Frau des Oppositionsführers Leopoldo Lopez, freut sich nach der Abgabe ihrer Stimme in Caracas (Venezuela).
In ihrem erbitterten Streit mit Staatschef Maduro hatte die Opposition das Referendum initiiert. Das Regierungslager boykottiert die rechtlich nicht anerkannte Abstimmung. Bildrechte: dpa

Abstimmung der Opposition Große Beteiligung an symbolischem Anti-Maduro-Referendum in Venezuela

In einem symbolischen Referendum haben sieben Millionen Venezolaner über die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Nicolás Maduro abgestimmt. Dabei kam es erneut zu Gewaltausbrüchen. Eine Frau starb bei einem Überfall auf Oppositionelle.

 Frau des Oppositionsführers Leopoldo Lopez, freut sich nach der Abgabe ihrer Stimme in Caracas (Venezuela).
In ihrem erbitterten Streit mit Staatschef Maduro hatte die Opposition das Referendum initiiert. Das Regierungslager boykottiert die rechtlich nicht anerkannte Abstimmung. Bildrechte: dpa

Knapp 7,2 Millionen Venezolaner haben am Sonntag nach Angaben der Opposition an dem symbolischen Referendum über die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Nicolás Maduro teilgenommen. Das teilten die Organisatoren des Votums nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmzettel mit. Die Präsidentin der Zentraluniversität von Venezuela, Cecilia García Arocha, sagte nach Bekanntgabe der Teilnehmerzahl, es handle sich um eine klare Botschaft an die Exekutive und an die Welt.

Maduro lehnt Referendum als "illegal" ab

In ihrem erbitterten Streit mit Staatschef Maduro hatte die Opposition das Referendum initiiert. Das Regierungslager boykottiert die rechtlich nicht anerkannte Abstimmung und verurteilt die Abstimmung als "illegal". Es ist davon auszugehen, dass die Verfassungsreform mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wird. Das Umfrageinstitut Datanálisis rechnete damit, dass 70 Prozent der Wähler die Pläne Maduros ablehnen.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, aufgenommen am 31.03.2017 in Caracas (Venezuela).
Staatschef Nicolás Maduro will eine eigene verfassungsgebende Versammlung abstimmen lassen. Bildrechte: dpa

Maduros sozialistische Regierung will eine neue Verfassung von einer verfassunggebenden Versammlung verabschieden lassen, die am 30. Juli bestimmt werden soll. Die Opposition befürchtet, dass der Präsident das Gremium mit seinen Anhängern besetzen könnte, um sich dann mit der neuen Verfassung diktatorische Vollmachten zu geben. Die Opposition hat im Parlament die Mehrheit.

Tote bei Überfall auf Oppositionsanhänger

Die Abstimmung zum Referendum wurde erneut von Gewalt überschattet. Bei einem bewaffneten Überfall auf Oppositionsanhänger wurde eine 61-jährige Frau getötet und drei weitere Menschen verletzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Unbekannte hätten von Motorrädern aus das Feuer auf Bürger eröffnet, die ihre Stimme abgeben wollten. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Die Opposition macht "paramilitärische Gruppen" aus dem Umkreis Maduros für den Angriff verantwortlich.

Seit April gehen Anhänger der Opposition fast täglich zu Tausenden auf die Straße und verlangen die Absetzung der Regierung Maduro. Mehr als 90 Menschen sind bei den gewaltsamen Protesten bislang ums Leben gekommen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 17.07.2017 | 07:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2017, 11:59 Uhr

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1 Kommentar

17.07.2017 17:44 Dürfen die denn das? 1

"Maduro lehnt Referendum als "illegal" ab." Richtig! das sind doch Sozialisten! Nix Demokratie... Da ist es doch egal, wie runter gewirtschaftet der Staat inzwischen ist oder wie es den Menschen geht. Vielleicht "hilft" wieder Cuba, politisch ... Und, wenn gar nichts mehr geht, ist Trump schuld…