FDP-Chef Christian Lindner verkündet in Berlin das Aus für die Jamaika-Sondierungen.
Am 19. November hatte FDP-Chef Lindner das Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche verkündet. Bildrechte: dpa

ARD-Deutschlandtrend Jamaika-Aus kostet FDP-Chef Lindner Sympathien

Dass die FDP die Jamaika-Sondierungen hat scheitern lassen, kommt beim Wähler nicht gut an. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend verliert die Partei drei Punkte, ihr Vorsitzender Christian Lindner sogar 17.

FDP-Chef Christian Lindner verkündet in Berlin das Aus für die Jamaika-Sondierungen.
Am 19. November hatte FDP-Chef Lindner das Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche verkündet. Bildrechte: dpa

Der Ausstieg der FDP aus den Jamaika-Sondierungen kommt beim Wähler schlecht an. Dem aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" vom Donnerstag zufolge würde die FDP neun Prozent erreichen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre - das sind drei Punkte weniger als im Vormonat.

Lindner stürzt in Wählergunst ab

Noch deutlicher ist der Sympathieverlust für Parteichef Christian Lindner: Im Vergleich zur Befragung von Anfang November verliert er 17 Punkte und kommt auf 28 Prozent Zustimmung. Das ist die schlechteste Bewertung für ihn seit April. Unter den befragten FDP-Anhängern sank die Zufriedenheit mit Lindner um zehn Punkte auf 80 Prozent.

Punkten kann er nur noch bei AfD-Anhängern: 64 Prozent von ihnen zeigten sich zufrieden mit dem FDP-Chef, was einem Anstieg um 25 Punkte seit dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen entspricht. Lindner ist damit in der AfD beliebter als deren eigener neuer Co-Vorsitzender Alexander Gauland, mit dem 58 Prozent der AfD-Anhänger zufrieden sind.

Die FDP war am 19. November aus den Sondierungen mit Union und FDP ausgestiegen und hatte die Gespräche über ein Jamaika-Bündnis damit scheitern lassen.

Merkel verliert, Seehofer macht Punkte gut

Die Union hat in der Gunst der Wähler nicht eingebüßt. Sie gewinnt zwei Punkte hinzu und erreicht 32 Prozent Zuspruch. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel verliert im Vergleich zum Vormonat allerdings drei Punkte und kommt auf 54 Prozent Zustimmung. Das ist ihr schlechtester Wert seit Oktober 2016. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer gewinnt im Vergleich zum Vormonat drei Punkte und kommt auf 31 Prozent Zustimmung.

Die SPD liegt in der vor dem Parteitag der Sozialdemokraten erhobenen Umfrage unverändert bei 21 Prozent, die AfD erhält weiterhin 13 Prozent, die Grünen ebenfalls unverändert elf Prozent. Die Linke verbessert sich um einen Punkt auf zehn Prozent.

Gabriel beliebtester Politiker

 Sigmar Gabriel gibt ein Interview.
Sigmar Gabriel ist zurzeit besonders beliebt. Bildrechte: dpa

Der beliebteste Spitzenpolitiker ist der Umfrage zufolge momentan Außenminister Sigmar Gabriel von der SPD. In der Umfrage kommt er auf 65 Prozent Zustimmung. Im Vergleich zur Umfrage von Oktober hat er damit ganze acht Punkte gutgemacht.

Ebenfalls ein Plus gab es für den Parteivorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir. 57 Prozent der Befragten zeigten sich mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Das ist der höchste Wert, der im ARD-"Deutschlandtrend" bisher für ihn gemessen wurde. SPD-Chef Martin Schulz erhält 39 Prozent Zustimmung, das sind vier Punkte mehr als im Vormonat.

Für die Sonntagsfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.504 Wahlberechtigte. Für die Erhebung zur Beliebtheit von Politikern wurden am Montag und Dienstag 1.004 Wahlberechtigte befragt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 07.12.2017 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 22:15 Uhr

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22 Kommentare

09.12.2017 17:38 Frank 22

Herr Lindner hat eingehalten was er vor der Wahl versprach. Wenn wir unsere Inhalte nicht durchsetzen können, gehen wir in die Opposition. Das nenne ich zunächst mal glaubwürdiges Verhalten. Aus Kubickis und Lindners Interviews nach dem Scheitern der Sondierung war obendrein zu vernehmen, dass es die CDU war, die auf die Inhalte der FDP hartnäckig nicht eingegangen ist. Von der CDU wurde das nie dementiert.

09.12.2017 16:57 Rainer Hohn 21

Es gibt aktuelle Umfragen die betonen das Herr Lindner durch sein nein zu Jamaika, gerade an Format und Punkten hinzugewonnen hat. Wem dient diese Berichterstattung hier?

Das heisst doch, entscheidet die SPD nach Gesprächen mit der Union ebenso auf nein, rutschen Sie bei den Wählern ab? So wie Herr Lindner? Nein. So ein Quatsch. Wir brauchen doch keine Einheitspartei. Liberale, Linke, Grüne, SPD und die anderen verkneife ich mir, sind doch nicht gewählt worden um Frau Merkel stets ins Amt zu heben. Um Mehrheiten im Parlament muss endlich wieder gerungen werden, in harten Debatten, einfach mit Argumenten. Das ist Demokratie. Kein Gleichschaltung / Fraktionszwang in der Abtsimmung mehr, kein blindes durch winken und durch regieren ohne Veto. NEIN zur GROKO, sonst verliert nur die SPD. Zielsetzung: Umbruch in 4 Jahren, SPD & Linke, nach 16 Jahren Unions Verwaltung.

09.12.2017 11:22 Klaus 20

{ Kluter 19 }
Das Weichei ist doch eher Lindner, der sich nicht durchsetzen konnte und zu dieser Erkenntnis 4 Wochen gebraucht hat. Ich hätte von ihm deutlich mehr erwartet, aber ich kann mich ja auch mal irren. Jedenfalls hat sich nichts geändert, die FDP kann nicht Bundesregierung, wie schon seit mindestens 8 Jahren nicht.

09.12.2017 10:12 Kluter 19

Da hat endlich jemand einmal Merkel die Stirn geboten und schon wieder diese Stimmungsmache.Scheinbar haben sich viele Deutsche von den Stimmungsmachern und Manipulatoren in den Medien beindrucken lassen und wollen doch lieber Weicheier in der Politik...

08.12.2017 17:04 Zahlmeister 18

Die Medien sollten endlich begriffen haben, welchen Wert Umfragen haben. Null.

08.12.2017 11:07 Fragender Rentner 17

Wenn dies stimmt, was haben denn die Leute von ihm und der FDP erwartet?

08.12.2017 10:29 Klaus 16

Lndner ist doch der, der sich nicht durchsetzen konnte. Verhandlungsgeschick hat er offensichtlich nicht. Solche Leute sind in der Opposition neben der AfD besser aufgehoben.

08.12.2017 10:16 Gruselig! 15

Die Überschrift ist gruselig! Geht es hier um Sympathien oder um unser Land? Es können durchaus auch unsympathische Politiker richtig und gut regieren. Auf die Qualifikation kommt es an. Einen Orthopäden z.B. braucht man nicht im Umweltministerium und einen Landwirt nicht als Sozialminister.
Bitte jetzt keine Diskussionen, ob nicht Landwirte auch sozial eingestellt sein können. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch, wirklich jeder, eine soziala Ader hat. Ob es aber zum Ministeramt reicht, wage ich zu bezweifeln.

08.12.2017 10:16 Ureinwohner 14

Dem aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" vom Donnerstag zufolge würde die FDP neun Prozent erreichen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre - das sind drei Punkte weniger als im Vormonat. Teuere
und sinnlose Kaffeesatzleserei. Hautsache GEZ-Beiträge verbrennen.

08.12.2017 09:59 jochen 13

Herr Lindner hat uns alle vor dem gemischten politischen Wahnsinn bewahrt. Dafür sollten wir Lindner dankbar sein.