Seehofer kommt aus Vorstandssitzung in der CSU-Landesleitung
Seehofer verlässt am Abend die CSU-Vorstandssitzung wie er sie betrat - als Parteichef und bayerischer Ministerpräsident. Bildrechte: dpa

Machtkampf in der CSU Seehofer verschiebt Aussage zu seiner Zukunft

Bis Donnerstagabend sollte laut Bayerns Ministerpräsidenten und CSU-Chef Seehofer "alles klar" sein, wie es mit ihm weitergeht. Doch auch ein Gespräch im Parteivorstand brachte keine Antwort. Alle offenen Fragen werden wohl erst im Dezember beantwortet. Über eine Ämterteilung wird immerhin spekuliert. Möglicher Nachfolger an der Spitze Bayerns könnte Seehofers Erzrivale Söder werden. Könnte.

Seehofer kommt aus Vorstandssitzung in der CSU-Landesleitung
Seehofer verlässt am Abend die CSU-Vorstandssitzung wie er sie betrat - als Parteichef und bayerischer Ministerpräsident. Bildrechte: dpa

Der Machtkampf in Bayern geht weiter. Ministerpräsident und CSU-Parteichef Horst Seehofer vertagte seine mit Spannung erwartete Aussage zu seiner persönlichen Zukunft am Donnerstagabend quasi in letzter Minute. Stattdessen soll es nun bis Anfang Dezember weitere Gespräche über eine "Zukunftslösung" für die CSU geben. Die beiden CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber und Theo Waigel sowie die Parteivize Barbara Stamm sollen dabei beratend tätig sein. Es gehe nicht darum, Zeit für seine Person zu gewinnen, betonte Seehofer.

Erste Anzeichen für Ämtertrennung

Der CSU-Chef stellte eine "befriedende" Lösung in Aussicht. Dies wurde intern als erstmaliges Signal des 68-Jährigen gedeutet, dass er bereit sein könnte, zumindest das Amt des Ministerpräsidenten abzugeben. In der CSU-Vorstandssitzung am Abend wiederholte Seehofer seine Aussage vom Mittag, er wolle die Partei "einen, befrieden und zusammenführen".

CSU-Spitze will abwarten

Seine persönliche Zukunft ließ Seehofer nach eigenen Worten auf Anraten seiner engsten Vertrauten offen. Seine Stellvertreter und weitere Mitglieder der CSU-Spitze hätten ihn überzeugt, nichts zu sagen. Unklar blieb zunächst auch, ob Seehofer weiter Parteichef bleiben will. Noch vor einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion am Mittag hatte er selbst angekündigt, am Abend werde "alles klar" sein.

Söder aussichtsreichster Kandidat

Horst Seehofer und Markus Söder
Gilt als Seehofers aussichtsreichster Nachfolgekandidat: Bayerns Finanzminister Söder (rechts). Bildrechte: dpa

Aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten ist Seehofers Dauerrivale, der bayerische Finanzminister Markus Söder. In der Fraktion hat Söder seit längerem eine klare Mehrheit hinter sich. Söder selbst betonte nach der CSU-Fraktionssitzung am Mittag, es gebe den klaren Willen, am Ende miteinander und geschlossen zu guten Ergebnissen zu kommen. Eine Lösung gegen den Finanzminister gilt als unwahrscheinlich, weil sich damit wohl keine Ruhe in der Partei herstellen ließe.

Seehofer selbst sagte am Mittag, er habe zu Söder seit Mittwochabend "intensiven Kontakt". Zu der ebenfalls als Nachfolgekandidatin geltenden bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner äußerte sich Seehofer hingegen nicht.

Seit Wahldebakel unter Druck

Seehofer steht seit dem Absturz der CSU bei der Bundestagswahl auf bayernweit 38,8 Prozent massiv unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben. Die Junge Union etwa forderte den Rückzug des 68-Jährigen als Ministerpräsident spätestens zur Landtagswahl im Herbst 2018. Der Machtkampf hatte in den vergangenen Wochen zu immer stärkeren Auseinandersetzungen in der CSU und im bayerischen Kabinett geführt.

Andererseits hatten mehrere CSU-Spitzenpolitiker zuletzt betont, Seehofer sei angesichts der unklaren Lage in Berlin nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen in der Hauptstadt unverzichtbar.

Ablösegerüchte dementiert

Der Bayerische Rundfunk hatte am Donnerstag irrtümlich gemeldet, dass Bayerns Finanzminister Markus Söder Seehofer als neuer Ministerpräsident im Freistaat beerben solle. Allerdings wolle der 68-Jährige Parteivorsitzender bleiben. Ein CSU-Sprecher bezeichnete die Meldung unmittelbar danach jedoch als "total falsch".

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 23.11.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2017, 23:05 Uhr

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6 Kommentare

24.11.2017 14:59 4711 6

2018 kann sich die CSU mit Seehofer in die Opposition verabschieden!

24.11.2017 10:26 jochen 5

Herr Drehhofer hat für alle Zeiten politisch verspielt. Die Identitären haben Seehofer vor kurzem ein Banner vorgehalten.
Das war die nackte Wahrheit. Seehofer sollte endlich abtreten, Platz schaffen für einen besseren Nachfolger.

24.11.2017 07:25 REXt-Merkel ist am Ende, Rücktritt! 4

Das gleiche Symtom wie bei Merkel, Machtbesessen!!!!

24.11.2017 05:12 Harzer 3

Die Medien lügen was das Zeug hält, über Merkel wagt Ihr Euch nicht, die Wahrheit zu schreiben! Sie ist der Auslöser an den abrutschen der CSU, vor allen die Merkel Partei hat noch höher verloren,nein sie ist die Königin; Immer nur Hoch leben lassen,was sie seit 2015 für Mist gemacht hat ein Beispiel " Weihnachtsmärkte" Poller zur Sicherheit hinlegen ; nein Grenzen zu, so einfach!!

23.11.2017 22:58 Tatze 2

Seehofer geht im Dezember. Alledings nicht ohne vorher noch schnell die Kenia-Koalition (Union, SPD, Grüne) mit auf den Weg gebracht zu haben. Und dann gehts richtig bergab mit Deutschland. Ja mei, dös gibt a gaudi!

23.11.2017 22:25 Atze 1

Diese Partei erinnert mit ihrer Verstaubtheit und ihren älteren Führungsriegen, die "reanimiert" , das Zukunftsprogramm der CSU ausarbeiten sollen, an das ZK der SED. Stamm, Stoiber....Weigel.
Da waren die noch dynamischer, damals.