Lehrerin steht an der Tafel vor einer Klasse.
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Repräsentative Studie Deutsche überwiegend zufrieden mit dem Schulsystem

Als Thema, das ganz in der Hoheit der Bundesländer liegt, ist Schulbildung in Landtagswahlkämpfen beliebtes Wahlkampfthema. Durch die Schulstudie 2016, die die CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz beim Forschungsinstitut dimap in Auftrag gegeben hat, sehen CDU und CSU ihre bildungspolitischen Ziele bestätigt – zur Wahlkampfzeit.

Lehrerin steht an der Tafel vor einer Klasse.
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Die Deutschen sind mit dem Schulsystem in Deutschland überwiegend zufrieden: Nur in vier Bundesländern schätzt die Mehrheit der Menschen das Bildungssystem als "weniger gut" beziehungsweise "schlecht" ein. Die Unzufriedenheit konzentriert sich auf den Osten - auf Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und - mit den schlechtesten Werten - auf Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Meinungsforschungsinstitut dimap im Auftrag von CDU und CSU durchgeführt hat.

Die Mehrzahl der Menschen glaubt allerdings, dass die Schulbildung Schüler nicht gut auf eine spätere Berufsausbildung vorbereitet. 44 Prozent glauben, sie bereite "eher schlecht vor", fünf Prozent halten die Vorbereitung für "sehr schlecht".

Menschen halten Bayerns Schulsystem für das beste

Insgesamt bewerten 56 Prozent der Deutschen das Bildungssystem mit "sehr gut" oder "gut", 38 Prozent mit "weniger gut" oder "schlecht". Befragt nach dem Bundesland mit dem ihrer Meinung nach besten Schulsystem nannten 44 Prozent der Befragten auch Bayern.

Mit weitem Abstand dahinter folgen bei dieser Frage, bei der auch Mehrfachnennungen möglich waren, Baden-Württemberg (14 Prozent), Sachsen (sechs Prozent), Nordrhein-Westfalen (fünf Prozent) sowie Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Thüringen mit jeweils drei Prozent.

Befragte wollen mehr Anerkennung für Ausbildungsberufe

Praktikantin Aya Smirees und Ausbilder Lutz Döffel
Ausbildungsberufe sollten gestärkt werden - finden die meisten Befragten. Bildrechte: IMAGO

Mit einem Fragenkomplex über die Themen Ausbildung, Abitur und Studium brachten die Meinungsforscher in Erfahrung, dass eine Mehrzahl der Menschen sich die Aufwertung von Ausbildungsberufen wünscht.

70 Prozent stimmten der Aussage zu, dass wir künftig "noch mehr gut ausgebildete Facharbeiter" bräuchten. 64 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Ausbildungsberufe in der Gesellschaft so anerkannt sein sollten wie Berufe, die einen Hochschulsabschluss erfordern.

Inklusion, Begabtenförderung und Integration

In weiteren Fragen wurden in der Studie die Einstellung der Befragten zu Bildungsstrategien für unterschiedliche Schülergruppen befragt – etwa für Schüler mit besonderem Förderungsbedarf, für besonders Begabte oder für Kinder, die noch kein Deutsch sprechen.

So sind 82 Prozent der Befragten der Meinung, dass Kinder, die noch kein Deutsch sprechen, zunächst in speziellen Klassen auf das gemeinsame Lernen vorbereitet werden sollen.

CDU sieht bildungspolitische Ziele bestätigt

Die CDU-Auftraggeber der Studie werteten die Ergebnisse als Bestätigung für die bildungspolitischen Ziele ihrer Partei – etwa den Erhalt des mehrgliedrigen Schulsystems.

Die Bevölkerung wolle "nicht eine Schule für alle, sondern die richtige Schule für jeden", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, der thüringische Fraktionschef Mike Mohring.

Untersuchunganlage Mittels computergestützten Telefoninterviews wurden zwischen dem 30. November und 16. Dezember 2015 2.002 Personen ab 18 Jahren befragt.

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2016, 20:45 Uhr

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24 Kommentare

16.02.2016 10:56 winfried 24

Bezogen auf Berlin ist es hilfreich die hier veröffentlichten Angaben: 56% pos. / 40% neg. zu kennen und abzugleichen mit dem RBB-Bericht zu Berlin. Dort Abbrecherquote 10,9% (Bundesdurchschnitt 5,6%). ... Zu finden bei RBB unter "ohne Schulabschluß".

16.02.2016 09:29 Gärtner 23

Kein Wunder das die Unzufriedenen im Osten sitzen. Die kennen noch ein zumindest besseres. Die frühe Trennung in gute und schlechte Schüler nach der 4.Kl. ist menschenverachtend und vokswirtschaftlicher Unsinn. Die Kinder sitzen von der 1. bis zur 12./13. Klasse 45 min. zusammen. Die Kleinen können sich aber nur 20 min. konzentrieren, die Großen haben mitunter Probleme für viele Stunden. Die Kinder müssen nach wie vor Unmengen Dinge auswendig lernen die sie nie wieder brauchen, anstatt dazu befähigt zu werden selber zu denken. Dumme kann man eben besser bescheißen, passt besser zum System.
Es wird viel zu wenig Geld für Bildung ( Personal und Ausstattung ) ausgegeben, viel zu wenig. Das Geld welches in dem völlig unsinnigen Afgahanistankrieg oder die Bankenrettung verballert wurde, oder das für die "Griechenlandhilfen" die zum großen Teil in die Taschen der Großbanken geflossen sind. Unser Schulsystem hat sich in den letzten 150 Jahrne kaum geändert, das System, nicht die Inhalte.

16.02.2016 06:52 Otto der Teutone 22

Dass unser "Bildungssystem" einzig zur Verblödung der Masse taugt, erkennt man daran, dass die Mehrheit der Masse damit zufrieden ist. Die haben wohl die letzten PISA-Ergebnisse nicht mitbekommen? Die waren wahrlich kein Ruhmesblatt.

15.02.2016 22:16 P.S. 21

@20 M.W. - Lediglich die Eltern in den Blick zu nehmen, die ihr Kind in manchen Fällen möglicherweise überhöht ehrgeizig auf den Weg zum Abitur zwängen, wird der Realität nicht gerecht. Lauschen Sie einmal der Diskussion unter 10-jährigen Kindern, die untereinander die Frage nach dem Bildungsweg "Gymi" oder "Seku" diskutieren und daran mit sehr eindeutigen und für die "Seku-Schüler" verletzlichen Aussagen Erfolg oder Misserfolg qualifizieren. Diese frühe Trennung baut einen Druck auf die Kinder auf, der in diesem Alter sicher nicht gesund ist.

15.02.2016 21:21 M.W. 20

@19 alter EOS- ler: Es gibt 7 berufsbildende Wahlschulformen, die jedem Schüler, auch ohne allgemeinbildenden Schulabschluss, zu einem Fachabitur oder allg. Abitur bringen kann.
Keine Eltern müssen ihre Kinder nach der 4.Klasse zum Abitur prügeln, nur weil das Nachbarskind im Gymnasium lernt.
Wo ist der Unterschied zur DDR, wo Berufsausbildung mit Abitur die einzige Möglichkeit war, doch noch Abitur zu machen.

15.02.2016 20:59 Alter EOSler 19

"Nur in vier Bundesländern schätzt die Mehrheit der Menschen das Bildungssystem als "weniger gut" beziehungsweise "schlecht" ein. Die Unzufriedenheit konzentriert sich auf den Osten - auf Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und - mit den schlechtesten Werten - auf Sachsen-Anhalt und Thüringen." Und warum wohl? Die kennen (noch) ein anderes funktionierendes Schulsystem, mit dem Schwerpunkt "Bildung" und "Erziehung"... POS mit UTP; EOS mit Facharbeiterabschluss – parallel dazu Musikschule mit Abschluss…

15.02.2016 20:51 PISA und kein Ende 18

Dazu passt folgende Nachricht aus Berlin, Hauptstadt der ...: "Immer mehr Schüler ohne Abschluss. ... Demnach hatten im vergangenen Schuljahr knapp 11% der Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss…“ Au weia! Dazu in einer Grundschule (!!!) bei denen, dass Schüler die Lehrer angehen, gar nicht beachten und mit „Waffen" bedrohen. Man wolle etwas dagegen unternehmen, heißt es dazu. Und das wahrscheinlich auch erst, weil es sich nicht mehr vertuschen ließ.

15.02.2016 20:22 M.W. 17

Wenn begreift einer dieser selbstgefälligen, sich um ihre Pfründe besorgten Politiker, die aber in ihrem Leben nie vor Schülern standen, oder nur das System einer Diktatur mit gestützt haben, ihre Verantwortung.
Lehrer die täglich mit Schülern arbeiten und Probleme wahrnehmen, werden von den Politikern nicht gehört, von den Eltern für unfähig erklärt und von den Professoren in ihren Studierstuben mit immer neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegängelt.
Keiner von denen hat jemals ein Schuljahr vor Schülern gestanden, aber jeder maßt sich an, es besser wissen zu können.!!!!!
Übrigens, wie in jedem Beruf, gibt es auch bei Lehrern solche und solche.

15.02.2016 19:03 Querdenker 16

Das Bildungssystem ist deutlich verbesserungswürdig, auch was die frühe Aussortiererei betrifft. Wurden da Schüler, Lehrern und Eltern gefragt? Und überhaupt, die bekommen ja noch nicht mal eine gute Schulspeisung in allen Schulen hin. Siehe „Chancengleichheit in Deutschland: Studie entlarvt Versagen des Bildungssystems“

15.02.2016 18:52 privat 15

Die Kinder sollten länger zusammen lernen. Auch sollten Realschulen oder Sekundarschulen wieder aufgewertet werden, damit nicht zu viele Kinder gleich zur 5.Klasse auf das Gymnasium wechseln und einem Druck ausgesetzt sind, den es vielleicht nicht standhalten kann.
Und für das Abitur sollten gleiche Regeln für alle Bundesländer gelten, nur so ist auch ein Vergleich realistisch.