US-Präsident Donald Trump (2.v.l) spricht am 11.08.2017 im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey (USA), neben ihm Außenminister Rex Tillerson (l) und UN-Botschafterin Nikki Haley
US-Präsident Trump mit Außenminister Tillerson und UN-Botschafterin Haley im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey. Bildrechte: dpa

Krise und Machtkampf Trump erwägt militärische Option für Venezuela

US-Präsident Trump schließt auch gegen Venezuela ein militärisches Vorgehen nicht aus. Die USA hätten viele Optionen für das südamerikanische Land, einschließlich einer militärischen, sagte Trump. Konkrete Pläne für einen Militäreinsatz gibt es aber offenbar nicht. Venezuelas umstrittener Präsident Maduro verliert unterdessen weiter an Rückhalt.

US-Präsident Donald Trump (2.v.l) spricht am 11.08.2017 im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey (USA), neben ihm Außenminister Rex Tillerson (l) und UN-Botschafterin Nikki Haley
US-Präsident Trump mit Außenminister Tillerson und UN-Botschafterin Haley im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey. Bildrechte: dpa

Nach den Drohgebärden in Richtung Nordkorea schließt US-Präsident Donald Trump auch gegen Venezuela ein militärisches Vorgehen nicht aus. Es gebe mehrere Möglichkeiten, "darunter eine militärische Option, falls nötig", sagte Trump am Freitag nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und UN-Botschafterin Nikki Haley in New Jersey: "Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben." Die Lage in dem südamerikanischen Land sei "sehr gefährlich".

Pentagon ohne Befehle

Konkrete Pläne der USA für einen Militäreinsatz in Venezuela gibt es aber offenbar noch nicht. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, es habe bezüglich Venezuela keine Befehle erhalten. Ein Pentagon-Sprecher sagte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus. Die Regierung in Caracas nannte Trumps Drohung einen "Akt der Verrücktheit".

US-Sanktionen gegen Maduro

Nicolás Maduro spricht neben Wahlkandidaten
Nicolás Maduro bei einer Veranstaltung mit Anhängern. Bildrechte: dpa

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Bei den politischen Unruhen wurden seit Anfang April mindestens 125 Menschen getötet.

Die US-Regierung hatte nach der umstrittenen Wahl der verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Präsident Nicolás Maduro verhängt und sein Vermögen in den USA eingefroren. Außerdem wurden Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger erlassen. Das Weiße Haus bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als "Diktator" und kritisierte das neue Gremium als "rechtswidrig".

Trump lehnt Telefonat ab

Trotz der Drohungen aus Washington bemühte sich Venezuelas umstrittener Staatschef Maduro um ein Gespräch mit Trump. Ein Antrag auf ein Telefonat mit dem US-Präsidenten sei am Freitag jedoch abgelehnt worden, hieß es aus dem Weißen Haus. "Präsident Trump wird gerne mit dem Führer Venezuelas sprechen, sobald die Demokratie in diesem Land wiederhergestellt ist", hieß es in der Erklärung. Die USA verlangten eine Achtung der Verfassung, freie und faire Wahlen, die Freilassung politischer Gefangener und ein Ende der Repression gegen das Volk.

Für Maduro ist die Abweisung und Veröffentlichung des ungewöhnlichen Vorgangs peinlich, weil sie ihn als Bittsteller dastehen lässt. Trotz aller Differenzen sind die USA der wichtigste Abnehmer von venezolanischem Erdöl. Ohne die Exporte in die USA droht die Staatspleite Venezuelas. Maduro wird der Umbau zu einer Diktatur vorgeworfen, bei Protesten starben über 120 Menschen.

Peru weist Botschafter aus

Derweil verschärfen sich auch die diplomatischen Spannungen in Südamerika. Aus Protest gegen das politische Vorgehen von Maduro hat Peru den Botschafter Venezuelas ausgewiesen. Wie das Außenministerium mitteilte, habe Botschafter Diego Molero fünf Tage Zeit, um das Land zu verlassen. Lima wirft Caracas einen Bruch der demokratischen Ordnung vor. Die Antwort kam umgehend: Geschäftsträger Carlos Rossi, derzeit oberster peruanischer Diplomat in Venezuela, müsse ebenfalls innerhalb von fünf Tagen ausreisen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.08.2017 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2017, 11:57 Uhr

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16 Kommentare

13.08.2017 19:39 Ekkehard Kohfeld 16

{@ Peterklauswessi 15}Leugnen Sie, dass es das euphorische Glückwunschtelegramm der AfD-Führung anlässlich der Wahl Trumps gab?
Leugnen Sie, dass das AfD-Vorstandsmitglied Pazderski erst vor ein paar Tagen die Medien wegen deren Kritik gegenüber Trump öffentlich gerüffelt hat?##Wenn sie uns jetzt noch sagen was sie uns damit sagen wollen kommen wir vielleicht weiter ist da etwas verbotenes dran???Niemand hat davon etwas geleugnet warum auch gibt es keinen Grund für also was wollen sie?Fallen ihnen keine neuen Lügen mehr ein?

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13.08.2017 11:28 Peter 15

@13 007: Was haben Sie bewiesen?
Leugnen Sie, dass es das euphorische Glückwunschtelegramm der AfD-Führung anlässlich der Wahl Trumps gab?
Leugnen Sie, dass das AfD-Vorstandsmitglied Pazderski erst vor ein paar Tagen die Medien wegen deren Kritik gegenüber Trump öffentlich gerüffelt hat?

12.08.2017 19:12 Frank 14

@ 11: Sie scheinen lernresistent zu sein. Ihre stereotypen abstrusen Behauptungen werden nicht besser, indem sie die gebetsmühlenartig wiederholen. Ich verglich Sie in einem anderen Beitrag heute schon einmal mit Karl-Eduard von Schnitzler. Ich fühle mich in diesem Vergleich erneut bestätigt. Was hat die AfD mit Trump zu tun? Sie zerren diverse Äußerungen von Politikern aus ihrem Zusammenhang und basteln sich Ihr Welt bild, ala Pippi Langstrumpf. Ziemlich naiv das Ganze. nehmen Sie sich des Hinweises der MDR-Redaktion an und bleiben Sie beim Thema!

12.08.2017 18:07 007 13

@ Peter 11 ... Absurder Unsinn, diese Vergleiche Trump mit der AfD hab ich ihnen gestern Abend schon widerlegt. Ich gebe dem MDR recht bleiben sie beim Thema, es wird langsam seltsam ...

12.08.2017 16:56 MuellerF 12

@1: Stichwort blabla: der Bündnisfall gilt nur bei Angriff auf einen Nato-Partner, nicht bei Angriff eines Nato-Lands auf ein nicht-Nato-Land!

12.08.2017 16:27 Peter 11

@9 007: Es überrascht, dass gerade bei Ihnen Trump vom Heilsbringer zum Bösewicht mutiert ist.
Bitte bedenken Sie, dass Sie sich damit als AfD-Anhänger gegen die Granden im AfD-Politbüro stellen. Die haben zuerst die blaue Partei als "natürllichen Verbündeten" Trumps ausgerufen und sich vor ein paar Tagen über die negative Berichterstattung der Medien Trump gegenüber beschwert.

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12.08.2017 14:36 Nordharzer 10

Trump versucht doch derzeit gerade erfolgreich von seinen innenpolitischen Problemen abzulenken. Wer redet denn noch darüber? Die USA und der Westen werden es nie lernen, dass übergestülpte Demokratien nach westlichem Vorbild nicht funktionieren. Das haben der Kongo, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen, um nur einige Beispiele zu nennen, doch wohl gezeigt. Die USA wollen sich aber weiter als Weltpolizist präsentieren, aber nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wenn dann noch zwei kaum zurechnungsfähige Politiker auf Kindergartenniveau aufeinander treffen, dann kann man dem Rest der Welt nur viel Glück wünschen. Dagegen könnte man Maduro fast für den Friedensnobelpreis vorschlagen.

12.08.2017 14:35 007 9

Wer sind denn nu die Kriegstreiber dieser Welt? Ich will ja keine Namen nennen, aber was haben die Amis schon wieder mit Venezuela am Hut? Wenn überhaupt, dann hat nur die UNO etwas zu entscheiden sonst niemand. Weder die Russen noch die Amerikaner. Was mich aber am meisten stört, dass die friedliebenden Schwätzer dieser Welt, wir die Deutschen wieder mit im Boot sind. Mit gehangen mit gefangen. Mensch last uns endlich aus diesen idiotischen Kriegstreiber-Verein dieser Nato austreten und neutral werden. Ab mit diesen Gefechtsschrott auf dem Mond. Die Amerikaner entwickeln sich immer mehr zur Gefahr für den Weltfrieden. Vielleicht sollten wir die mal sanktionieren ...

12.08.2017 12:46 Ekkehard Kohfeld 8

@ Atze 7 Die USA sollen sich aus den inneren Angelegenheiten von Venezuela heraushalten.
Sie haben selbst genug bei sich "um die Ohren".
Wenn sie doch endlich mal Frieden stiften würden und ihre Rolle als Weltpolizist aufgeben würden!##Das sagen sie bitte auch den Deutschen und den deutschen Politikern wir machen doch überall mit und sich selber auch sie stecken doch ihre Nase gerade auch bei der USA rein.

12.08.2017 12:26 Atze 7

Die USA sollen sich aus den inneren Angelegenheiten von Venezuela heraushalten.
Sie haben selbst genug bei sich "um die Ohren".
Wenn sie doch endlich mal Frieden stiften würden und ihre Rolle als Weltpolizist aufgeben würden!
Es schwant einem nichts Gutes auch im Hinblick auf Nordkorea.
Man darf sich gar nicht vorstellen, wer alles in solche Konflikte hineingezogen werden können. Z.B. im 1. Weltkrieg werden wohl etwa 30 Staaten in Europa, Amerika, Afrika usw. involviert. Kettenreaktion ... durch Bündnisse, Beistand usw. Im 2. Weltkrieg waren alle Deutschen in Kenia ( Farmer usw.) von den Engländern interniert in Lagern. Kenia war eine Kolonie von England und wir standen ja mit E. im Krieg. Kein Wunder, das ich als Kind immer hörte, nie wieder Krieg!

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