Hintergrund Trumps Interview im Wortlaut

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat den Zeitungen "Bild" und "The Times" ein Interview geben. Es folgen zentrale Aussagen, die die "Bild"-Zeitung am Montag veröffentlicht hat.

  • Über Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt Trump: "Ich hatte das Gefühl, sie ist eine großartige Anführerin. Aber ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen." - "Ich finde, wir hätten Sicherheitszonen in Syrien einrichten sollen, das wäre wesentlich billiger gewesen. Und die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer. Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht."

  • Auf die Frage, wem er mehr vertraut, Merkel oder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, antwortet Trump: "Zunächst einmal vertraue ich beiden - doch schauen wir mal, wie lange das anhält. Vielleicht hält es überhaupt nicht lange an."

  • Zum Irak-Krieg: "Der Irak hätte gar nicht erst angegriffen werden dürfen, stimmt's? Das war eine der schlechtesten Entscheidungen, möglicherweise die schlechteste Entscheidung, die in der Geschichte unseres Landes je getroffen wurde."

  • Zur Nato sagt Trump: "Ich kam massiv unter Druck, als ich sagte, die Nato sei obsolet. Sie ist aber obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat. Ich war also zwei Tage lang unter Druck, dann fingen sie an zu sagen, Trump hat recht. Und jetzt (...) haben sie eine ganze Abteilung, die sich ausschließlich mit Terrorismus befasst. Das ist gut."

  • Trump zu den Russland-Sanktionen: "Sie haben Sanktionen gegen Russland - mal sehen, ob wir ein paar gute Deals mit Russland machen können. Zum einen finde ich, dass es deutlich weniger Nuklearwaffen geben sollte und sie erheblich reduziert werden müssten, das gehört dazu. Aber da sind diese Sanktionen, und Russland leidet im Moment schwer darunter." - "Schauen Sie, ich bin kein Politiker, ich gehe nicht raus und sage: 'Ich werde dies tun, ich werde das tun.' Ich muss tun, was ich tun muss."

  • Zum Iran-Deal: "Aber ich bin über das Iran-Abkommen nicht glücklich, ich finde, es ist eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind. Es ist eines der dümmsten Abkommen, die ich je gesehen habe (...)."

  • Trumps Verhältnis zur EU: "Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland. Deswegen fand ich, dass es so klug von Großbritannien war auszutreten." - "Schauen Sie, zum Teil wurde die (Europäische) Union gegründet, um die Vereinigten Staaten im Handel zu schlagen, nicht wahr? Also ist es mir ziemlich egal, ob sie getrennt oder vereint ist, für mich spielt es keine Rolle." -

  • Zu seiner künftigen Wirtschaftpolitik sagt Trump: "Wenn man durch die 5th Avenue geht, hat jeder einen Mercedes-Benz vor seinem Haus stehen, stimmt's? Tatsache ist, dass ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit. Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland?"

  • Zu möglichen Strafzöllen für Importe: "Ich liebe Mexiko, ich mag den Präsidenten, ich mag alle Leute - aber ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen." - "Ich bin ein Konservativer, aber mein wahres Anliegen ist es, großartige Deals für die Leute auszuhandeln, damit sie Jobs finden. Den Leuten ist es egal, wenn du redest ... es ist ihnen egal, sie wollen gute Deals. Wissen Sie was? Sie wollen ihr Jobs zurück."

  • Zum Twittern sagt Trump: "Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich - so unehrlich - dass ich mich über Twitter äußere. Und es sind nicht 140 Zeichen, es sind jetzt 140, 280 - ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere."

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2017, 11:28 Uhr