ein brennendes Gebäude
Waldbrände sind wie hier in Kalifornien fast schon zur Normalität geworden. Bildrechte: dpa

Menschengemachter Klimawandel US-Klimareport stellt sich gegen Trump

Der Klimawandel ist eine natürliche Entwicklung und hat nichts mit dem Menschen zu tun - falls es ihn überhaupt gibt. So in etwa ist die Meinung von US-Präsident Trump. Der aktuelle Klimabericht von 13 US-Behörden sagt allerdings so ziemlich das Gegenteil und stellt sich mit seinen düsteren Aussichten klar gegen die Meinung des Präsidenten.

ein brennendes Gebäude
Waldbrände sind wie hier in Kalifornien fast schon zur Normalität geworden. Bildrechte: dpa

Kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Bonn haben Wissenschaftler im Auftrag der US-Regierung ihren aktuellen Klimareport veröffentlicht. Darin zeichnen sie ein düsteres Bild - und widersprechen in weiten Teilen der Position von US-Präsident Donald Trump zu Klimawandel.

Der Bericht drückt klar aus, dass die globale Erwärmung zum größten Teil auf den Menschen zurückgeht. "Es ist extrem wahrscheinlich, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, die dominante Ursache der seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Erwärmung ist", heißt es in dem 2.000 Seiten umfassenden mehrteiligen Dokument. Es gebe dafür "keine alternative Erklärung".

Report warnt vor Wetter-Extremen

Der Bericht warnt vor einem möglichen Anstieg der Meeresspiegel um bis zu gut 2,40 Meter bis zum Jahr 2100. Zudem listet er die Schäden auf, die als Folge der globalen Erwärmung um 1,0 Grad seit 1900 bereits in den USA entstanden seien.

So wird unter anderem darauf verwiesen, dass jeder Teil des Landes bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. Der Westen erlebe extremere Hitze und Regenfälle und mehr große Wald-und Buschbrände, der Südosten größere Dürre, der mittlere Westen häufigere Überschwemmungen. Über 25 Küstenstädte seien zunehmend oft Überflutungen ausgesetzt. Es sei zu erwarten, dass sich diese Trends fortsetzten.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die vergangenen 115 Jahre nun die wärmste Periode in der Geschichte der modernen Zivilisation sei. In den vergangenen Jahren habe es außerdem "rekordbrechende Wetter-Extreme" gegeben, die mit dem Klima zusammenhingen.

Trump glaubt nicht an menschengemachten Klimawandel

Angesichts solcher starker Formulierungen und der offenen Widersprüche werten es mehrere amerikanische Zeitungen als bemerkenswert, dass die Trump-Regierung anscheinend nicht einmal Versuche unternommen hat, die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Report abzumildern.

"Ich kann mit ziemlicher Überzeugung sagen, dass es keine politische Beeinflussung der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gegeben hat", zitierten die "Washington Post" und "New York Times" den leitenden Autoren der Studie, Wissenschaftler David Fahey von der US-Behörde für Ozeanographie. "Dieser Report sagt, was die Wissenschaftler wollen."

Donald Trump
Dass sich das Klima ändert, hat nach Donald Trumps Meinung nichts mit dem Menschen zu tun. Bildrechte: dpa

Trump hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten den menschengemachten Klimawandel wiederholt als "Erfindung" bezeichnet. Später sind seine Äußerungen zwar vager geworden, aber der Republikaner hat damit begonnen, unter seinem demokratischen Vorgänger Barack Obama beschlossene Klimaschutzmaßnahmen zurückzufahren.

Weltweit angeprangert wurde der von ihm verkündete Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Die USA müssen sich daher auch erneut auf Kritik bei der internationalen Klimaschutzkonferenz in der kommenden Woche in Bonn einstellen - zumal vor dem Hintergrund des neuen Reports.

Weißes Haus: "Klima ändert sich stets"

Das Weiße Haus kommentierte die Veröffentlichung des Reports zurückhaltend. "Das Klima hat sich geändert und ändert sich stets", hieß es in der schriftlichen Erklärung eines Sprechers. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass der Report selber betone, dass das Ausmaß des künftigen Klimawandels stark von andauernden Ungewissheiten über die Sensibilität des Klimas für Treibhausgas-Emissionen abhänge.

Erstellt wurde der Report von Hunderten Wissenschaftlern in der Regierung und akademischen Welt, die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA überprüfte ihn vor der Weiterleitung an die 13 Regierungsbehörden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 04.11.2017 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2017, 11:08 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

36 Kommentare

06.11.2017 07:12 Wo geht es hin? 36

@Peter: Was das "Beste" ist, kann ich ehrlicherweise nicht sagen und auch nicht entscheiden - so wie die Meisten von uns. Ich kann nur meinen klitzekleinen Beitrag leisten. Aber selbst wenn das fast alle tun - der Anteil am Gesamtvolumen ist marginal. Der kleine Teil, der was zu sagen und auch zu entscheiden hat, der könnte ETWAS mehr dazu beitragen. Tut er aber nicht. Und WIR können diskutieren, bis der Arzt kommt - es hat keinerlei Einfluss. Deshalb sehe ich die ganze Sache realistisch und bin der Meinung, der Klimawandel wird sich höchsten marginal gebremst weiter fortsetzen. Und zum Riesengeschäft. Da spielt es auch keine Rolle, zu was Sie mich zählen. @@ Hab ich schon mal wegen Klimaflüchtlingen "rumgeheult"? Und mal Hand auf`s Herz: tun SIE denn ALLES dafür, was in IHRER Macht steht, um den Klimawandel aufzuhalten? Hier wäre mal Ehrlichkeit angebracht, statt rumzumoralisieren.

05.11.2017 20:13 Peter 35

@33: "Man sollte versuchen, das Beste daraus zu machen". Was ist das Beste?
Da gibt es Diejenigen, die meinen, der Mensch hat gar keinen Einfluss auf den Klimawandel. Die fordern: Das Pariser Klimaabkommen kündigen. Trump lässt grüßen.
Die Anderen sagen (dazu zähle ich Sie): Solange nichts bewiesen ist (meines Erachtens liegen die Beweise klar auf dem Tisch), diskutieren wir weiter. Das Resultat entspricht Erstens.
Schließlich fordern verantwortungsvolle Menschen ein sofortiges Gegensteuern (ich gehöre dazu), um die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage zu retten.
Wie gesagt, fast alle Klimaforscher sind für die dritte Variante. Deren Meinung zu ignorieren, wäre fahrlässig.

05.11.2017 19:49 @33 (Wo geht es hin?) 34

Dann soll man aber auch nicht heulen, wenn in ein paar Jahren zusätzlich ein paar Millionen Klimaflüchtlinge anklopfen. Da muss man dann durch, nachdem man aufgrund von "Gewohnheiten und Unwissen" Jahrzehnte über den ökologisch verträglichen Verhältnissen gelebt hat.

05.11.2017 18:55 Wo geht es hin? 33

@Peter: Umfrage...schon wenn ich es höre...aber egal - sei es, wie Sie dargestellt haben: Darin ist immer noch nicht meine Frage beantwortet, WIE HOCH der Anteil des Menschen ist. Der Mensch ist nun mal da - mit all seinen negativen Begleiterscheinungen. Kein Lebewesen in der gesamten Natur benimmt sich so rücksichtslos wie der Mensch. Aber der Natur ist bisher IMMER etwas eingefallen - vielleicht schlägt sie ja auch nur zurück? Spekulatius. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschheit den Klimawandel nicht aufhalten kann. Da gibt es viel zu viele diametral dazu stehende Interessengruppen, Gewohnheiten und Unwissen. Deshalb schrieb ich ja, man sollte versuchen, das Beste daraus zu machen (kann ja auch als Chance gesehen werden) - alles andere ist unrealistisch.

05.11.2017 15:06 @29 (Bernd L.) 32

"Die Grundthese des Begründers, dass Geschlecht ein soziales Konstrukt sei, ist klar widerlegt."

Das ist in mehrerlei Hinsicht falsch. Die Genderforschung bestreitet doch nicht die Existenz von unterschiedlichen Geschlechtsteilen oder eine unterschiedliche Genetik. Das biologische Geschlecht wird NICHT bestritten. Keine Ahnung warum die Kritiker der Genderforschung diesen Blödsinn immer wieder auftischen.

Die Existenz von unterschiedlichen Geschlechtsorganen erklärt aber noch längst nicht, warum Frauen historisch gesehen aber auch heute noch weltweit gesehen weniger Rechte haben als Männer, weniger verdienen, schlechteren Zugang zu Bildung haben etc. Das passiert ja nicht automatisch/genetisch. Aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit wird einem z.B. Bildung oder das Wahlrecht gewährt oder eben nicht. Diese komplexe soziale Komponente der Geschlechtszugehörigkeit - Gender - untersucht eben die Genderforschung. Wo ist das Problem?

05.11.2017 14:19 Peter 31

@30: Eine Umfrage unter Klimaforschern ergab 2008, dass 97% der Wissenschaftler folgende Aussage bejahten: "Menschliche Aktivität ist ein signifikant beitragender Faktor bei der Veränderung der mittleren globalen Temperatur."
Im Umkehrschluss heißt das: Die Menschen können heute durchaus etwas gegen die Klimaerwärmung tun. Wenn sie wollen. Sie können aber auch den Kopf in den Sand stecken, ganz nach der Devise: Nach uns die Sintflut.

05.11.2017 13:13 Wo geht es hin? 30

@Peter - Zitat von Ihnen: "Nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung glaubt nicht an den menschlichen Beitrag auf die Klimaveränderungen." Zitat Ende. Darum geht es doch gar nicht. Viel interessanter wäre doch die seriöse Klärung der Frage, WIE HOCH der Anteil der Menscheit am Klimawandel ist ( dass es einen Anteil gibt, bestreitet wohl auch niemand ernsthaft - ausser vielleicht Trump). Und ob der Anteil dann wirklich SO relevant für den Klimawandel ist, den es schon IMMER gab. Ich erinnere hierbei an "El Nino", der dieses Jahr wohl entscheident die CO 2 - Bilanz "verhagelt" hat. Oder das Ozonloch: vor Jahren DIE Katastrophe und jetzt fast zu. Ich persönlich glaube, dass der Klimawandel zu einem riesigem Geschäft gemacht wurde - eben weil den nichts und niemand aufhalten kann - die Natur macht eben, was sie will - der Mensch hat darauf nicht all zu viel Einfluss. Man kann marginal an ein paar Schrauben drehen, um den abzuschwächen - mehr aber auch nicht.

05.11.2017 12:09 Bernd L. 29

Beitrag 16:
Ich verstehe ihren Beitrag nicht. Sie meinen also, dass es eine Gender-Wissenschaft gibt oder? Lesen sie mal Dr. Kissler im Cicero, 18.3.2014.
Es gibt Artikel in biologischen Journalen, die biologische Geschlechterunterschiede nachweisen. Die Grundthese des Begründers, dass Geschlecht ein soziales Konstrukt sei, ist klar widerlegt. Norwegen hat sein Institut geschlossen. Auf 3 sat wurde ein Vertreter der öst. Regierung damit konfrontiert und gefragt, öb Österreich da nachziehen wird- seine Antwort war, wir haben die Leute jetzt nunmal und können das nicht ändern.
Beim Klima gibt es keinen Konsens- seriöse Wissenschaftler sind durchaus gegen die offiziellen Thesen vom einbflkuss des Menschen. In den Medien kommen die kaum zu Wort, in Fachjournalen dominiert die Klimalobby (die Geld für Froschungsprojekte haben will).
Eine seriöse Analyse wäre gut, aber derzeit schwer möglich. Wenn Wissenschaft und Ideologie aufeinandertreffen, sieht es schlecht aus.

05.11.2017 11:45 Peter 28

@26: Liebe Frau Voigt, bitte schließen Sie nicht von sich selbst auf die ganze Menschheit. Nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung glaubt nicht an den menschlichen Beitrag auf die Klimaveränderungen.
Fragen Sie doch mal die Bewohner eines Atolls im Pazifik. Die werden Ihnen sagen: Es geht dabei um unser Leben und unsre Existenz.
Aber ich weiss schon, Sie denken darüber nicht nach: Was geht mich das Schicksal von diesen Leuten an.

05.11.2017 10:39 MuellerF 27

@6: Ein bißchen klimafreundlicher zu leben, könnte Ihnen sogar Geld sparen: weniger Sprit verblasen & weniger Strom verbrauchen macht Sie doch nicht ärmer. Die schleichende Zerstörung der Umwelt nützt stets nur einigen wenigen, die damit Gewinn machen- die langfristigen Schäden bezahlen aber ALLE mit Geld & Gesundheit.