Der designierte US-Präsident Donald Trump
Donald Trump: "Russland wird uns stärker respektieren." Bildrechte: dpa

Erste Pressekonferenz Auch Trump sieht Russland hinter Hacker-Angriffen

"Ich denke, es war Russland." Donald Trump hat in seiner ersten Pressekonferenz als designierter US-Präsident eingeräumt, dass Moskau hinter den Hacker-Angriffe im US-Wahlkampf stecken könnte. Entsprechende Geheimdienst-Erkenntnisse hatte er bisher immer in Frage gestellt. Trotzdem hoffe er, künftig mit Putin auszukommen, sagte Trump. Zugleich kündigte er an, die im Wahlkampf versprochene Mauer zu Mexiko umgehend zu bauen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump
Donald Trump: "Russland wird uns stärker respektieren." Bildrechte: dpa

Auch der designierte US-Präsident Donald Trump sieht Russland hinter den Hacker-Angriffen im US-Präsidentschaftswahlkampf. "Ich denke, es war Russland", antwortete Trump am Mittwoch in einer Pressekonferenz in New York auf die Frage eines Reporters. Er sei aber auch der Meinung, dass es noch von anderen Ländern Hacker-Angriffe auf die USA gegeben habe, erklärte der Republikaner.

Besseres Verhältnis bleibt erwünscht

In den vergangenen Wochen hatte Trump entsprechende Einschätzungen der US-Geheimdienste noch in Frage gestellt, wonach Russland hinter den Angriffen auf Computer der Demokratischen Partei stand. Die Dienste werfen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich vor, sich zugunsten von Trump in den Wahlkampf eingemischt und Trump dabei favorisiert zu haben.

Trump hatte sich zuletzt für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen. In seiner Pressekonferenz sagte er dazu: "Wir werden sehen, was ich für ein Verhältnis zu Russland haben werde." Es sei nicht sicher, wie das aussehen werde. Er hoffe, dass er mit Putin auskommen werde. "Russland wird uns künftig stärker respektieren, als das bisher der Fall war."

Trump weist Russland-Verbindungen zurück

Zugleich wies Trump die jüngsten Vorwürfe in Zusammenhang mit seinen Verbindungen nach Russland scharf zurück. Die Medienberichte darüber seien "Unsinn", sagte er. Große Medien wie der Sender CNN und die Zeitungen "New York Times", die "Washington Post" und der "Guardian" hatten massive, aber auch unbewiesene Vorwürfe verbreitet, wonach russische Dienste versucht haben könnten, Trump mit Informationen aus seinem Privat- und Geschäftsleben erpressbar zu machen.

Mauer zu Mexiko kommt

Was seine umstrittene Forderung nach einem Mauerbau zu Mexiko angeht, sagte Trump, er werde nach seiner Vereidigung unverzüglich mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko beginnen, um sein Wahlkampfversprechen umzusetzen. Wie im Wahlkampf angekündigt, werde er Mexiko die Kosten für die Errichtung der Grenzbefestigung aufbürden, sagte Trump. Mit dem Bau der Mauer will Trump Migranten abwehren.

Obamacare soll durch anderes System ersetzt werden

Trump kündigte außerdem an, die von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführte Krankenversicherung wieder rückgängig zu machen. Obamacare sei ein komplettes Desaster. Die Gesundheitsreform werde abgeschafft und danach ersetzt werden. Wie und womit, sagte der künftige US-Präsident nicht. Die Materie sei sehr kompliziert.

Trump teilte zudem mit, er habe sein Firmenimperium offiziell seinen beiden älteren Söhnen übertragen. Er habe die entsprechenden Papiere unterzeichnet, um Eric und Donald Jr die "komplette" Kontrolle über seine geschäftlichen Aktivitäten zu übergeben.

Erste Pressekonferenz seit dem Wahlsieg

Es war Trumps erste Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg im November. Seine Frau Melania war nicht mit dabei. Begleitet wurde er stattdessen von seiner Tochter Ivanka. Anders als von Beobachtern spekuliert worden war, wird sie keine Rolle im Weißen Haus übernehmen. Dafür aber ihr Mann Jared Kushner, den Trump am Dienstag zu seinem Chefberater gemacht hatte.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 18:00 Uhr
Fernsehen | 11.01.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 20:00 Uhr

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56 Kommentare

14.01.2017 13:06 Gottlieb 56

@Meckersack
Das Feld ist ausgefüllt! Bismarck wollte in der Tat mit der nationalen Einigung das Staats- und Gesellschaftssystem stabilisieren. Das wollen allerdings die meisten Staatsmänner. Es kommt darauf an, welche Lösungen sie finden. Bismarck fand sie in einem großen Kompromiß zwischen Preußen und dem nationalliberalen Bürgertum. Diese Reichseinigung setzte in Deutschland ungeahnte Kräfte frei. Es war die Zeit des bildungsmäßigen, wissenschaftlichen, technischen und industriellen Aufbruchs. Der Bevölkerungszuwachs von 20 Millionen Menschen zwischen 1871 und 1914 wurde ohne wirtschaftliche Schwierigkeiten verkraftet. Im Gegenteil: Alle Bevölkerungsschichten profitierten von diesem unglaublichen Aufschwung. Das trug neben der Sozialgesetzgebung zu einer weitgehenden Integration der Arbeiterschaft in das bestehende System bei. Z.Z. des Imperialismus öffnete sich Deutschland zur Welt.Wir stehen auf den Schultern unserer Vorfahren, die den Weg in die moderne Welt gebahnt haben.

14.01.2017 12:59 Joachim Dierks 55

Die polnische Tageszeitung Gazeta wyborcza schreibt heute in einem Kommentar sinngemäß, dass Trump und Putin beide unberechenbare Machtpolitiker sind, bei denen die Konfrontation fast unausweichlich ist.
Man kann sicher nicht in die Zukunft gucken, aber die hohe Wahrscheinlichkeit dafür sehe ich auch!

14.01.2017 10:38 Meckersack 54

Glaubt denn die Menscheit wirklich die Globalisierung wäre gerechter und friedlicher, wenn man den internationalen Handel auf gegenseitiges Rosinenpicken nationaler wehrhafter Wagenburgen zu reduziert? Gabs alles schon hatte sich nicht bewährt. Genauso wie es den verbot sozialer Spaltung einer Gesellschaft schon gab, mit dem Ergebnis, dass alle gleich arm waren. Bis auf wenige Ausnahmen natürlich;-)

14.01.2017 10:28 Meckersack 53

@gottlieb: Bismarck hat im Wesentlichen 2 Ziele verfolgt, die Reichseinigung und die Machtzementierung der Hohenzollern. Es war die Zeit der nationalen Wagenburgen, des Imperialismus. Putin will die EU zerschlagen und in so ein System zurück, weil er glaubt das seine wagenburg die größte in Europa ist, da muss auch mal offen drüber geredet werden. Die Leute die ihn immer in der Opferrolle sehen und glauben die NATO würde an einen militärischen Siegfrieden über russland basteln, werden schon noch merken das dieses Feindbild ein innenpolitisches Kalkül ist zu eigener Legitimation.

13.01.2017 00:28 Gottlieb 52

@ Meckersack 2
Das Sozialistengesetz, wodurch die Organisationen der revolutionären Sozialdemokratie zwischen 1878 und 1890 verboten wurden, war ein ordentlichen Gesetz, verabschiedet von von Reichstag und Bundesrat, das alle paar Jahre von denselben Institutionen verlängert werden mußte. Sozialdemokraten konnten sich gleichwohl ungehindert an Wahlen beteiligen und hatten auch in dieser Zeit beträchtliche Erfolge. Zwar war die Regierung nur vom Vertrauen des Kaisers abhängig, aber jeder Kanzler benötigte eine stabile parlamentarische Mehrheit im Reichstag, um die zum Regieren erforderlichen Gesetze zu erhalten. Die Sozialgesetzgebung war der weitgehend gelungene Versuch, die Arbeiterschaft mit dem Staat und der Gesellschaft zu versöhnen. Die sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag stimmten gegen Bismarcks Sozialgesetze, weil sie an ihrer revolutionären Utopie festhielten. Dafür kam man aber nicht ins Gefängnis, und hate speech wurde noch nicht flächendeckend verfolgt.

13.01.2017 00:25 Gotllieb 51

@ Meckersack 1
„Einen Kanzler von Zuckerbrot und Peitsche, vergleichbar mit Putin, hatten wir auch mal. Aber das ist über 100 Jahre her“. Ich frage mich, welchen Kanzler des Deutschen Reichs Sie damit meinen können. Deutschland war damals ein anerkannter Rechtsstaat, mit einem differenzierten Parteiensystem und einer voll entwickelten Öffentlichkeit. Die Wahlrechte in den Einzelstaaten waren zwar unterschiedlich und reichten vom demokratischen Wahlrecht bis zu verschiedenen Arten eines gewichteten Wahlrechts, aber so etwas war in anderen europäischen Staaten ebenfalls vertreten. Das nationale Reichstagswahlrecht war demokratisch, wenn auch wie damals üblich auf Männer beschränkt. Aber ich nehme an, es sind Bismarcks Sozialistengesetz und seine Sozialgesetzgebung gemeint. Deshalb gehe ich in Teil 2 darauf näher ein.

13.01.2017 23:12 Joachim Dierks 50

Den Kommentaren von Meckersack 45 und 47 kann man nur zustimmen. Statt stolz darauf zu sein, wie gut sich Deutschland seit 1990 entwickelt hat, das können offenbar die allerwenigsten. Lieber wünscht man sich einen ,,starken Mann" wie Putin. Eine ganz traurige Sache. Ich bin jedenfalls froh, dass bei uns eine Kanzlerin die Geschicke leitet, die abwegt und unideologisch pragmatisch die Entscheidungen trifft.
Aber der Lauf der Geschichte hat gezeigt, dass diktatorische Großmannssucht immer irgendwann scheiterte.

13.01.2017 19:30 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 49

Zitat #46:
"Leider hat der Export der "westlichen Demokratie" nirgendwo funktioniert."

Tja, nicht mal in der ehem. DDR??? Obwohl es dort auch viele gibt, die einem 'westlichen Demokratieverständnis' offen gegenüberstehen, sieht es doch für mich öfter so aus, als ob dem Rest die Gesellschaftsspaltung und der Zerfall der inneren Sicherheit ganz lieb ist, um ihre undemokratischen Ansichten zu untermauern.

13.01.2017 19:02 Wolfgang 48

Wenn man ihren Text liest, möchte ich meinen Sie haben nichts verstanden. Nach wie vor teilen sie die "Leute" in Gruppen ein, vorzugsweise pro westlich und die, die nicht lauthals dafür schreien, sondern mal kritisieren. Weiterhin scheint es für sie nur noch links und rechts zu geben. Dazu rührt man sich seine Suppe mit dem Ergebnis zusammen, dass an allem was einen nicht passt und was einem gerade mächtig ans Bein läuft - Putin schuld sein muss - Punkt. Macht sich im Moment auch gut auf dieser Welle mit zu Reiten. "Fake News" lässt grüßen.

13.01.2017 18:39 Meckersack 47

Bemerkenswert sind auch die prinzipiell 2 Gruppen unter den Putinfans. Die erste Gruppe sind linke Gnatzköppe, die den Untergang der DDR nicht richtig verdaut haben und in Putin ihren Rächer an der verhassten "Ellenbogengesellschaft" sehen und die zweite Gruppe kommt von Rechtsaußen und favorisiert den "Führerstaat" aus ganz anderen Gründen. Eigentlich lustig, wenns nicht so traurig wär!