte: dpa

Kampf gegen Terror USA töten offenbar "Nummer zwei" von IS

Der Sekretär des Verteidigungsministeriums Ashton Carter (li.) antwortet auf eine Frage der Presse. Rechts neben ihm sitzt General Joseph Dunford.
Archivbild: Der US-Verteidigungsminister Carter (links) mit dem Chef des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dunford. Bildrechte: dpa

Die USA haben offenbar mehrere Top-Terroristen der IS-Miliz bei einem Angriff in Syrien getötet. Das gab Verteidigungsminister Ashton Carter am Freitag in Washington bekannt. Man gehe davon aus, dass unter den getöteten Terroristen die "Nummer zwei" der Terrormiliz IS, Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli, sei. Er habe auch als Finanzminister des Terrornetzwerkes fungiert.

Carter nennt kaum Details

Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli
Einer der meistgesuchten Terroristen der Welt: Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli Bildrechte: dpa

US-Außenminister Carter sagte in Washington, die "Beseitigung" dieses Führungsmitgliedes werde die Terrororganisation schwächen. Man eliminiere systematisch das Kabinett der Terrormiliz. In dieser Woche sei es gelungen, "mehrere Schlüssel-Terroristen" der Miliz zu töten. Nähere Angaben zur Operation wollte der Verteidigungsminister aber nicht nennen. Man wolle damit das Leben von Soldaten und Informanten nicht in Gefahr bringen, gab Carter zur Begründung an.

Al-Kaduli, der auch unter dem Namen Hadschi Iman bekannt ist, zählt zu den meistgesuchten Terroristen der Welt. Er wird für mehrere Komplotte im Ausland verantwortlich gemacht. Al-Kaduli war bis 2012 im Irak inhaftiert und schloss sich in Syrien dem IS an. Zuvor gehörte er im Irak zum Terrornetzwerk Al-Kaida.

Syrische Armee meldet Rückeroberung von Zitadelle

Die arabische Zitadelle Qalaat Ibn Maan über dem antiken Palmyra in Syrien.
Die Zitadelle thront im Bildhintergrund über der antiken Stadt Palmyra Bildrechte: dpa

Auch die syrische Armee berichtete am Freitag von einem wichtigen Sieg gegen den IS: Man habe die Kontrolle über die symbolische Zitadelle der syrischen Antikenstadt Palmyra wiedererlangt. Der IS kontrollierte Palmyra seit Mai 2015 und hatte auf der Zitadelle, die über der Stadt thront, ihre Flagge gehisst. Symbolträchtig ist die Zitadelle, weil sie als bedeutendstes Monument aus islamischer Zeit gilt.

Das syrische Staatsfernsehen meldete, die Terrormiliz IS habe dabei "viele Verluste" einstecken müssen. Die Armee hatte - mit Unterstützung der russischen Luftwaffe und verbündeter Milizen - die Stadt am Donnerstag zurückerobert und sich dabei heftige Gefechte mit IS-Kämpfern geliefert. Laut russischer Nachrichtenagentur Interfax wurden in den vergangenen Tagen rund 150 Stützpunkte der Terrormiliz zerstört. Kremlchef Wladimir Putin hatte Mitte März den Abzug eines Großteils der russischen Truppen aus dem Land angeordnet. Militärisch präsent ist Russland aber weiterhin in Syrien.

UNESCO-Weltkulturerbe Die syrische Antikenstadt Palmyra

Im vorigen Jahr sorgte die Terrormiliz IS mit der Zerstörung von UNESCO-prämierten Kulturstätten in der syrischen Stadt Palmyra für weltweites Aufsehen. Nun ist die Stadt wieder unter syrischer Kontrolle.

Zerstörung von Kunstwerken (Statuen) im irak. Mossul durch die IS-Militz.
Palmyra war nicht die erste Kulturstätte, auf die es die IS-Extremisten abgesehen hatten. Im Irak wüteten sie an vielen historischen Orten. Im Frühjahr 2015 wüteten IS-Anhänger in der irakischen Stadt Mossul in einem Museum, zertrümmerten jahrtausendalte Originale und filmten sich dabei. Die Statuen galten als im Irak als einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit. Bildrechte: dpa
Zerstörung von Kunstwerken (Statuen) im irak. Mossul durch die IS-Militz.
Palmyra war nicht die erste Kulturstätte, auf die es die IS-Extremisten abgesehen hatten. Im Irak wüteten sie an vielen historischen Orten. Im Frühjahr 2015 wüteten IS-Anhänger in der irakischen Stadt Mossul in einem Museum, zertrümmerten jahrtausendalte Originale und filmten sich dabei. Die Statuen galten als im Irak als einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit. Bildrechte: dpa
Die arabische Zitadelle Qalaat Ibn Maan über dem antiken Palmyra in Syrien.
Im Hintergrund die Zitadelle, die über Palmyra thront, und die, die syrische Armee nun wieder zurückerobert hat. Sie gilt als bedeutendstes Monument aus islamischer Zeit. Bildrechte: dpa
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Wertvolles UNESCO-Erbe zerstört

Die Terrormiliz hatte in den vergangenen Monaten eine Reihe antiker Tempel zerstört, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörten. Zudem ermordeten sie den früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Chaled al-Assaad, und sorgten damit international für Entsetzen. Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova hatte schon am Donnerstag den Vorstoß der syrischen Armee in die Stadt begrüßt. Palmyra sei unter der IS-Herrschaft zum "Symbol" der kulturellen Verwüstung im Nahen Osten geworden.

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2016, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

26.03.2016 07:19 Paul 4

Vielleicht haben die AMIS aber auch mal wieder nur eine Hochzeitsgesellschaft weckgebombt in der einer so aussah wie Kaduli. Aber für den nächsten Nobelpreis für Obama wird's schon reichen.

25.03.2016 18:47 Theo W. 3

Uhh, die Amis wollen wohl auch mal Erfolg in den Medien verbreiten. Was die Russen in 130 Tagen Einsatz in Syrien geschafft haben, konnten die Amerikaner in 2 Jahren nicht verbuchen. Aber vieleicht wollten Sie ja auch garnicht den IS zerstören, sondern eher das Land mit seiner Infrastrukur.

25.03.2016 18:28 Kritischer Bürger 2

+...Die Armee hatte - mit Unterstützung der russischen Luftwaffe und verbündeter Milizen - die Stadt am Donnerstag zurückerobert und sich dabei heftige Gefechte mit IS-Kämpfern geliefert. ..+ War da nicht vor einigen Tagen/Wochen im MDR ein Bericht zu lesen das sich russische Truppen aus Syrien zurückgezogen hätten? Es ist schon erbaulich das für ein UNESCO-Weltkulturerbe mehr getan wird als für Mitmenschen in den Kriegsgebieten. Naja, andere Länder, andere Sitten!

25.03.2016 17:43 HERBERT WALLASCH, Pirna 1

Die mediale Hemmschwelle, der moralische Zeigefinger mancher Deutscher ist die pure Heuchelei. Solange es andere machen wie USA, Israel, Großbrittanien und Frankreich ist es geduldet, erwünscht und gelitten, aber schon der geäußerte Gedanke wird herausgefiltert und gelöscht. Heimlich wird aber mitgemacht, zusammengearbeitet, man will ja ein guter Mensch sein und sich mit der eigenen moralischen Wahrnehmung selbstbelügen.