Beschuss von Kurden-Stellungen USA fordern von Türkei Angriffsstopp in Nordsyrien

Die USA haben die Türkei zum Stopp von Angriffen auf kurdische Kämpfer in Nordsyrien aufgerufen. Ankara müsse "den Beschuss beenden", sagte US-Außenamtssprecher John Kirby am Samstagabend am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Zugleich rief er die Kurden auf, kein Kapital aus den Kämpfen zwischen syrischen Truppen und Rebellen zu schlagen.

Davutoglu bestätigt Angriffe auf Nordsyrien

Türkischer Panzer
Mit Panzer- und Artilleriegeschützen greift die Türkei nicht zum ersten Mal in den syrischen Bürgerkrieg ein (Archivbild). Bildrechte: dpa

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte zuvor Angriffe auf den Norden Syriens bestätigt. Zugleich kündigte er in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel an, die Angriffe trotz internationaler Appelle fortzusetzen. Die Kurden würden "hunderttausende syrische Zivilisten" in der Grenzregion zur Türkei in die Flucht treiben. Das könne man nicht zulassen, so der Premier.

Wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Militärkreise berichtete, nahm das türkische Militär Ziele in den von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrollierten Gebieten nahe der Stadt Asas unter Feuer. Bei einem weiteren Angriff sei der Beschuss eines türkischen Postens in der südlichen Region Hatay durch syrische Regierungstruppen erwidert worden, hieß es. Davutoglu forderte die YPG auf, sich aus dem kürzlich von ihr eroberten Gebiet bei Asas zurückziehen.

Asas liegt in einem bisher von Rebellen wie der islamistischen und dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Al-Nusra-Front kontrollierten Korridor, der von der türkischen Grenze bis nach Aleppo führte. Die syrischen Regierungstruppen haben diesen Korridor, der an das Kurdengebiet im Norden Syriens grenzt, im Rahmen ihrer Großoffensive im Raum Aleppo bereits vor Tagen abgeriegelt.

Auch Angriffe auf syrischen Militärflughafen

Karte der nordsyrisch-türkischen Grenzregion
Die syrisch-türkische Grenzregion im Raum Aleppo Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Angaben der in Großbritannien sitzenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte richteten sich die türkischen Angriffe auch gegen den im syrischen Kurdengebiet liegenden Luftwaffenstützpunkt Menagh. Kurdische Kämpfer hatten die 13 Kilometer südlich der türkischen Grenze liegende Basis erst vor wenigen Tagen islamistischen Rebellen abgenommen. Sie waren dabei von der russischen Luftwaffe unterstützt worden.

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten kontrollieren große Teile der kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens. Zwischen den USA und der Türkei schwelt seit Monaten ein Streit über die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg. Washington unterstützt die YPD militärisch, sie sieht in den Kurden einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den IS. Die Türkei betrachtet die YPD als terroristische Organisation mit Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2016, 08:21 Uhr

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20 Kommentare

15.02.2016 20:44 Erhardt 20

@19 007: Sie sind mit Abstand der größte Heuchler unter allen hier. Es ist noch nicht einmal drei Wochen her, da haben Sie in einem Kommentar zum Artikel "Die USA wollen NATO-Hilfe im Kampf gegen IS" ich zitiere wörtlich gesagt: "Weil sich die Amerikaner die Frechheit herausnehmen sich in alle Länder einzumischen und Völker in rechtswidrige Kriege zu Führen." Grammatik und Satzbau dürften bekannt sein! Also schreiben Sie bitte nicht so einen derartigen Mist, dass Sie so etwas nie geschrieben haben. Am besten lesen Sie sich Ihre Kommentare noch mal gaaaanz laaaaangsam durch. Echt erbärmlich...

15.02.2016 11:32 007 19

18. Erhardt: ..Zum ersten, von wegen verlogen? Zeigen sie mir in welcher Aussage ich die U.S. Amerikaner als kriminelle Kriegstreiber bezeichnet haben soll. Vielleicht bringen sie hier etwas durcheinander. Also bitte mal schön bei den Tatsachen bleiben. Lesen sie meine Aussagen nochmal ganz langsam durch. Und zweitens, dass die Türkei gegen die Kurden kämpft ist bekannt, da erzählen sie mir nichts neues. Die haben gehofft der IS würde denen die Arbeit in Syrien abnehmen, aber das Gegenteil, die Kurden werden von uns der Nato und den USA unterstützt und die Türken bekämpfen die, weil...die wollen keinen eigenen Kundenstaat. Das sind alles bekannte Fakten und über was erregen sie sich hier so?

15.02.2016 10:32 Erhardt 18

@007 und Co. Wie seid ihr alle verlogen. Die ganze Zeit sind die Amerikaner die schlimmsten Kriegstreiber und die rücksichtslosesten Kriminellen, aber wenn es euch in den Kram passt, dann sind sie plötzlich eure großen Vorbilder. Im nöchsten Satz fordert ihr die Grenzen zu sichern und wenn man dazu den Türken Geld gibt, weil es einfacher ist, die türkische Grenze zu sichern, als die Griechische, dann mimt ihr den Moralapostel. Die Türken bekämpfen seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten, die Kurden außerhalb ihrer Grenzen und ihr stell euch hin, als ob das etwas ganz Neues sei und als ob das Geld aus D etwas damit zu tun hätte. Und ihr werft Politikern Verlogenheit vor? Wie erbärmlich ist das denn???

15.02.2016 01:18 007 17

16. Ottje83: ...Ja genau, und wie vorsichtig die Amis geworden sind nach den 11 September lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Die haben letztes Jahr gigantische 1500 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Dafür sind sie von uns Besserwisser Europäern gerügt worden. Jetzt wollen sie dieses Jahr voraussichtlich 10 000 Flüchtlinge aufnehmen, Handverlesen natürlich. Das werden nicht mal die Hälfte werden schätze ich. Zum Vergleich, nach Deutschland sind angeblich allein 2015 etwa 521.000 Menschen eingereist, (registriert). Man rechnet das noch 2-3 mal so viele nicht gemeldete oder registrierte sich bei uns aufhalten. Nichts genaues weiß man aber nicht.

14.02.2016 22:20 Ottje83 16

13. X-Ray: Richtig, Sie haben genau die richtige und logische, rationale Einstellung. Warum soll sich Deutschland auch erpressen lassen?
Hier in den U.S.A. wäre die Situation der Masseneinwanderung in dem Maße wie sie in Europa geschehen ist, weder von dem Präsidenten, den Politikern, noch den Einwohnern genehmigt oder zugelassen worden.
Spätestens seit den Anschlägen durch muslimische Terroristen am 11. September 2001 ist man hier wesentlich vorsichtiger geworden mit der Einwanderung von Menschen aus aller Welt.

14.02.2016 22:09 Ottje83 15

Was muss denn noch geschehen, bevor die Notbremse gezogen wird?
Wenn die Türkei tatsächlich mit großen Militärverbänden in Syrien einmarschiert, wird sie wohl nach kurzer Zeit mit den Russen zusammenstoßen. Das dürfte nicht gut für die Türken ausgehen.
Die Saudis haben nur Kampfflugzeuge und eventuell einige ausländische Söldner und stellen für die Russen keine Gefahr dar.
Solange die U.S.A. der Türkei nicht "grünes Licht" für die wohl geplante aggressive Aktion gibt, wird sich die Türkei hüten und nicht ihre Soldaten riskieren. Präsident Obama ist nicht an einem Krieg interessiert, der den NATO Verteidigungsfall auslösen würde.
Als Amerikaner kann ich dazu auch sagen, dass dieses Land inzwischen auch kriegsmüde geworden ist. Senator McCain vertritt nicht die Mehrheit der U.S. Bürger und es bleibt zu hoffen, dass niemand im November zum Präsidenten gewählt wird, der sich von den Kriegstreibern zu sehr beeinflussen lässt.

14.02.2016 21:05 Andreas 14

Wenn der Amerikaner den Russen nicht immer als Erzfeind betrachten würde wäre das schon mal was. Der Amerikaner hatte ja schon mit Kuba so seine Probleme ( Kommunismus und so), da kann ich schon verstehen das der Russe Probleme hat wenn die Nato an seine Grenze pocht. Ich habe keine Probleme mit Russland. Warum gibt der Amerikaner einfach keine Ruhe. Nach den nächsten Wahlen in Amerika haben wir dann den 3 Weltkrieg.

14.02.2016 17:58 X-Ray 13

@ 10 richtig; „Wir können die Türen nach Griechenland und Bulgarien jederzeit öffnen. Und wir können die Flüchtlinge in Busse stecken.“ *** Das sagt doch eigentlich alles über die Türkei. *** Dazu fällt mir jetzt erstmal nur der TürKai ein. *** Nee, mal Spaß beiseite. Wir, die EU, können aber sagen, "Macht doch, öffnet ruhig eure Türen zu Bulgarien und Griechenland. Unsere Türen bleiben zu und werden "verriegelt und verrammelt". Dann könnt ihr zusehen, wie ihr klarkommt.

14.02.2016 17:49 Qwerleser 12

Es wird wohl immer deutlicher wie verfahren die syrische Situation ist. In Syrien kämpft Russland mit Assad gegen eine NATO Allianz welche untereinander verschidene Ziele verfolgt. Große Unbekannte hier die Türkei mit eigenen Interessen. Ein Ausweg? Nicht in Sicht. Da fragt auch niemand nach den "Zivilisten".

14.02.2016 15:55 007 11

Die USA muss die toll gewordenen Saudis und die Türken sofort zurück pfeifen sonst schlittern wir in einen 3. großen Krieg. Und mit den Russen müssen wir dringend verhandeln, da liegt die Lösung in den EU Sanktionen, Russland ist so ziemlich Pleite und einen Schlange die in die Enge getrieben wird beißt.