Ban Ki-Moon
Ban Ki-Moon Bildrechte: Matt Dunham/Pool/AP/dapd

UN-Syrienkonferenz in Genf Ban fordert konkrete Zusagen für Flüchtlinge

In Genf hat eine UN-Konferenz für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in der Welt begonnen. Die Vereinten Nationen hoffen auf freiwillige Zusagen vor allem der wohlhabenden Länder, in den kommenden Jahren etwa 480.000 Syrer aufzunehmen, die vor dem Krieg in ihrem Land nach Jordanien, in die Türkei oder in den Libanon geflohen sind.

Ban Ki-Moon
Ban Ki-Moon Bildrechte: Matt Dunham/Pool/AP/dapd

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Auf einer UN-Konferenz in Genf sagte Ban am Mittwoch vor Vertretern von mehr als 90 Regierungen, der Krieg in Syrien habe "zur größten Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit geführt: "Das macht eine exponentielle Steigerung der weltweiten Solidarität erforderlich". Alle Länder könnten mehr tun.

Reichere Länder sollen 480.000 Syrer aufnehmen

Bislang sind nach Angaben der UNO mehr als 4,8 Millionen Syrer in die Türkei, in den Libanon, nach Jordanien, Ägypten sowie in den Irak geflohen. Ban forderte von den wohlabenderen Staaten konkrete Zusagen, wenigstens zehn Prozent von ihnen aufnehmen. Das wären 480.000 Menschen. Nach UN-Angaben gibt es bislang Zusagen für die Aufnahme von 178.000 syrischen Flüchtlingen. Der UN-Generalsekretär erklärte, ein organisierter Transfer halte die Menschen davon ab, auf gefährlichen und illegalen Weg nach Europa zu gelangen. Zugleich betonte Ban, die syrischen Flüchtlinge brächten Talent und Erfahrung mit, sie seien eine Bereicherung für Wirtschaft und Gesellschaft der Aufnahmeländer.

UNHCR: Deutschland kann nicht alles allein machen

Zuvor hatte die Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Melissa Fleming, Deutschland für seine Bereitschaft gelobt, Flüchtlinge auch weiterhin aufzunehmen. Allerdings könne man nicht verlangen, dass Deutschland die Verantwortung für ganz Europa übernehme, sagte Fleming im ZDF-Morgenagazin. Im Moment erlebe die Welt die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. "Wir können nicht nur die Grenzen zumachen und sagen, das ist die Verantwortung von den Ländern vor Ort."

Griechenland meldet Zunahme von Flüchtlingszahlen

Unterdessen hat der Flüchtlingszustrom über die Ägäis wieder zugenommen. Der griechische Stab für die Flüchtlingskrise teilte am Mittwoch mit, in den letzten 24 Stunden hätten 766 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt. An den Tagen zuvor seien es jeweils rund 200 Menschen gewesen.

In den kommenden Tagen soll die im EU-Türkei-Pakt vereinbarte Rückführung der Flüchtlinge beginnen. Auf Lesbos protestierten derweil Betroffene gegen ihre drohende Abschiebung. "Tötet uns hier, aber schickt uns nicht in die Türkei zurück", hieß es auf Transparenten am Zaun eines Internierungslagers.

Im vergangenen Jahr hatten sich hunderttausende Syrer und andere Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge über die Türkei, Griechenland und die sogenannte Balkanroute auf den Weg nach Mittel- und Nordeuropa gemacht. Die abgeriegelten Grenzen auf der Schlepperroute versperren ihnen inzwischen jedoch den Weg.

Zuletzt aktualisiert: 30. März 2016, 20:28 Uhr

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27 Kommentare

01.04.2016 18:28 Kritischer Bürger 27

@Hubert-26: +..Auf keine dieser Bekömmlichkeiten habe / hatte ich bisher wert gelegt ..+ Nur kurz informativ! Lernen Sie bitte zum Ersten richtig lesen, zu Zweiten: richtig zu interpretieren um zu verstehen und Drittens GANZ WICHTIG: Bleiben Sie mal beim Thema des obrigen Artikels.

01.04.2016 05:56 Hubert 26

@24 Kritischer Bürger 31.03.2016 19:24 - Wenn du gegen deutsche Küche getauscht hast, so mußt du ja vorher wengstens mal die exotische probiert haben. - Kritischer, mach mich nicht für Macken von Unternehmern verantwortlich, ich kenne einige Macken von denen. Ich lag mit denen auch oft genug quer. Ich diskutiere mit dir auch ökonomische Zusammenhänge mehr. Hast mich doch schon mehrmals aufgrund deiner Inkompetenz verhöhnt. Auch zwingende ökonomischer Gesetze können, ja müssen sozial/gemeinschaftlich gelöst werden. Du siehst, ich versuche beides in Einklang zu bringen. (Deinen letzten Satz solltest du mal entwirren.)

31.03.2016 19:35 Kritischer Bürger 25

+..am Zaun eines Internierungslagers. ..+ Wie kommt es da nun wieder zu einer solchen Interpretation. Soll es den Vergleich mit vergangenen Zeiten neu beleben oder will man den Menschen suggestiveren, die Menschen sind Gefangene und bedürfen der Menschen Hilfe. So, wie Länder auf den Erwartungen des UN-Generalsekretär Ban Ki Moon antworten werden, werden bei vielen, sehr vielen Menschen ÜBERALL in den reichen Ländern ähnliche Gedanken bestehen, nicht unser Problem. Warum erst der lange Weg, weg vom Krieg, und dann der lange Weg wieder zurück, in ein dann ggf. befriedetes Land voller Trümmer. Von Griechenland aus ist es doch nun nicht einmal die Hälfte des Weges der zurück führen kann, in Hinsicht auf die "Zielländer" in Europa. (Besser das Zielland)

31.03.2016 19:24 Kritischer Bürger 24

@Hubert-19: Auf keine dieser Bekömmlichkeiten habe / hatte ich bisher wert gelegt oder gegen deutsche Küche getauscht. Was die Kenntnisse anbelangt: Warum wird um die hiesigen Bürger so viel "Zirkus" gemacht, wo ein möglicher Arbeitgeber auf jedes kleine Detail achtet von der Schulbildung über das Elternhaus bis hin zu Berufserfahrungen und bei den Zugewanderten (so nenne ich diese Menschen mal) so oberflächlich sein würde. Hier geht es doch nur um etwas anderes auf Arbeitgeberseite. Bei Ausgaben sparen und für sich bei Einnahmen noch Maximalgewinne trotz niedrige Preise zu erzielen.

30.03.2016 22:19 Rosa Burglux 23

ohoh Nr.1-was sie von Flüchtenden verlangen-würden sie das denn tun, wenn sie sich in deren Lage befinden würden? Ein Mensch, der solche Bemerkungen loslässt, ist sich meistens selbst der Nächste und ich wage behaupten zu können, dass sie sich zu 100% dazu zählen können.

30.03.2016 21:57 Barbara 22

Seiters benötigt für das Deutsche Rote Kreuz noch viel mehr Helfer und Helferinnen, um die bevorstehenden Aufgaben bewältigen zu können ... Nachtigall !!! In den Medien werden wir darüber informiert, daß viele Erstaufnahmeeinrichtungen leer stehen ... Nachtigall !!! Da ist doch schon wieder was im Busch. Da freut sich der Herr Ban, denn da ist die Verteilung ja schon wieder so gut wie geregelt !!! "Deutschland schafft sich ab !" Wenn ich könnte, würde ich auswandern, aber wohin? Wer will einer Deutschen Asyl gewähren? Fragen über Fragen und keine Antworten!

30.03.2016 21:10 Phrasenhasser 21

Dieser Ban Ki Moon hat gut reden. Und ich frage mich, ob er auch aus einem Land stammt, das freudig bereits so viele Asylanten wie Deutschland aufgenommen hat. Der kommt mir genau so vor, wie die Amerikanerin, die im Moma eine Ansprache in der gleichen Richtung hielt. Dabei suchen sich die Amerikaner ihre Zuwanderer genau aus und besonders mies fand ich deren Lob für Kanada, das sich jetzt zur Aufnahme von 35000 Syrern bereit erklärte. Dabei nimmt Kanada die ja alle mit einer hohen Kaution pro Kopf auf. Dafür dieses Land in den höchsten Tönen zu loben - das spottet doch jeder Beschreibung.

30.03.2016 19:13 Historiker 20

Die UNO sollte sich stärker für den Frieden in Syrien und die Rückkehr seiner Bewohner in die Heimat einsetzen. Das Herausziehen von qualifizierten Migranten schwächt Syrien für Jahrzehnte. Das sollte deutlich gesagt werden.

30.03.2016 18:38 Hubert 19

@17+18 Kritischer Bürger 30.03.2016 17:19 - Nun sei mal nicht so kritisch, sondern etwas zuversichtlich. Fähigkeiten erahnt man nicht spekulativ, die stellt man unter Beweis. Und von Traditionen verabschiedet sich so mancher fleischgewordener Deutsche auch nicht gerne. Nachweislich haben sich Neubürger den Deutschen angepasst. Mal ehrlich: Noch nie eine Pizza, noch nie einen Döner, noch nie Nasi Goreng gegessen? Alles Bekömmlichkeiten aus fremden Kulturen.

30.03.2016 17:21 Kritischer Bürger 18

+..Ein organisierter Transfer halte zudem die Menschen davon ab, auf gefährlichen und illegalen Weg nach Europa zu gelangen. ..+ Dürfte auch fraglich sein, denn meist ist die persönliche Auffassung der Menschen: Was die Einen oder die Anderen schaffen, das schaffe ich auch, und das jeder für sich und seiner persönliche Überzeugung. Was daraus bei der Masse der Flüchtlinge wird kann man nur erahnen!