Wahlkabine in einem Wahllokal
Die Deutschen wählen laut Grundgesetz in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl. Manipulationen soll es nicht geben. Bildrechte: dpa

Bundestagswahl Bundeswahlleiter sorgt sich um Fake News und Hackerangriffe

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA und in Frankreich hat es Versuche gegeben, das Wahlergebnis zu beeinflussen. Mit Blick auf den beginnenden Bundestagswahlkampf wächst nun auch bei den Verantwortlichen in Deutschland die Sorge, dass es Manipulationsversuche geben könnte. Das Statistische Bundesamt bereitet sich auf alle Eventualitäten vor.

von Cecilia Reible, Hauptstadtkorrespondentin MDR AKTUELL

Wahlkabine in einem Wahllokal
Die Deutschen wählen laut Grundgesetz in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl. Manipulationen soll es nicht geben. Bildrechte: dpa

Gegen Hackerangriffe sieht sich Bundeswahlleiter Dieter Sarreither gut gerüstet. Das Statistische Bundesamt hat bereits Vorkehrungen getroffen, damit am Wahltag alles reibungslos läuft. So wurden die Rechnerkapazitäten verdreifacht. Im Fall eines Angriffs können Rechner und Standorte gewechselt werden.

Keine Internetverbindung

Wichtigster Faktor aber: Das Netz der Verwaltung funktioniert unabhängig vom Internet: "Die Datenübermittlung der Ergebnisse passiert auf einem internen Verwaltungsnetz. Dies ist getrennt vom übrigen Internet. Damit haben wir ein hohes Sicherheitsniveau." Die interne Kommunikation zwischen dem Bundeswahlleiter und den einzelnen Landeswahlleitern werde außerdem verschlüsselt.

Dieter Sarreither
Leitet die Bundestagswahl: Dieter Sarreither (Archivbild). Bildrechte: dpa

Ein Restrisiko bleibe allerdings, nämlich dann, wenn die Wahlergebnisse ins Internet gestellt würden. Doch die Behörde sei vorbereitet, auch Angriffe aus dem Netz abzuwehren. "Ich denke, da haben wir eine ganz enge Verbindung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. In Berlin gibt es auch das sogenannte Cyberabwehrzentrum, die ad hoc Maßnahmen ergreifen können, falls tatsächlich es den Anschein erwecken könnte, hier wären Angriffe am Laufen", erklärt Dieter Sarreither.

Altmodische Methoden helfen

Ein Vorteil für die Sicherheit ergibt sich auch aus der vergleichsweise altmodischen Methode, mit der die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen gemeldet werden. Dieter Sarreither: "Die werden dann jeweils an die Gemeinde übermittelt, entweder per Telefon oder per Fax." Von der Gemeinde gehen die Informationen als sogenannte "Schnellmeldung" weiter an die Kreiswahlleiter, die Landeswahlleiter und den Bundeswahlleiter, der aus diesen Meldungen das vorläufige amtliche Endergebnis ermittelt. Hier ist für Hacker also wenig zu holen.

Mehr Sorgen bereiten Dieter Sarreither mögliche Wahlmanipulationen im Vorfeld durch gezielte Falschmeldungen. Hier seien die Wähler aufgefordert, sich aus seriösen Quellen zu informieren. Doch auch die Medien seien in der Pflicht, Informationen gründlich auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.07.2017 | 07:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2017, 11:24 Uhr

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22 Kommentare

03.07.2017 05:45 Skywalker 22

Das beste wäre, wenn sich die Leute nicht länger für dumm verkaufen ließen und die RICHTIGE Partei wählen würden. Aber das wird zur Bundestagswahl leider nicht passieren - in 2 Jahren in Sachsen dürfte das ganze dann schon anders aussehen...

02.07.2017 19:04 Werner Weichgespült 21

Die OSZE wurde gebeten, die BT-Wahl zu beobachten. Eigentlich nur im und um den Kaukasus herum notwendig, denn Diktatoren und Despoten haben kein Schamgefühl. "Der hochrangige CNN-Produzent John Bonifield wurde mit versteckter Kamera gefilmt, wie er über die Russland-Berichterstattung seines Senders herzieht...Veröffentlicht wurde das Video von „Project Veritas“, das sich zum Ziel gesetzt hat, „Korruption, Unehrlichkeit, Einseitige Berichterstattung, Verschwendung, Betrug und anderes Fehlverhalten in öffentlichen und privaten Institutionen zu untersuchen und aufzudecken, um in der Gesellschaft für mehr Ethik und Transparenz zu sorgen“. Journalist: „Aber jetzt mal ehrlich, diese Russland-Geschichte ist alles totaler Quatsch, richtig?“ Bonifield: „Ja, meistens ist es Schwachsinn, wir haben keinen großen Beweis. Ich denke, wir haben keinen Beweis, aber wir wühlen weiter danach. Trump hatte Recht, als er es eine Hexenjagd nannte."

02.07.2017 18:15 ralf meier 20

Ich begrüße es sehr, wenn sich der Bundeswahlleiter gegen Hackerangriffe rüstet. Bei der NRW Landtagswahl waren es aber aber gerade die 'altmodischen Methoden' die in 50 aufgedeckten Fällen zu Wahlmanipulationen führten. Da alle gegen die AFD gingen, muß man schon von einem Vorsatz ausgehen. Dagegen helfen nur Wahlbeobachter, die sich zuallererst der Demokratie und nicht einer bestimmten Idologie verflichtet fühlen. Wer da als AFD Sympathisant so seine Zeifel hat, sollte selber Wahlbeobachter werden.

02.07.2017 17:36 Gerald 19

Bundeswahlleiter sorgt sich um Fake News und Hackerangriffe
Und was ist mit der Briefwahl! Da ist doch in letzter Zeit öfter was falsch gelaufen! Da wurde versehentlich(!) falsch ausgezählt! Warum sorgt sich da der Bundeswahlleiter nicht? Dann hoffen wir mal, daß richtig ausgezählt wird! Hoffe auch auf internationale Wahlbeobachter! Wie gesagt, in letzter Zeit ist öfter mal falsch ausgezählt worden! Nicht wahr!

02.07.2017 17:05 konstanze 18

wer sorgt sich um die unregelmäßigkeiten bei der auszählung der stimmen, wie bei der bürgerschaftswahl in bremen und anderen bundesländern, zu ungunsten der AFD ? in bremen hat das verwaltungsgericht sogar festgestellt, dass das ergebnis massiv manipuliert wurde. wo war da der aufschrei in den medien ? wer sorgt sich um die aufklärung innerhalb der CDU zur bereits festgestellten briefwahlaffäre in sachsen-anhalt ? anderen staaten, wie bereits berichtet, schon im vorfeld der BTwahl wahlmanipulation zu unterstellen ist nicht verhältnismäßig.

02.07.2017 16:55 ach so 17

Wenn die selbsternannte "Demokraten" und Gewerkschaften zusammenschliessen um den Wahlkampf der AfD zu behindern wie in Hamburg macht mir das Sorgen. Wenn wie in NRW 90% der Wahlplakate der AfD abgerissen werden. Wenn unser neuer Bundespräsident es nicht für nötig hält einen für alle fairen Wahlkampf einzufordern. Das macht mir Sorgen!

02.07.2017 16:21 Morchelchen 16

Mir machen da eher die zu erwartenden Stimmen der Briefwähler Sorge. Also, die derer, die es eigentlich gar nicht gibt... In Österreich hat man ja darauf reagiert, doch ob das bei uns ebenso gut funktioniert, wenn mahnende Stimmen laut werden? Man hat schon genug Seltsames in der DDR mit erlebt und, man hat es vorher nicht ahnen können, die Zeiten werden leider diesem System immer gewogener...

02.07.2017 15:46 User 15

Zufall? Die Kommentare zu diesem Thema sind aussagefähiger, als das da oben darüber Geschriebene. Aber das ist hier inzwischen wohl schon so üblich und "Standard"...

02.07.2017 15:42 Noch-Wähler 14

"Bundeswahlleiter sorgt sich um Fake News und Hackerangriffe." Mein Gott, andere Sorgen hat der Mann nicht? Hier geht es inzwischen um den Bestand der zivilisierten Gesellschaft und um einen andere, lebenswerte Politik in diesem Land!

02.07.2017 15:12 Wutbürger 13

Unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk? "ZDF-Ver­wal­tungs­rat wählt mit 100% Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) zur Vorsitzenden.
Wie unabhängige Presse nicht funktioniert, zeigt das ZDF, die ihre neue Vorsitzende des Verwaltungsrats präsentiert hat. Es ist Malu Dreyer, zufällig Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Dreyer wurde, wie sich das gehört, einstimmig gewählt. Sie wollen am Tage nach dem skandalösen Tag der Verabschiedung des Maas'schen Zensurgesetzes mal lachen? Nach der Wahl sagte sie: "Fake News' könnten am besten durch gut recherchierte Nachrichten und Hintergrundberichte entlarvt werden. Dafür stehe das ZDF"... Kopfschüttel!

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