Auszählung der Wahlmänner-Stimmen nach Präsidentenwahl USA 2012
Die Stimmen der Wahlmänner werden versiegelt, beglaubigt, und erst im neuen Jahr im Kongress ausgezählt. Bildrechte: dpa

Zwischen Wahl und Amtseinführung Trumps Fahrplan ins Weiße Haus

In den USA dauert es nach der Präsidentenwahl zwei Monate bis zur Amtseinführung. Grund ist das komplizierte Wahlmänner-Verfahren. Erst im Januar zieht Donald Trump als Nachfolger von Barack Obama ins Weiße Haus ein.

Auszählung der Wahlmänner-Stimmen nach Präsidentenwahl USA 2012
Die Stimmen der Wahlmänner werden versiegelt, beglaubigt, und erst im neuen Jahr im Kongress ausgezählt. Bildrechte: dpa

10. November - Treffen mit dem Noch-Präsidenten

US-Präsident Barack Obama hat seinem designierten Nachfolger Donald Trump telefonisch zum Wahlsieg gratuliert und ihn für zwei Tage später ins Weiße Haus eingeladen. Bei dem Treffen solle über den Machtübergang gesprochen werden, teilte das US-Präsidialamt mit. Häuslich niederlassen kann sich der nächste Präsident im Weißen Haus erst 2017. Zuvor geht nämlich noch die Wahl durch die Wahlmänner von statten.

19. Dezember - Wahlmänner wählen Präsidenten und Vize

Am Wahltag (Election Day), dem 8. November, haben die US-Bürger in den einzelnen Bundesstaaten mit ihrer Stimme die sogenannten Wahlmänner gewählt. Je nach Bevölkerungsgröße entsenden jeder Bundesstaat und die Hauptstadt Washington eine bestimmte Zahl an Wahlmännern und -frauen in das 538-köpfige Wahlgremium. Die eigentliche Präsidentenwahl, bei der diese Wahlmänner ihre Stimmen für den US-Präsidenten und dessen Vize abgeben (Meeting of Electors), findet am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten statt. In diesem Jahr ist das der 19. Dezember.

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Für die Stimmabgabe gibt es in jedem Staat eigene Vorschriften. In aller Regel bekommt der Wahlgewinner, auch bei knappem Ausgang, alle Wahlmännerstimmen des jeweiligen Bundesstaats zugesprochen. Ausnahmen machen Maine und Nebraska, die anteilig Wahlmänner entsenden. Wer Präsident werden will, benötigt mindestens 270 Stimmen.

Rein theoretisch könnten die Wahlmänner in letzter Minute einen Präsidenten Trump verhindern. Aber dies ist äußerst unwahrscheinlich. Laut Nationalarchiv haben in der US-Geschichte 99 Prozent aller Wahlmänner für den Sieger in ihrem Staat gestimmt. Entweder sind sie dazu durch ein im jeweiligen Staat geltendes Gesetz verpflichtet oder durch ein Versprechen der Partei gegenüber. In den meisten Fällen bekleiden Wahlmänner Führungspositionen in ihren Parteien oder sie sind nach Jahren loyaler Parteiarbeit ausgewählt worden. Unzuverlässige Wahlmänner müssen in einigen Staaten sogar mit Strafen rechnen; in Oklahoma beispielsweise mit einer Geldstrafe von 1.000 Dollar. In Michigan und in South Carolina würde ein abtrünniger Wahlmann einfach aus dem Verkehr gezogen und durch einen Nachfolger ersetzt.

28. Dezember - Senatspräsident sammelt Wahlmänner-Stimmen

Am Tag nach der Wahl werden die Stimmzettel der Wahlmänner versiegelt und beglaubigt. Bis spätestens neun Tage nach dem Treffen, also bis 28. Dezember, werden sie an den Senatspräsidenten und den Archivar verschickt.

6. Januar - Auszählung der Stimmen und Verkündung des Ergebnisses

Senat und Repräsentantenhaus kommen am 6. Januar 2017 um 13 Uhr im Kongress zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Den Vorsitz hat meist der noch amtierende Vizepräsident, aber auch sein Stellvertreter, der sogenannte "Präsident pro tempore" des Senats, darf die Sitzung leiten. Erst in dieser Sitzung werden die Wahlmänner-Stimmen offiziell gezählt. Dies übernehmen extra bestimmte Mitglieder aus beiden Kammern des Parlaments. Wurden die Ergebnisse für alle Bundesstaaten ermittelt und kein Einspruch erhoben, verkündet der Sitzungsvorsitzende das Ergebnis der Präsidentschaftswahl. Gewonnen hat, wer mindestens die Hälfte aller Wahlmänner-Stimmen auf sich vereint. Das entspricht mindestens 270 Stimmen.

20. Januar - Amtseinführung des neuen Präsidenten

Am 20. Januar um 12 Uhr beginnt die Amtszeit des neuen Präsidenten offiziell. Er leistet seinen Amtseid und hält eine Antrittsrede.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im
Radio | 10.11.2016 | ab 10.09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2016, 10:23 Uhr