Lehrerin und Grund-Schüler an einer Grundschule
Das Bildungsniveau der Viertklässler in Deutschland ist gesunken. Bildrechte: dpa

IQB-Bildungstrend Bildungsniveau von Viertklässlern gesunken

Das Bildungsniveau der Viertklässler in Deutschland hat sich verschlechtert. Das geht aus dem neusten IQB-Bildungstrend hervor. Zugleich nahm der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund deutlich zu. Mehr als jeder vierte Viertklässler hat mittlerweile keine deutschen Wurzeln mehr. Einen Zusammenhang zwischen Migration und gesunkenem Bildungsniveau sehen die Autoren der Studie aber nicht.

Lehrerin und Grund-Schüler an einer Grundschule
Das Bildungsniveau der Viertklässler in Deutschland ist gesunken. Bildrechte: dpa

Das Bildungsniveau der Viertklässler hat sich in Deutschland seit 2011 allgemein verschlechtert. Das geht aus der neusten Bildungsstudie hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin vorgestellt hat. Laut dem IQB-Bildungstrend haben sich Deutschlands Viertklässler bis 2016 in Mathematik, beim Zuhören und in der Rechtschreibung verschlechtert. Lediglich die Lesekompetenz ist laut der Erhebung auf einem ähnlichem Niveau geblieben wie fünf Jahre zuvor.

"Ergebnisse sind ernüchternd"

KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann bezeichnete die Resultate als "ernüchternd". "Die Ergebnisse der Studie zeigen einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik", sagte die CDU-Politikerin.

Besonders schlimm sieht es der Studie zufolge in Bremen aus. In dem Stadtstaat fällt der Anteil derjenigen Schüler, welche die Mindeststandards in Mathematik, Lesen, Zuhören und Rechtschreibung erfüllen, "signifikant" geringer aus als in Gesamtdeutschland.

Negativtrends in mehreren Ländern

Aber auch in anderen Bundesländern hat sich der Anteil der Viertklässler, die die Regelstandards erfüllen, laut IQB-Bildungstrend deutlich verkleinert. So werden Negativtrends in einen oder zwei Bereichen in Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verzeichnet.

Bremen und Berlin Schlusslichter

Beim Lesen erreichte 2016 jeder achte Viertklässler (12,5 Prozent) in Deutschland nicht den Mindeststandard. Besonders viele sind es in Bremen (25,5) und Berlin (20 Prozent). Über Bundesschnitt liegen Sachsen (7,2), Bayern (7,9), Schleswig-Holstein (8,8).

Beim Zuhören verfehlten bundesweit 10,8 Prozent den Mindeststandard, aber 20,8 Prozent in Bremen und 15,6 Prozent in Berlin. Bayern (6,5) und Schleswig-Holstein (8,3 Prozent) lagen über dem Bundeswert.

Bei der Rechtschreibung lagen 22,1 Prozent der Viertklässler deutschlandweit unter Mindeststandard. Hier bildeten Bremen, Berlin, Niedersachsen und Hamburg Ausreißer nach unten. Bayern und das Saarland lagen deutlich über Bundesschnitt.

In Mathematik landeten in ganz Deutschland 15,4 Prozent der Viertklässler unter dem Mindeststandard. Schlechter lagen Bremen (35,4), Berlin (27,6), Nordrhein-Westfalen (19,2) und Hamburg (21,2 Prozent). Besser ab schnitten Bayern (8,3), Sachsen (8,8), Sachsen-Anhalt (12,1) und Thüringen (12,6 Prozent).

Über ein Drittel mit Migrationshintergrund

Deutlich verändert hat sich seit der letzten IQB-Erhebung 2011 die Zusammensetzung der Schülerschaft. Der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund erhöhte sich seither um mehr als ein Drittel auf mittlerweile 34 Prozent.

Die Autorin der aktuellen Bildungsstudie, Petra Stanat, wies allerdings einen Zusammenhang zwischen dem gestiegenen Anteil an Zuwandererkindern und dem gesunkenen Bildungsniveau zurück. Die Trends gingen bei deutsch- und migrationsstämmigen Kindern in eine ähnliche Richtung. Bei Zuwandererkindern sei oft auch die soziale Schlechterstellung der Hauptgrund für mögliche Probleme.

An der Studie IQB-Bildungstrend nahmen im vergangenen Jahr 29.259 Schüler der vierten Klassen aus allen 16 Bundesländern teil.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 13.05.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 17:58 Uhr

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26 Kommentare

15.10.2017 17:42 Karl L. 26

@ 24. Lesen Sie doch endlich mal das Buch von Philipp Möller.

15.10.2017 11:58 Ekkehard Kohfeld 25

pkeszler 24 @Karl: "Das ist doch kein Wunder wenn Klassen gemischt sind mit migratioskindern, dann geht der Unterricht nur schleppend voran, denn ehe diese das begreifen langweilen sich unsere Kinder und was dabei herauskommt sieht man."
Das ist doch Unsinn, denn Mikrationskinder haben meistens eine bessere Lerneinstellung und sind fleißiger, als unsere Kinder. Unsere Kinder sind zu verwöhnt und haben sehr viele andere Interessen und sind undisziplinierter.
##Komisch woher wissen sie das haben sie selber eine Studie durchgeführt da gibt es welche die sagen genau das Gegenteil von ihnen.

15.10.2017 10:51 pkeszler 24

@Karl: "Das ist doch kein Wunder wenn Klassen gemischt sind mit migratioskindern, dann geht der Unterricht nur schleppend voran, denn ehe diese das begreifen langweilen sich unsere Kinder und was dabei herauskommt sieht man."
Das ist doch Unsinn, denn Mikrationskinder haben meistens eine bessere Lerneinstellung und sind fleißiger, als unsere Kinder. Unsere Kinder sind zu verwöhnt und haben sehr viele andere Interessen und sind undisziplinierter.

15.10.2017 08:19 Karl 23

Das ist doch kein Wunder wenn Klassen gemischt sind mit migratioskindern, dann geht der Unterricht nur schleppend voran, denn ehe diese das begreifen langweilen sich unsere Kinder und was dabei herauskommt sieht man. Außerdem ist es eine Zeit wo ich kein Lehrer mhr sein möchte. Unsere Schulzeit und die unserer Kinder lief noch ordentlich ab mit Respekt und Anstand. Ich mus auch sagen man mus sich mit den Eltern auseinander setzen aber das ist in der heutigen Zeit auch nicht einfach. Jedenfalls ist aus meinen Kindern etwas anständiges in jeglicher Hinsicht geworden, sind in der Schule und Universität gut ausgebildet worden. Ja man mus sagen das waren andere Zeiten da herrschte noch wirkliche Demokratie die jetzt immer mehr verloren geht.

14.10.2017 21:31 Gerd H. 22

Die Daten wurden erhoben Mai bis Juli 2016. Die überlasteten Grundschulen haben also geliefert. Die hochbezahlten Experten des IQB haben dann MEHR als EIN JAHR gebraucht, das Ergebnis festzustellen. So belegt sich die Studie selbst: Mit Faulheit kommt man zu nix.

14.10.2017 18:20 Werner 21

@09:38 Monika Sagadin 17: In der DDR wäre spätestens bei "alte Schlampe" die Strafversetzung in eine andere Schule und bei Handgreiflichkeiten schnappab vor dem Jugendwerkhof. Solchen Dingen sind heute wie früher ähnliche Sachen vorausgegangen. Mit mehreren Aussprachen und Versprechen zur Besserung. Aber das war noch in der dunklen Diktatur, wo ein Schüler nicht mal das Recht hatte, seine Lehrerin zu Ignorieren, zu machen, was er wollte und eben auch mal nette Komplimente zu geben. Wenn das nicht hilft, kommt heute der Herr des Hauses vorbei und sorgt für Rundlauf in der Schule - selbstverständlich bei der Lehrerin. Die diktatorischen und altmodische Zeiten sind zum Glück vorbei. Auch wenn sich die Rückwärtsgewandten dagegen vergeblich wehren, wir gehen auf dem guten Weg mit der Modernisierung und Umgestaltung in die offene Gesellschaft Goldenen Zeiten entgegen. Sarkasmus Ende.

14.10.2017 12:11 Theophanu 20

"Zusammenhang " wird aber ausgeschlossen. Deshalb sind Berlin, Bremen, NRW auch "zufällig" hinten dran. Frau Stanat würde auch den Zusammenhang von Alkohol und Alkhoholismus leugnen- rein zufällig ist der Anteil der Alkoholiker unter denen, die regelmässig Alkohol trinken, höher.

14.10.2017 11:35 Ekkehard Kohfeld 19

@ arl L. 16 Jetzt schlagen die Schulpolitik der letzten Jahre,
die Migrationspolitik und die prekäre Beschäftigung von immer mehr Menschen, gepaart mit Überlastung, voll auf das Bildungsniveau durch##Ja und was dazu kommt was der Deutsche gerne macht immer weit übers Ziel hinausschießen,schaut mal diesen Antiautoritärer Erziehungsstil vor nicht und niemand mehr Respekt wie will da den eine Lehrer oder auch ein Ausbilder noch etwas erreichen wenn er keine Möglichkeit mehr hat jemand zu maßregeln und jeder weiß das man Kindern und Jugendlichen erst mal Grenzen aufzeigen muß sonst funktioniert es nicht mit dem zusammen Leben aber da kommen die Eltern dann gleich mit dem Rechtsanwalt.Aber wie den ohne geeignete Mittel??Und das wird noch schlimmer.

14.10.2017 10:47 Frederic 18

Diese Kinder brauch man sich nur mal anzuschauen,
da kann - oder ist leicht zu erkennen, was die sind!
Können ständig mit dem Mobil-Phon, oder Smartphon klappern, aber die Grundrechenarten sind unbekannt.
Das ist der Fehler der HEUTIGEN Jugend.
Das viele Lehrer keine lust habe die zu unterrichten ist mehr als verständich. Sagt de Lehrer etwas, bekommt der eine - oft . unflätige antwort. Ergo viele der Kinder sind RESPEKLOS gegenüber der Lehrer/innen. Nur dass, das oft am Elternhaus liegt will - möchte keiner hören.

14.10.2017 09:38 Monika Sagadin 17

Die Ursachen liegen in zu wenig und zu kurzen Übungen. Statt Wörter einzusetzen sollten die Schüler ganze Sätze und Texte abschreiben und selbständig verfassen. Ein zu individueller Unterricht führt zu viel Freiraum, Pausen und keinem effektiven Lernen und zu Unruhe.
Junge Lehrer verlassen häufig sehr schnell diesen Beruf wegen dieser Unruhe, herumirrender Schüler, Frechheiten ("du alte Schlampe") (vor drei Tagen zu einer Kollegin) oder sogar Handgreiflichkeiten. Lösung: Liebe Eltern, respektieren und unterstützen sie unsere Arbeit!