Straße mit einem Fahrzeug vor einer Ferienanlage in Mali
Eine Ferienlage in Mali ist von islamistischen Terroristen angegriffen worden. Bildrechte: dpa

Mali Mehrere Tote bei Anschlag auf Hotelanlage

Islamisten haben eine bei westlichen Ausländern beliebte Hotelanlage angegriffen und mehrere Menschen getötet. Soldaten befreiten über 30 Geiseln. Auch die Bundeswehr ist in dem westafrikanischen Land stationiert.

Straße mit einem Fahrzeug vor einer Ferienanlage in Mali
Eine Ferienlage in Mali ist von islamistischen Terroristen angegriffen worden. Bildrechte: dpa

Beim Angriff bewaffneter Islamisten auf eine Hotelanlage in Malis Hauptstadt Bamako sind nach Regierungsangaben fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Mitarbeiter der EU. Wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag bestätigte, starben beim Anschlag ein portugiesischer und eine malische Mitarbeiterin.

Zahl der getöteten Angreifer unklar

Bei dem Angriff am Sonntagabend hatten bewaffnete Täter die Anlage gestürmt und mehrere Hotelgäste als Geiseln genommen. Eine Anti-Terror-Einheit umzingelte schließlich die Anlage und lieferte sich einen Schusswechsel mit den Angreifern. Dabei waren nach Regierungsangaben auch vier Angreifer getötet worden.

Wie das malische Sicherheitsministerium mitteilte, konnten 36 Geiseln aus der Hand der Dschihadisten befreit werden. Darunter seien Touristen und Angestellte der Ferienanlage gewesen, davon seien 15 Franzosen gewesen. Bei der Rettungsaktion waren malische und französische Soldaten sowie UN-Soldaten im Einsatz.

Angriff gegen Unterkunft westlicher Touristen

Der Angriff galt der von westlichen Ausländern besuchten Kangaba-Anlage im Osten Bamakos, die über Ferienhütten, Restaurants und Swimmingpools verfügt. Anwohner berichteten von Schüssen, eine Rauchsäule stieg über der Anlage auf. Die Angreifer hätten "Allahu Akbar" geschrien.

Die Bundesregierung verurteilte den Angriff auf das Schärfste. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Berlin unterstütze Mali auch weiterhin im Kampf gegen den islamistischen Terror. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, nach bisherigem Kenntnisstand gebe es keine deutschen Opfer.

Deutsche Soldaten nicht an Befreiung beteiligt

Blick über die Hauptstadt Bamako des afrikanischen Landes Mali, aufgenommen am 02.05.2016.
Blick auf die malische Hauptstadt Bamako, in der der Anschlag stattfand. Bildrechte: dpa

Ein Augenzeuge sagte, er habe einen Mann auf einem Motorrad ankommen sehen, der in die Menge geschossen habe. Dann seien "zwei oder drei Personen" in einem Auto dazu gekommen.

Deutsche Soldaten waren an dem Einsatz nicht beteiligt, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte. Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche französische und deutsche Soldaten stationiert. Frankreich griff im Januar 2013 militärisch in seiner früheren Kolonie Mali ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Die Bundeswehr unterstützt in Mali die EU-Mission sowie den Einsatz der Vereinten Nationen mit mehreren hundert Soldaten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 19.06.2017 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 22:20 Uhr