Historischer Besuch US-Präsident Obama in Kuba

Als erster US-Präsident seit fast 90 Jahren besucht US-Präsident Barack Obama Kuba. Er landete am Sonntag zusammen mit seiner Frau Michelle und seinen zwei Töchtern Malia und Sasha im karibischen Nachbarstaat. Kurz nach der Landung twitterte er im landestypischen Slang "Que bola, Cuba?" (Was geht ab, Kuba?). Er freue sich darauf, die Kubaner zu treffen und zu hören.

Weiterer Schritt zur historischen Annäherung

US-Präsident Barack Obama winkt bei seiner Ankunft in Kuba mit Gattin Michelle.
US-Präsident Obama und seine Familie steigen auf Kuba aus der Air Force One aus. Bildrechte: dpa

Zu Beginn seines Besuchs unternahm Obama mit seiner Familie einen Spaziergang durch die Altstadt von Havanna - im Regen. Danach wurde er von Erzbischof Kardinal Jaime Ortega in der Kathedrale von Havanna empfangen. Im Anschluss ist ein Treffen mit Staatschef Raúl Castro geplant. Am Dienstag hält er eine Rede in einem Theater der Hauptstadt. Außerdem sind Treffen mit Privatunternehmern und Oppositionellen sowie der Besuch eines Baseballspiels geplant.

Obamas dreitägiger Besuch ist der bisherige Höhepunkt des Annäherungskurses zwischen den vormals verfeindeten Ländern. Obama und Castro hatten Ende 2014 eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden einstigen Erzfeinden eingeläutet.

Beide Länder nahmen die diplomatischen Beziehungen 2015 wieder vollständig auf. Außerdem wurde das US-Handelsembargo gelockert, etwa im Finanzbereich und für direkte Fährverbindungen. Seit wenigen Tagen gibt es auch wieder einen direkten Postverkehr.

Kuba fordert als nächsten Schritt eine vollständige Aufhebung des US-Handelsembargos und eine Rückgabe des seit 1903 unter US-Kontrolle stehenden Stützpunktes Guántanamo.

"Damen in Weiß" kurz vor Besuch verhaftet

Ein altes Auto fährt an einem Haus mit Flaggen vorbei.
Obama will zunächst durch die Altstadt von Havanna spazieren. Bildrechte: dpa

Es wird damit gerechnet, dass Obama auch die weiter schwierige Menschenrechtslage in Kuba ansprechen wird. Nur wenige Stunden vor Obamas Landung wurden in der kubanischen Hauptstadt Havanna dutzende Regierungskritikerinnen festgenommen. Die Aktivistinnen der Bewegung "Damen in Weiß" wurden am Sonntag nach einer Protestkundgebung in Havanna in Gewahrsam genommen. Bei dem Marsch in der Nähe einer Kirche forderten sie mehr Achtung für die Menschenrechte in Kuba.

Wie jeden Sonntag, wenn die "Damen in Weiß" ihren Marsch abhalten, wurden die meisten von ihnen am Ende der Kundgebung von Polizisten abgeführt und wegbracht. Normalerweise kommen die Aktivisten, die nach dieser regelmäßigen Veranstaltung festgenommen werden, einige Stunden später wieder frei.

Unter den Festgenommenen am Sonntag war auch Berta Soler, die Vorsitzende der "Damen in Weiß", die 2005 mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet wurde. Sie ist zu einem Treffen Obamas mit Vertretern der Zivilgesellschaft eingeladen.

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2016, 16:07 Uhr