Hamas Anführer Ismail Hanija (M) nimmt in Gaza an einem Protest teil.
Hamas Anführer Hanija (Mitte) bei einer Demonstraiton gegen die Entscheidung von US-Präsident Trump, Jerusalem als Hauptstadt Isreals anzuerkennen. Bildrechte: dpa

Hintergrund Wer ist die Hamas?

1987 aus der Muslimischen Bruderschaft hervorgegangen, stufen die EU und die USA die Hamas als Terrororganisation ein. Sie ist für viele Angriffe auf Israel verantwortlich, schlug aber zuletzt einen gemäßigteren Kurs ein. Ismail Hanija ist seit Mai 2017 Kopf der Organisation. Nach den von der Hamas gewonnenen Wahlen 2006 war er palästinensischer Ministerpräsidenten und bezeichnet sich trotz Entlassung weiter als Regierungschef.

Hamas Anführer Ismail Hanija (M) nimmt in Gaza an einem Protest teil.
Hamas Anführer Hanija (Mitte) bei einer Demonstraiton gegen die Entscheidung von US-Präsident Trump, Jerusalem als Hauptstadt Isreals anzuerkennen. Bildrechte: dpa

Die Hamas steht auf der schwarzen Liste terroristischer Organisationen der Europäischen Union. Ihr Vermögen ist gesperrt, es gelten Reiseverbote. Auch die USA haben die Hamas, die 2007 den Gazastreifen erobert hatte, und seither in drei Kriegen gegen Israel kämpfte, als terroristische Organisation eingestuft.

Mai 2017: Abrücken vom harten Kurs

Die Hamas ist für zahlreiche bewaffnete Angriffe in Israel und in den besetzten Palästinensergebieten verantwortlich. Anfang Mai 2017 rückte sie dann vom harten Kurs gegenüber Israel ab und ließ den Aufruf zur Zerstörung Israels fallen.

Das Existenzrecht Israels erkannte sie aber nach wie vor nicht an. In der weiteren politischen Neuausrichtung kündigte die Hamas das Bündnis mit der islamistischen Muslimbruderschaft, aus der sie 1987 hervorgegangen war.

Chef Hanija war palästinensischer Ministerpräsident

Chef der radikalen Palästinenserorganisation ist Ismail Hanija (auch: Hanijeh). Er steht der Organisation seit Mai vor. Der 54-Jährige  war bereits Vize des in Katar ansässigen Hamas-Chefs und hatte nach den von der Hamas gewonnenen Wahlen 2006 das Amt des palästinensischen Ministerpräsidenten inne.

Obwohl er von Palästinenserpräsident und Fatah-Chef Mahmud Abbas entlassen wurde, bezeichnet er sich immer noch als Regierungschef.

Zuletzt Annäherung an Fatah

Im Zuge ihrer Neuausrichtung spricht sich die Hamas für die Gründung eines eigenständigen Palästinenser-Staats in den Grenzen von 1967 aus, ohne Israel anzuerkennen. 1967 hatte Israel während des Sechs-Tage-Kriegs den Gazastreifen, das Westjordanland und Ost-Jerusalem besetzt.

Mit der neuen Position nähert sich die Hamas der Fatah von Palästinenser-Präsident Abbas heran. So erklärte ein Sprecher der Fatah, die Position sei mit der vergleichbar, die seine Organisation seit 1988 vertrete. Zugleich forderte er eine Entschuldigung der Hamas bei der Fatah, weil sie diese 30 Jahre als Verräter bezeichnet habe.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 07.12.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 15:12 Uhr